Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, will es die Mietverträge an acht der bundesweit 83 Standorte neu verhandeln. Die Verhandlungen seien bereits angelaufen, so das Unternehmen. Sollte es nicht gelingen, sich mit den Eigentümern der Immobilien zu einigen, bestehe "auch die Möglichkeit von Schließungen", so Galeria.
Zwei Galeria-Filialen in Köln könnten schließen
Zwei der von den Verhandlungen betroffenen Filialen befinden sich in Köln: in der Hohe Straße und in der Breite Straße, mitten in der City. Außerdem betroffen sind die Geschäfte in Berlin am Kurfürstendamm und am Hermannplatz, in München am Rotkreuzplatz sowie in Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg.
Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, teilte Galeria nicht mit. Eine Sprecherin erklärte am Dienstag auf WDR-Anfrage, dass man sich zu Inhalten der Gespräche und Mietverhandlungen nicht äußern wolle. "Auch zu möglichen Auswirkungen auf einzelne Filialen oder Mitarbeitende können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Spekulationen kommentieren", so die Sprecherin weiter.
Sozialplan bei Schließungen angekündigt
Der Warenhausbetreiber begründete den Schritt mit der angespannten Marktsituation des innerstädtischen Einzelhandels. Philipp Kretzer, Chief Sales Officer von Galeria, sagte: "Wir kämpfen für den Erhalt unserer Filialen und möchten an den Standorten bleiben." Voraussetzung sei jedoch ein wirtschaftlich tragfähiges Modell. Sollte es zu Schließungen kommen, kündigte die Geschäftsführung Verhandlungen über einen Interessensausgleich und einen Sozialplan an.
Der WDR fragt am Tag der Bekanntgabe auf den Kölner Shoppingstraßen nach. Viele Menschen wären enttäuscht,wenn die etablierten Filialen schließen würden: "Vor allem, weil man dort natürlich alles bekommt. Sowohl Klamotten als auch Schreibwaren und Düfte", sagt ein Passant.
Eine andere Passantin sagt zur möglichen Schließung: "Es wäre ein absoluter Verlust. Denn es sind sehr schöne Geschäfte. Alleine die Weihnachts-Deko von Steif - die kennt man seit der Kindheit."
Markt für Vermieter hat sich geändert
Jahrelang konnten die Inhaber von Gewerbeimmobilien Spitzenmieten erzielen. Das Institut für Markt- und Handelsforschung Köln (IFH) sagt, dass sich der Markt grundlegend verändert habe. Es sei eine "vergleichsweise herausfordernde Zeit", so Boris Hedde. "Die Kauf-Zurückhaltung ist messbar da. Die Menschen haben Angst um ihren Lebensstandard und halten sich mit Ausgaben gerade im Handel zurück."
Hedde kann die Vorsicht von Galeria verstehen. In schwierigen finanziellen Zeiten sei es nachvollziehbar, "zu schauen, wie man kostengünstiger durch das wirtschaftliche Jahr kommen kann".
Eine - allerdings wohl nicht dauerhafte - Lösung für die strauchelnden Filialen könnte sein, dass die Vermieter niedrigere Grundmieten verlangen und der Rest durch umsatzabhängige Mieten erzielt wird.
Galeria beschäftigt 12.000 Mitarbeiter
Galeria hat in Deutschland derzeit etwa 12.000 Beschäftigte. Anfang 2024 hatte die Kette zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz anmelden müssen. Neun Häuser wurden daraufhin geschlossen. Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.
Unsere Quellen:
- Galeria
- Gespräch mit Boris Hedde vom Institut für Markt- und Handelsforschung
- Umfrage in der Kölner Innenstadt
- Deutsche Presse-Agentur
Sendung: WDR.de, Galeria in der Krise - zwei Kölner Filialen vor Aus?, 10.03.2026, 15.34 Uhr