Grabräuber in Monheim: Angehörige bekommen Gegenstände zurück

01:31 Min. Verfügbar bis 16.03.2028

Grabräuber in Monheim: Angehörige bekommen Gegenstände zurück

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Anfang März waren auf dem städtischen Waldfriedhof in Monheim über 140 Fächer von Kolumbarien von mutmaßlichen Metalldieben aufgebrochen und teilweise geplündert worden. Die Polizei hat an der Grenze zu den Niederlanden zwei Verdächtige festgenommen. Bald könnten Angehörige einige der gestohlenen Gegenstände zurückbekommen.

Nachdem offenbar zwei Täter in der Nacht auf den 7. März, mindestens 144 Grabstellen auf dem Monheimer Waldfriedhof beschädigt und Metallgegenstände gestohlen hatten, bekommen Angehörige möglicherweise bald Teile des Diebesguts zurück. Am Montag wurden erstmals Fotos von den sichergestellten Sachen ausgelegt, um sie den Besitzern zuordnen zu können.

Die Polizei hatte kurz nach der Tat zwei Männer an der Grenze zu den Niederlanden gestoppt und in ihrem Wagen gestohlene Gegenstände aus Monheim entdeckt.

Angehörige wollen gestohlene Gegenstände zurück

Viele betroffene Angehörige versammelten sich am Montag am Waldfriedhof, um zu sehen, welche Gegenstände die Polizei sichergestellt hatte. Dabei handelt es sich vor allem um Metallvasen und Pflanzkübel. Entgegen ersten Ermittlungen sind keine Urnen gestohlen worden.

Auch Peter Manger ist an diesem Vormittag vor Ort und hofft darauf, die große Bronzeschale und eine Vase zurückzubekommen, die vom Grab seiner Schwiegereltern gestohlen wurden. "Beides war bei den Fotos der Polizei leider nicht dabei. Ich habe meine Kontaktdaten hinterlassen und muss nun abwarten", sagt Manger. "Ich kann immer noch nicht glauben, dass Menschen einfach Gegenstände von Gräbern stehlen." So geht es auch vielen anderen Angehörigen, die am Montag zum Waldfriedhof gekommen sind und die Ordner mit den Bildern vom Diebesgut durchblättern.

Stadt prüft Schutzmöglichkeiten

Die Friedhofsverwaltung will prüfen, wie solche Fälle in Zukunft verhindert werden können. Die Monheimer Bürgermeisterin Sonja Wienecke äußerte sich nach den Vorfällen bestürzt. "Das ist einfach unbegreiflich, wie Menschen so etwas tun können, wie pietätlos Menschen sein können, die Totenruhe hier vor Ort zu stören. Das ist wirklich das aller-, allerletzte", so Wienecke.

Zerstörte Grabbeigaben nach Diebstahl in Monheim

Spuren des Diebstahls: Verstreuter Grabschmuck in Monheim

Anna-Leah Vogelsang ist regelmäßig auf dem Waldfriedhof und besucht dort gemeinsam mit ihrer Cousine das Urnengrab ihrer Großmutter. Auch sie ist entsetzt und froh, noch keine Metallvase für das Grab besorgt zu haben: "Das ist für uns jetzt keine Überlegung mehr, eine Vase ist wirklich nicht günstig. Und ich glaube, die Wut dahinter, wenn die jetzt wirklich weggewesen wär', wär' noch viel größer als nun so schon."

Festnahme an der niederländischen Grenze

Einige Stunden nach der Tat konnte die Polizei zwei Verdächtige festnehmen. An einem Grenzübergang zu den Niederlanden im Kreis Viersen stieß die niederländische Politie auf zwei Männer. Bei einer Kontrolle fanden die Beamten im Auto Urnen und Kupfermetall. Insgesamt wurden rund 300 Kilogramm Metall sichergestellt, darunter neben den Urnen auch Namensplättchen und Friedhofsfiguren.

Da das Auto ein Mettmanner Kennzeichen hatte, ergab sich bei der Kontrolle der Verdacht, dass es sich bei den 23 und 16 Jahre alten Männern um die mutmaßlichen Täter handeln könnte.

Die beiden Tatverdächtigen wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft mittlerweile wieder entlassen. Sie müssen sich jetzt wegen Störung der Totenruhe und schweren Diebstahls verantworten. Die Ermittler haben ihre Fingerabdrücke genommen und prüfen jetzt mögliche Zusammenhänge zu anderen Taten auf Friedhöfen in der Umgebung.

Aufgebrochene Gräber wieder verschlossen

Auf dem Friedhof hat die Stadt die aufgebrochenen Urnengräber inzwischen wieder verschlossen, um die Totenruhe wieder herzustellen.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 16.03.2026, 18.09 Uhr

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