Düsseldorfer Feuerwehr demonstriert Gefahren bei Schwimmen im Rhein
02:47 Min.. Verfügbar bis 21.05.2027.
Mehr als 20 Menschen sind nach Angaben der DLRG im vergangenen Jahr in nordrhein-westfälischen Flüssen ertrunken. Ein Großteil davon im Rhein. Tödliche Badeunfälle gab es unter anderem in Düsseldorf, Köln und Duisburg.
So wie im Mai vergangenen Jahres, als eine Frau von der Rheinströmung förmlich mitgerissen wurde. Ihr Mann sprang hinterher, um sie zu retten, hatte aber keine Chance und ertrank vor den Augen seiner drei Kinder. Seine Frau wurde schwer verletzt gerettet.
Feuerwehr demonstriert Rettung nach Schwimm-Unfall
Wenn die Rettungsteams zu Notfällen gerufen werden, ist es oft schon zu spät. Aber die Taucher und Strömungsretter tun alles, um das Schlimmste zu verhindern. Die Düsseldorfer Feuerwehr hat sich für ihre Demonstration ein Areal am Rheinufer ausgesucht, an dem an heißen Tagen hunderte Sonnenanbeter anzutreffen sind: Den idyllischen Paradiesstrand im Düsseldorfer Norden, unweit der Rheinkniebrücke.
Retter ziehen Person aus dem Wasser
Bei der Rettungsübung haben die Einsatzkräfte folgendes Szenario geprobt: Der Feuerwehr wird eine hilflose Person im Rhein gemeldet, die von der Strömung mitgerissen wurde.
Feuerwehr-Taucher haben die Trainingspuppe ans Ufer gebracht
Die sogenannten Strömungsretter orten den Mann sofort mit ihrem Motorboot. An der betreffenden Stelle angekommen springen zwei Taucher ins Wasser und ziehen ihn an Bord. Wenn nötig, führen sie bereits auf dem Boot Reanimationsmaßnahmen durch. Anschließend bringen sie den Mann an Land und übergeben ihn dem ebenfalls herbei gerufenen Notarzt.
Vor allem große Schiffe entwickeln Sogwirkung
Bei der Übung war es nur eine Puppe. Aber oft genug sind es eben auch lebende Menschen, die in Not geraten, sagt Feuerwehrsprecher Vieten: "Solche Demonstrationen sind wichtig, um auf die Gefährlichkeit des Rheins hinzuweisen", erläutert er die Aktion. Denn das Baden im Fluss ist nur an bestimmten Stellen strikt verboten, wie in Hafeneinfahrten, an Brücken oder Schleusen.
Aber auch dort, wo das Baden eigentlich erlaubt ist, besteht Lebensgefahr. "Deshalb muss man den Leuten klar machen, dass es ein viel zu hohes Risiko ist", erklärt Feuerwehrmann Vieten.
Feuerwehr gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei Badeunfall
Feuerwehrsprecher Alexander Vieten zeigt neues Warnschild
Falls jemand sieht, dass eine andere Person hilflos im Rheinwasser treibt, sollte man keinesfalls hinterherspringen und sich damit auch noch selbst in Gefahr bringen. Feuerwehrsprecher Vieten gibt den Tipp: "Halten Sie Blickkontakt mit der Person, geben Sie der Feuerwehr den Standort durch. Die Rheinkilometer sind überall am Ufer angeschlagen. Das hilft uns ungemein, weil dann unsere Retter schnell vor Ort sein können."
Um auf die Gefahren beim Baden im Rhein hinzuweisen, haben Stadt und Feuerwehr am Ufer jetzt 50 neue Warnschilder aufgestellt. Mit Piktogrammen und kurzen Hinweisen warnen die Schilder in mehreren Sprachen vor der Lebensgefahr, die beim Schwimmen im Rhein droht. Außerdem geben sie Auskunft über Notruf- und Standort-Nummern.
Unsere Quellen:
- Feuerwehr Düsseldorf, Sprecher Alexander Vieten
- Stadt Düsseldorf
- Reporter vor Ort
