Polizei stoppt in Köln Fahrradkuriere auf zu schnellen Bikes

Lokalzeit aus Köln 23.03.2026 03:12 Min. Verfügbar bis 23.03.2028 WDR Von Oliver Köhler

Polizei stoppt in Köln Fahrradkuriere auf zu schnellen Bikes

Stand:

Zeit ist Geld bei den Fahrradkurieren, die Essen von Restaurants zu den Kunden bringen. Deshalb nutzen sie immer häufiger hochmotorisierte E-Bikes. Die dafür notwendige Versicherung und den Führerschein haben viele Kuriere aber offenbar nicht.

Die Fahrer der Lieferdienste geben kräftig Gas. Da geht es oftmals im hohen Tempo nicht nur über Radwege, sondern auch durch Fußgängerzonen und über Fußwege.

Polizei lässt E-Bikes vom TÜV untersuchen

"Uns ist aufgefallen, dass einige sehr schnell unterwegs sind", sagt Jens Liebenau, Fahrradexperte der Kölner Polizei. Die Polizei hat deshalb gut ein Dutzend Bikes sichergestellt, bei denen der Verdacht bestand, dass sie im rechtlichen Sinn keine Fahrräder sind. Sie wurden von Gutachtern untersucht.

Das Ergebnis: "Der überwiegende Teil der sichergestellten Räder sind nicht erlaubte Fahrzeuge, also keine Fahrräder, sondern Kraftfahrzeuge. Die waren alle nicht versichert. Und teilweise hatten die Fahrer auch nicht die notwendigen Führerscheine für die Fahrzeuge", berichtet Jens Liebenau.

Fahrradkuriere von Lieferdiensten in Köln schnell unterwegs - Anwohner fürchten Unfälle

In einigen Kölner Stadtvierteln machen sich Anwohner wegen der hochmotorisierten Bikes der Lieferfahrer inzwischen Sorgen um ihre Sicherheit. "Die fahren hier mit hohem Tempo durch die Fußgängerzone und über den Bürgersteig, da bekommt man Angst", sagt eine Frau.

"Die scheinen die Verkehrsregeln nicht zu kennen. Das ist gefährlich, vor allem für Kinder", meint ein Gastronom. Mehrere Versuche, als WDR-Reporter mit Lieferfahrern auf der Straße ins Gespräch zu kommen, scheitern jedes Mal. Sie wollen zu dem Thema nichts sagen, schon gar nicht vor Kamera oder Mikrofon.

Lieferdienst-Fahrer verpflichtet sich an Gesetze zu halten

Lieferdienste stellen den Fahrern in der Regel frei, ihre eigenen Räder für die Arbeit zu nutzen. Welche Typen von Bikes sie wählen, sei ihre Entscheidung. Lieferando schreibt den Mitarbeitern aber vor, ihre Räder jährlich von einer zertifizierten Stelle auf Sicherheit und Zulässigkeit überprüfen zu lassen.

Auf Verkehrssicherheit legen Lieferdienste nach eigenen Angaben großen Wert. Bei Lieferando gibt es nach Angaben des Unternehmens intensive Sicherheitsunterweisungen. Dazu gehört, dass für die Lieferando-Fahrer Helmpflicht besteht.

Der Lieferdienst Wolt schreibt dazu: "Unsere Kuriere werden regelmäßig zu diesem Thema geschult und sind verpflichtet, die geltende Straßenverkehrsordnung (StVO) sowie lokale Hausordnungen - etwa die der Verkehrsbetriebe – einzuhalten."

Lieferdienst-Fahrer drohen Strafverfahren

Vielen Lieferfahrern scheint aber nicht bewusst zu sein, dass sie mit ihren hochmotorisierten Bikes nicht auf Radwegen fahren dürfen und erst recht nicht durch Fußgängerzonen. "Außerdem besteht Helmpflicht", sagt Jens Liebenau von der Kölner Polizei.

"Den Fahrern, die ohne Führerschein und ohne Versicherung auf solchen Bikes unterwegs sind, drohen Strafverfahren", erläutert Liebenau. Die Kölner Polizei will die Kontrollen bei den Lieferfahrern fortsetzen.

Polizei stoppt in Köln Fahrradkuriere auf zu schnellen Bikes

WDR 23.03.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 22.03.2028 WDR Online

Download

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Polizei Köln
  • Lieferdienst Wolt
  • lieferdienst Lieferando
  • Anwohner des Kölner Eigelsteinviertels

Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 23.03.2026, 14:30 Uhr

Weitere Beiträge aus dem Rheinland

1 / 2