Kirche gibt Studierendenwohnheime in Köln, Bonn und Aachen auf
Lokalzeit aus Bonn. 19.01.2026. 01:41 Min.. Verfügbar bis 19.01.2028. WDR. Von Sebastian Tittelbach.
Kirche gibt Studierendenwohnheime in Köln, Bonn und Aachen auf
Stand:
Die Evangelische Kirche hat in Bonn einen neuen Sparplan beschlossen. Unter anderem sechs Studierendenwohnheime in Köln, Bonn und Aachen sind Teil eines Sparpakets, mit dem die Kirche ihren Haushalt bis 2030 um rund 30 Millionen Euro entlasten will.
In den Wohnheimen gibt es knapp 400 Plätze. Betroffen sind unter anderem Einrichtungen in Köln, Bonn und Aachen. Die Landeskirche argumentiert, dass in den nächsten Jahren hohe Investitionen in die Gebäude nötig seien. Deshalb will sie bis 2030 aus dem Betrieb aussteigen. Am Freitag hatten in Bonn einige hundert Studierende gegen die Pläne demonstriert.
Verkauf der Immobilien als letztes Mittel
Laut Beschluss der Landessynode soll nun mit kirchlichen Trägern oder Studierendenwerken über eine Übernahme verhandelt werden. Auch eine Nutzung als sozialer Wohnraum sei denkbar. Sollte es keine andere Lösung geben, plant die Evangelische Kirche einen Verkauf der Gebäude.
Die Mitglieder stimmten bei der Synode mehrheitlich für den Sparkurs.
Vertreter der Evangelischen Studierendengemeinden bewerteten es als Erfolg, dass sie an den geplanten Veränderungen beteiligt werden. An den Sparplänen selbst konnten sie nichts ändern. Die jährlichen Zuschüsse von 300.000 Euro für die Wohnheime sollen in den nächsten Jahren komplett wegfallen, die Unterstützung für die Studierengemeinden soll von rund drei Millionen auf eine Million Euro sinken, erläutert Oberkirchenrat Henning Boecker.
Donald Trump sorgt für Kirchensteuer-Plus
Die Evangelische Kirche im Rheinland hat Sparmaßnahmen von rund 30,7 Millionen Euro bis 2030 geplant. Sie hält an ihrem Sparkurs fest, obwohl im vergangenen Jahr die Kirchensteuereinnahmen überraschend gestiegen waren.
Nach Auskunft von Boecker lag dies an Einmaleffekten, dazu gehöre auch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Im Vorfeld hätten viele Anleger ihre Aktienpakete umgeschichtet. Über die dabei anfallende Kapitalertragsteuer seien auch die Einnahmen der evangelischen Kirche gestiegen.
Weitere Sparmaßnahmen geplant
Als weitere Maßnahmen hat die Landessynode die Einführung von Elternbeiträgen an evangelischen Schulen beschlossen. Die geplanten Kürzungen beim Arbeitslosenfonds und dem Härtefonds wurden teilweise zurückgenommen.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Evangelische Kirche im Rheinland
- NizzaLink e.V.
Sendung: WDR 2 Rheinland, 19.01.2026, 17.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 19.01.2026, 19.30 Uhr