Rosenmontag: Düsseldorfer Toleranzwagen wird immer größer
00:29 Min.. Verfügbar bis 04.02.2028.
Mehr Religionsgemeinschaften beteiligen sich in diesem Jahr am mittlerweile schon traditionellen "Toleranz-Wagen" im Düsseldorfer Rosenmontagszug. Am Mittwoch stellten Vertreter der Gemeinschaften den Wagen in der Wagenbauhalle vor.
Erstmals ist in diesem Jahr auch die buddhistische Gemeinschaft mit dabei. Für alle Beteiligten ist der gemeinsame Auftritt im Karneval ein wichtiges Zeichen des Zusammenhalts.
"Nicht nur reden, handeln ist wichtig"
Der katholische Stadtdechant Frank Heidkamp betonte, dass man in diesen Zeiten nicht nur über Toleranz reden dürfe, sondern auch aktiv handeln müsse: "Wir leben auf diesem Wagen die Gemeinschaft."
Der neue Toleranzwagen
Der Wagen zeigt mittlerweile acht verschiedene Menschen, jeweils in religionstypischer Kleidung, die händehaltend auf einer Weltkugel stehen - über ihnen der Slogan "Toleranz ist das Fundament des Friedens". Gestaltet wurde der Wagen vom Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly: "Das ist ein wichtiges, demonstratives Zeichen, dass der Wagen in die Welt sendet."
Buddhisten erstmals mit dabei
Marc Nottelmann-Feil von der buddhistischen Gemeinschaft
Als neuer Mitstreiter ist Marc Nottelmann-Feil mit dabei, der die buddhistische Gemeinschaft vertritt. "Toleranz ist ja auch eine Eigenschaft, die im Buddhismus sehr gelebt wird, von daher passt die Idee prima zu uns", erklärte er.
Man sei erst vergangenes Jahr in den geplanten "Rat der Religionen" eingeladen worden, der sich im Mai konstituieren soll, so Nottelmann-Feil. Durch den stärkeren Austausch sei man jetzt auch beim Toleranzwagen dabei. "Gerade aktuell ist es sehr wichtig, dass wir zwischen den Religionen den Geist des Friedens und der freudigen Anerkennung des anderen bewahren."
Wagen findet großen Zuspruch
Die Religionsvertreter freuen sich, dass der Toleranzwagen mittlerweile in der fünften Session über die Düsseldorfer Straßen rollt - und offenbar großen Zuspruch findet. "Jedes Jahr wird der Wagen von den Menschen gefeiert, das ist großartig", sagt Michael Szentai-Heise von der Jüdischen Gemeinde, der die Idee mit einem rein jüdischen Heinrich-Heine-Wagen im Jahr 2017/18 mit angestoßen hat.
Beate Plenkers-Schneider
Durch den kommenden Rat der Religionen in Düsseldorf geht er davon aus, dass das Interesse am Toleranzwagen weiter wachsen wird. Beate Plenkers-Schneider vom katholischen Gemeindeverband organisiert die jährliche Zusammenkunft: "Wir haben schon Anfragen anderer Städte bekommen, wie wir es schaffen, so viele zusammenbringen. Düsseldorf ist zwar eine Weltstadt, aber trotzdem auch ein Dorf. Wir sind hier eng beisammen und müssen auch zusammenarbeiten."
Ehrengast aus der Landesregierung
Antisemitismusbeauftragte Sylvia Löhrmann
In diesem Jahr wird die Antisemitismus-Beauftragte des Landes NRW, Sylvia Löhrmann (Grüne), auf dem Toleranzwagen im Rosenmontagszug mitfahren. Auch der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, soll mit dabei sein.
"Kostümpflicht gibt es zwar nicht, aber bisher ist immer jeder kostümiert dabei gewesen, nach seinen Vorlieben", erzählt Stadtdechant Heidkamp. Auch da wird Toleranz gelebt. Um das leibliche Wohl und die Sicherheit des Wagens kümmern sich Mitarbeitende der Jüdischen Gemeinde.
Unsere Quellen:
- Religionsgemeinschaften in Düsseldorf
Sendung: WDR2 Rhein/Ruhr, Vorstellung des neuen Toleranzwagens, 04.02.2026, 15.31 Uhr
