„Wir gucken, wer zuerst runter muss“: Kirmes-Übung in Düsseldorf
00:33 Min.. Verfügbar bis 10.07.2027.
Es geht steil nach oben auf der Rheinkirmes in Düsseldorf. Meter für Meter fährt die Drehleiter des Feuerwehrwagens weiter in die Höhe und bringt vier Höhenretter der Feuerwehr mit einem Korb auf 30 Meter. Die Gondeln einer mobilen Aussichtsplattform sind stehen geblieben und bewegen sich nicht mehr. In ihr sind zehn Personen, die in der Höhe festhängen und gerettet werden müssen.
Gondeln und Rettungskorb in 30 Metern Höhe
Dieser Einsatz ist zum Glück kein Ernstfall. Solche Höhenrettungen seien zwar selten, sagt die Feuerwehr. Doch auf der Rheinkirmes, wo sich Menschen in Fahrgeschäften in bis zu 71 Metern Höhe vergnügen, muss für alle Fälle geübt werden. Und das machen Spezialisten der Düsseldorfer und Kölner Feuerwehr sowie der Werksfeuerwehr von Mercedes am Donnerstag gemeinsam.
Einsatz mit besonderen Herausforderungen
Eine letzte Besprechung, bevor es nach oben geht
Jörg Möhlendick, Leiter der Höhenrettung der Düsseldorfer Feuerwehr, ist seit 2009 bei jeder Rheinkirmes dabei. Ein Einsatz wie dieser - für ihn trotzdem keine Routine: "Das sind für uns natürlich unbekannte Objekte und wir haben hier immer mit relativ vielen Betroffenen zu tun", meint Möhlendick.
Auch, wenn heute nur zehn Personen zu retten sind - in eine der Gondeln passen bis zu 20 Personen, vier Gondeln hängen an dem Skylift. Im Ernstfall könnten also bis zu 80 Menschen gleichzeitig in Not sein.
Rettung nach Priorität
Die Rettung ist aufwendig. Aus dieser Höhe wirkt das Riesenrad wie ein Spielzeug, die Zelte der Schausteller schrumpfen zu bunten Punkten. Die Höhenretter müssen die Nerven behalten. Im Korb der Drehleiter haben sie sich mit ihrem Klettergeschirr mehrfach gesichert. Alles muss sitzen: Knoten, Karabiner, Funkkontakt.
Die Höhenretter brauchen einiges an Ausrüstung
Oben angekommen, müssen sie erstmal die Tür der Gondel öffnen. "Dann machen wir erstmal eine Priorität fest", erklärt Möhlendick am Boden, während seine Kollegen in luftiger Höhe arbeiten. "Wir gucken: Wer muss zuerst auf den Boden zurück und wer hat noch ein bisschen Nerven und Kraft, länger oben zu bleiben?"
Endlich wieder fester Boden
Bis zu 40 Meter hoch lässt sich die Drehleiter ausfahren. Wenn Besucher der Rheinkirmes noch höher in Not geraten, dann bleibt nur noch eine Option: Abseilen. Aber das ist heute zum Glück nicht nötig.
Jennifer Kowalewski (links im Korb) wurde aus 30 Metern Höhe gerettet
Oben werden gerade zwei Besucher mit Seilen gesichert und steigen in den Rettungskorb. Dann fährt die Drehleiter zum ersten Mal wieder runter und kurz danach haben sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Eine von ihnen ist Jennifer Kowalewski aus Ratingen.
Es hat sich komisch und ganz schön hoch angefühlt. Aber es war auch interessant, das alles mal zu sehen. Jennifer Kowalewski, wurde aus dem Skylift gerettet
Zwei Personen passen gemeinsam mit zwei Feuerwehrmännern in den Rettungskorb. Bis alle unten sind, müssen die Einsatzkräfte also noch einige Male hoch- und runterfahren. Dann endet die Übung erfolgreich. Alle Personen wurden aus den Gondeln befreit. Auch die Retter sind zufrieden - in der Hoffnung, dass es bei der Übung bleibt.
Unsere Quellen:
- Feuerwehr Düsseldorf
- Stadt Düsseldorf
- Beobachtungen Reporterin vor Ort
- Interview mit geretteter Person
- Interview mit Höhenretter
Über dieses Thema berichten wir am 10.07.2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit Düsseldorf, 19.30 Uhr.
