Schüler klären Schüler auf: Medienscouts in Düsseldorf
Lokalzeit aus Düsseldorf. 21.11.2025. 00:59 Min.. Verfügbar bis 21.11.2027. WDR.
Schüler klären Schüler auf: Medienscouts in Düsseldorf
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Wie schütze ich mich im Internet? Welche Inhalte sind schon für Grundschulkinder geeignet? Und wie verhalte ich mich in Chaträumen? Die Medienscouts der Düsseldorfer Bonifatius-Grundschule haben das in einer AG gelernt - und geben ihr Wissen jetzt an Mitschüler weiter.
Auf die Frage, ob sie auch mal heimlich Youtube oder TikTok-Videos anschauen, grinsen Lukas und Leandro vielsagend über beide Ohren. Sie schweigen. Nur nicht zuviele Informationen preisgeben - das haben die beiden neunjährigen Medienscouts in ihrer AG gelernt. Aber nicht nur das.
Nicht auf dubiose Anfragen in Chats eingehen
Lukas (links) und Leandro (rechts) klären als Medienscouts ihre Mitschüler über Gefahren des Internets auf.
Lukas und Leandro wissen, dass ein einziges Emoji sehr viel Wut oder auch Trauer auslösen kann, und dass es gefährlich ist, wenn man im Internet zuviel von sich preisgibt.
"Wenn du in einer Chatgruppe bist, und jemand sein Profilbild nicht richtig zeigt, und fragt, ob man sich zum Beispiel um 11 Uhr bei einem Bäcker trifft, sollte man nicht darauf eingehen", weiß der neunjährige Medienscout Lukas.
Die Kinder werden heutzutage immer früher mit diesen Medien konfrontiert Schulleiterin Friederike Niehaus
Das und vieles mehr hat er in seiner Medienscout-AG gelernt und gibt es jetzt an seine Mitschüler weiter. Aufklärung schon im Grundschulalter hält auch Schulleiterin Friederike Niehaus für notwendig, obwohl an ihrer Grundschule ein striktes Handy-Verbot herrscht.
"Die Kinder nutzen die Handys im Schulalltag nicht, aber sie haben sie vielleicht im Tornister dabei oder tragen auch Smart-Watches", so die Schulleiterin. "Die Kinder werden heutzutage immer früher mit diesen Medien konfrontiert, teilweise auch unkritisch konfrontiert, weil sich die Eltern der Gefahren nicht immer bewusst sind."
Nicht altersgemäße Spiele auf dem Schulhof
Die Schulleiterin hat sich deshalb dazu entschieden, bei dem Projekt Medienscouts NRW mitzumachen:
"Bedrohlich finde ich die ganze Vielzahl an Bildern, die den Kindern zugänglich ist. Viele Kinder nutzen schon YouTube oder sind auf Instagram und WhatsApp unterwegs. Und das finde ich im Grundschulalter schon sehr gefährlich. Wir sehen es manchmal bei Spielen auf dem Schulhof, die noch nicht altersgemäß sind."
NRW-Schulministerin zu Gast in der Bonifatius-Schule
Hinter dem Projekt der Medienscouts an NRW-Grundschulen steckt das Schulministerium und die Landesanstalt für Medien. Sie stellen Materialien bereit und bilden die AG-Leiter (meist Lehrerinnen und Lehrer) in kurzen Lehrgängen aus. In Düsseldorf fiel heute der Startschuss. Mit dabei: Schulministerin Dorothee Feller. Sie sieht vor allem die Eltern in der Pflicht:
"Eltern sollten genauer hinschauen. Es gibt ja die Funktion am Handy, Social Media abzustellen, damit Kinder keinen Zugriff auf Bilder haben, die sie negativ beeinflussen."
Bis Ende 2026 sollen Medienscouts an mindestens 300 Grundschulen in ganz NRW unterwegs sein.
Unsere Quelle:
- WDR-Reporter vor Ort
- Schulministerin Dorothee Feller
- Schulleiterin Friederike Niehaus