Klimaprognosen: Wird Trinkwasser im Bergischen Land knapp?

Lokalzeit aus Köln 19.05.2025 03:14 Min. Verfügbar bis 19.05.2027 WDR Von Oliver Köhler

Klimaprognosen: Wird Trinkwasser im Bergischen Land knapp?

Stand:

Wenn es weiter so trocken bleibt, könnte es in den kommenden Jahren beim Trinkwasser eng werden - warnt der Talsperren-Betreiber.

Von Oliver Köhler

Noch ist die Wiehltalsperre zu etwa dreiviertel gefüllt – etwa 22 Millionen Kubikmeter Wasser sind hinter dem Staudamm gespeichert. Doch es fällt zu wenig Regen.

Extreme Dürre vorausgesagt

Für dieses Jahr gibt es noch keinen Grund zur Sorge. Aber: Langzeit-Wetterprognosen sagen bis zum Winter extreme Dürre voraus, berichtet Wim Dissevelt vom Talsperren-Betreiber Aggerverband dem WDR.

"Wenn sich bewahrheitet, dass wir nicht nur in ein sehr trockenes Sommerhalbjahr haben, sondern das nächste Winterhalbjahr auch trocken bleibt, könnte es tatsächlich im nächsten Jahr schwierig werden, die Wasserversorgung so aufrecht zu halten, wie wir das als Verbraucher auch gewohnt sind."

Trinkwasser könnte knapp werden

Eine Aufnahme von oben auf die Stadt Wiehl im Oberbergischen Kreis

Wiehl von oben

Betroffen wären allein im Versorgungsgebiet des Aggerverbandes eine halbe Million Menschen. Sie bekommen ihr Trinkwasser aus den Talsperren im Bergischen Land. Wenn kein Regen fällt, sind die Vorräte in den Talsperren irgendwann erschöpft. Eine Situation, die sich hier bisher nur wenige Anwohner vorstellen können.

Trockene Talsperren in den kommenden Jahren

Der Aggerverband hat langfristige Prognosen für die Niederschläge im Bergischen erstellen lassen. Die kommen zu dem Ergebnis, dass es künftig Jahre geben wird, in denen die Talsperren nahezu trockenfallen.

Dann müssten wir die Wasserversorgung möglicherweise soweit einschränken, dass wir im Grunde nur noch auf die Einhaltung von Hygiene abzielen. Wim Dissevelt, Aggerverband

Das heißt: Es ist nach wie vor möglich, Toiletten zu spülen. Es ist nach wie vor möglich, zu kochen und zu waschen. Aber alles andere ist dann extrem einzuschränken.

Wassermangel im Bergischen Land - aktuell ist das kaum vorstellbar. Der Aggerverband bereitet sich aber auf Wassermangel vor. Wenn die Wetterprognosen zutreffen, dann könnte es im Bergischen Land schon im kommenden Jahr den Ernstfall geben.

Unsere Quellen:

  • Aggerverband
  • Reporter vor Ort

Weitere Beiträge aus dem Rheinland

1 / 2