Unfallgefahr für Radfahrer durch geöffnete Autotüren
02:34 Min.. Verfügbar bis 02.06.2027.
"Man erlebt es eigentlich täglich im Kurieralltag, dass Autotüren vor einem aufgehen." Radkurierfahrer Thomas Wallraff spricht ruhig, doch seine Freundin hatte wegen einer unachtsam geöffneten Taxitür trotz Helm schon einmal eine Gehirnerschütterung.
27 schwerverletzte Radfahrer
Thomas Wallraff fährt seit 2013 in Köln als Radkurier
Fast 400 sogenannte Dooring-Unfälle hat es in den vergangenen drei Jahren in Köln gegeben. 27 Radfahrer wurden bei den Kollisionen mit unachtsam geöffneten Autotüren so schwer verletzt, dass sie mindestens eine Nacht im Krankenhaus verbringen mussten.
Kampagne soll Unfallzahlen senken
Mit einer Plakat- und Social Media-Kampagne wollen die Stadt Köln und die Polizei für mehr Achtsamkeit sorgen. "Schlimmstenfalls fliegen die über die Türe. Dementsprechend sind die Verletzungen oft schwerer", sagt Michael Lindlar, der die Verkehrsunfalldirektion der Polizei Köln leitet. Auf der Kampagnenseite (www.dooring.koeln) wird Autofahrern deshalb der "holländische Griff" ans Herz gelegt.
"Holländischer Griff" als effektive Lösung
Dabei soll man beim Öffnen der Autotür die der Tür abgewandte Hand benutzen: Also auf der Fahrerseite die Rechte. So dreht man sich laut Polizei Köln automatisch nach hinten und sieht ob ein Radfahrer an der Türe vorbeifahren möchte. Dieser Griff sei in niederländischen Fahrschulen schon länger Teil der Ausbildung. Damit sich der "holländische Griff" auch in Köln durchsetzt, arbeitet die Stadt bei der neuen Kampagne unter anderem mit dem Taxiruf, dem ADAC und verschiedenen Fahrschulen zusammen.
Kurier empfehlen: Abstand halten
Auch Radkurier Thomas Wallraff braucht bei seiner Arbeit mehr als die Hoffnung auf aufmerksame Autofahrer. Er empfiehlt, zu seitlich parkenden Autos eine Türlänge Abstand zu halten. Sein Chef Jochen Sperber pflichtet ihm bei. Erst vor kurzem war eine Radfahrerin direkt vor ihm mit der Türe eines Lieferwagens kollidiert.
"Das hat einen Knall gegeben. Die ist mit dem Kopf auf den Asphalt gedonnert. Hätte sie keinen Helm getragen, wäre der Kopf Matsch gewesen." Jochen Sperber, Geschäftsführer Radkurierdienst Rapido in Köln
Jochen Sperber weiß wie gefährlich Autotüren für Radfahrer sind.
Sein wichtigster Tipp, damit Radfahrer im Ernstfall überleben: "Jeder, der 'ne Tür abkriegt sagt: Ich hab damit nicht gerechnet. Dieses Unwägbare bleibt immer übrig. Deshalb: Helm tragen ist echt eine gute Sache!"
Unsere Quellen:
- Polizei Köln
- Stadt Köln
- Radkurierdienst Rapido