Seit 2015: DHL hat 30.000 Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert

Lokalzeit aus Bonn 05.03.2025 03:19 Min. Verfügbar bis 05.03.2027 WDR Von Jörg Sauerwein

DHL Group hat in den letzten 10 Jahren 30.000 Geflüchtete angestellt

Stand:

DHL zählt zu den Unternehmen, die die meisten Geflüchtete beschäftigen. Das liegt auch am niederschwelligen Einstieg bei den Jobs.

Von Noah Matzat

Einige Arbeitsbereiche bei der DHL Group eignen sich besonders, um Geflüchtete oder Migranten zügig zu integrieren: Briefe oder Pakete zustellen zum Beispiel oder sortieren. Solche Jobs bieten einen niedrigschwelligen Einstieg, auch wenn gute Deutschkenntnisse noch nicht vorhanden sind.

Laut DHL habe man in den letzten 10 Jahren mehr als 30.000 Geflüchteten eine Perspektive auf dem deutschen Arbeitsmarkt gegeben. Damit gehöre das Unternehmen sogar zu den größten Arbeitgebern für Geflüchtete weltweit, aktuell sind rund 8.000 Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund angestellt. Zum Vergleich: Weltweit arbeiten rund 600.000 Menschen für das Unternehmen, 210.000 davon in Deutschland.

Harte Bedingungen in der Paketbranche

Viele der bei der DHL beschäftigten Personen mit Fluchterfahrung starten mit festen Verträgen, Ausbildungen oder Praktika. Ein Großteil dieser Personen komme aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine, wie eine Sprecherin der DHL sagt. Zwar seien die Menschen primär in der Zustellung oder Sortierung tätig, ein paar hätten aber mittlerweile Anstellungen in den Berufen gefunden, in denen sie auch ursprünglich ausgebildet seien – zum Beispiel als Pfleger oder Arzt. Andere konnten sich innerhalb des Unternehmens weiterentwickeln und haben nun hausintern andere Jobs.

Die Arbeitsbedingungen in der Paketbranche können allerdings sehr hart sein. Die Gewerkschaft Verdi kämpft beispielsweise schon lange für faire Bedingungen für die Angestellten. Viel zu häufig seien die Tage zu lang, die Anstrengungen zu groß und die Bedingungen einfach zu schlecht.

Fachkräfte in der Postbranche verdienen weniger

Gerade in der Postbranche kommen außerdem teils undurchsichtige Verträge mit Subunternehmern hinzu, um die Kosten zu senken. Auch die Befristung von Verträgen stelle laut Verdi immer häufiger ein Problem dar.

Bei einer Befragung des Bundesverbands Paket- und Expresslogistik unter Zustellern gaben 85 Prozent der Befragten an, keine abgeschlossene Berufsausbildung zu haben. Gleichzeitig verdienen Fachkräfte – also mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung – laut Statistischem Bundesamt bei Post- und Zustelldiensten im Schnitt 20 Prozent weniger als im Vergleich Fachkräfte in der Gesamtwirtschaft.

Vorteile für Deutschlands Wirtschaft

Thomas Ogilvie, Personalvorstand und Arbeitsdirektor bei der DHL Group, hebt vor allem die Vorteile für die deutsche Wirtschaft heraus: "So können Sozialsysteme entlastet und die Effekte des demografischen Wandels gedämpft werden." Der schnelle Einstieg in den Arbeitsmarkt sei eine Voraussetzung für eine gesellschaftliche Integration, sagt er weiter.

Im größten Bereich des Unternehmens "Post & Paket Deutschland" seien Mitarbeitende aus 179 Nationen tätig. Um früh Kontakt zu Geflüchteten zu bekommen, die auf der Suche nach einem Job sind, arbeite man eng mit der Bundesagentur für Arbeit und auch den Vereinten Nationen zusammen.

Ricarda Brandts als Vorstandsvorsitzende der UNO-Flüchtlingshilfe lobt die Bemühungen. Sie sagt: DHL zeige, wie Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und Perspektiven schaffen können. "Wenn Geflüchtete Zugang zu Bildung, Sprachförderung und Arbeitsmöglichkeiten erhalten, profitieren alle Seiten – Menschen finden Sicherheit und Teilhabe, Gesellschaften gewinnen an Vielfalt und wirtschaftlicher Stärke", sagt Brandts.

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