Viele Menschen stehen vor dem Landtag in Düsseldorf und halten Schilder in die Höhe

Sie wollen die Kürzungen nicht hinnehmen: Mehrere Hundert Menschen bei der Demo vor dem Düsseldorfer Landtag

Verbände demonstrieren gegen Kürzungen in der Psychotherapie

Stand:

Seit April zahlen die Krankenkassen für bestimmte Leistungen in der Psychotherapie weniger Geld. Und jetzt hat die Gesundheitskommission auch noch weitere Sparvorschläge erarbeitet. Das Aktionsbündnis Psychotherapie schlägt Alarm.

Von Alexander Schwinning

So laut erlebt man Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen wahrscheinlich eher selten: Mehrere hundert sind am Mittwoch einmal quer durch die Düsseldorfer City zur Landtagswiese gezogen, um ihrem Ärger Luft zu machen. Erst 4,5 Prozent weniger Honorar und jetzt auch noch neue Sparvorschläge aus Berlin - das wollen sie so nicht hinnehmen.

Weniger Geld und nur noch ein bestimmtes Budget ?

Eine Frau nimmt an einer Demo teil

Psychotherapeutin Dana Kroh

Auch Dana Kroh aus Köln nimmt an der Demo teil. Sie hat gerade ihre eigene Praxis eröffnet. Ihre Sorge: Für ihre Arbeit könnte nur noch ein bestimmtes Budget zur Verfügung stehen. "Alles, was darüber hinausgeht, könnte ich dann nicht mehr voll abrechnen", so die Kölnerin. "Die Versorgungslage soll besser werden. Ich glaube, dass das Gegenteil eintritt."

Lange Wartezeiten auf Therapieplatz

Eine Befürchtung, mit der sie nicht alleine dasteht. Schon jetzt müssen Patienten im Schnitt bis zu fünf Monate auf einen Behandlungsplatz warten. Viele Demonstrierenden fürchten um ihre wirtschaftliche Zukunft, sollten die Kürzungen nicht zurückgenommen werden, und warnen vor einem Praxissterben. Andere überlegen sogar, vor Gericht gegen die Beschlüsse zu klagen.

Auf einem Plakat steht Psychotherapeuten retten Leben

Die Demonstrierenden wollen die Kürzungen nicht hinnehmen

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO ist Psychotherapie auch aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Für jeden investierten Euro gibt es im sogenannten "Return on Investment" mindestens vier Euro zurück. Dabei geht es unter anderem um die Verhinderung von Suiziden oder die Vermeidung von Arbeitsauszeiten oder Frührente.

Marathon statt Sprint

Psychotherapeutin Dana Kroh aus Köln hat noch Hoffnung, dass der Protest gegen die Sparmaßnahmen etwas bringt. "Wir müssen Druck machen und laut sein", sagt sie. "Aber mir ist schon auch klar, dass wir hier nicht von einem Sprint reden, sondern eher von einem Marathon."

Verbände demonstrieren gegen Kürzungen in der Psychotherapie

WDR Studios NRW 15.04.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 14.04.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Beobachtung des WDR-Reporters vor Ort
  • Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO
  • Gespräch mit Dana Kroh

Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 15.04.2025, 16.30 Uhr 

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