Kinder lernen Demokratie in der Krefelder Ferienstadt "Crefeldia"

28.07.2025 03:14 Min. Verfügbar bis 28.07.2026

Kinder lernen Demokratie in der Krefelder Ferienstadt "Crefeldia"

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In Krefeld simulieren Kinder in einer Ferienfreizeit eine ganze Stadt - mit Bank, eigener Währung, Jobs und Rathaus.

Lotta ist elf Jahre alt und sitzt an einem Tisch in der Lederwerkstatt der Krefelder Ferienstadt "Crefeldia". Das Planspiel findet in einem Krefelder Freizeitzentrum statt.

Lotta hat Spaß an der Arbeit, aber umsonst macht sie das nicht. Denn wer hier oder an den anderen Stationen der Ferienstadt arbeitet, kriegt dafür Spielgeld. Passend zu Krefeld und "Crefeldia" heißen die grünen Scheine "Craler" statt "Taler".

"Man arbeitet hier eine Stunde oder so und dann kann man sich das Gehalt bei der Bank abholen." Lotta (11), Teilnehmerin bei "Crefeldia"
Zu sehen sind Isabella (links) und Lotta (rechts) in der Lederwerkstatt.

Isabella (links) und Lotta (rechts) in der Crefeldia-Lederwerkstatt

Die Bank besteht in "Crefeldia" aus zwei Papp-Schaltern und einem kleinen Schrank als Tresor. Hier will der elf Jahre alte Bjarne seinen Meister machen. In der Fantasiestadt ist das möglich, sagt Bjarne. "Du kannst hier hin und sagen, du willst die Ausbildung zum Gesellen machen und wenn du den Gesellen hast, musst du den Meister machen."

Zu sehen ist Bjarne (11), der eine Bankausbildung macht.

Bjarne (11) im Crefeldia-Bankschalter

Mehrere Krefelder Jugendeinrichtungen und die Stadt haben mit "Crefeldia" ein besonderes Ferienplanspiel erschaffen. Drinnen und draußen gibt es an dem Freizeitzentrum alles, was eine Stadt braucht. Rathaus, Bank, verschiedene Ausbildungsbetriebe wie eine Schreinerei, Journalisten, Bau- und Umweltamt.

Kinder sollen Demokratie lernen

Lara Oberdieck von der Stadt Krefeld hat das Ganze mitorganisiert. Sie will auch, dass die Kinder lernen, dass man eine Wahl hat in unserer Gesellschaft: "Das Ziel ist, dass wir Kindern Demokratie beibringen."

Zu sehen ist ein Geldschein aus Crefeldia.

Die Währung in "Crefeldia"

Zum realistischen Spiel gehört übrigens, dass die Kinder zwischen sechs und 14 Jahren das verdiente Spielgeld nicht komplett behalten dürfen. 50 Prozent Steuern gehen davon ab. Ganz schön viel.

Aber: Die Kinder können es ja ändern, sagt Lara Oberdieck: "Wir warten mal ab, was die Bürgermeisterwahl ergibt. Das ist immer ein großes Wahlversprechen.“

Bürgermeisterwahl in "Crefeldia"

Für die Bürgermeisterwahl in "Crefeldia" gibt es schon jede Menge Kandidatinnen und Kandidaten. Sie feilen alle noch an ihren Wahlkampagnen. Die zehn Jahre alte Ira erzählt zum Beispiel, dass sie Plakate gestalten und eine Rede vorbereiten will. Ihren Slogan will sie noch nicht verraten.

Auch ihre Konkurrentin Marie lässt sich kaum hinter die Karten schauen. Aber immerhin verrät sie, warum sie Bürgermeisterin von "Crefeldia" werden möchte.

"Weil mir der Job Spaß macht und ich Crefeldia stark machen möchte." Marie (10) will Bürgermeisterin von "Crefeldia" werden

Man darf gespannt sein, wer das Rennen macht – und dann vielleicht ja tatsächlich mit einer Mehrheit in der sogenannten Vollversammlung dafür sorgt, dass endlich die Steuern gesenkt werden. Damit auch Lotta am Ende nicht die Hälfte von dem abgeben muss, was sie in der Lederwerkstatt verdient.

Das Krefelder Ferienplanspiel geht zwei Wochen. Alle 200 Plätze sind ausgebucht.

Kinder lernen Demokratie in der Krefelder Ferienstadt "Crefeldia"

WDR Studios NRW 28.07.2025 00:43 Min. Verfügbar bis 28.07.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Stadt Krefeld
  • Organisatoren des Planspiels
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

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