Die Schäden an der Brücke sind so groß, dass ein Teil abgerissen und neu gebaut werden muss. Das teilte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Bonn mit. Die Auftragsvergabe soll sofort beginnen.
Neubau der Bonner Nordbrücke dauert zwei Jahre
Die Nordbrücke besteht aus drei Teilen: der linksrheinischen Vorlandbrücke, der Strombrücke - das ist der Teil, der an den Stahlriemen über dem Rhein hängt - und der rechtsrheinischen Vorlandbrücke. Kaputt ist nur der linksrheinische Teil. Der Neubau dieser Vorlandbrücke soll rund zwei Jahre dauern. Der rechtsrheinische Teil und der Abschnitt über dem Rhein sind noch intakt.
Bonner Nordbrücke bleibt für Autos und Lkw gesperrt
Schnelligkeit habe aktuell die höchste Priorität. Deshalb sollen alle notwendigen Schritte zum Abriss der Brücke schon direkt nach der Pressekonferenz am Freitag eingeleitet werden, so Verkehrsminister Schnieder.
Schon im Juli soll eine Firma mit dem Abriss beauftragt werden. Ende des Jahres könnte dann bereits der Neubau beginnen. Schnelligkeit werde eines der wichtigsten Kriterien bei der Vergabe, so Schnieder.
"Wir sind uns bewusst, dass es eine riesige Belastung für die gesamte Region ist." Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU)
Lichtblick für Radfahrer und Fußgänger
Eine gute Nachricht gibt es am Freitag aber doch noch: Radfahrer und Fußgänger werden die Nordbrücke schon ab Spätsommer wieder nutzen können. Bis dahin soll auf der linken Rheinseite eine neue Zufahrt fertig sein, denn die alten werden mit dem kaputten Brückenteil auch abgerissen.
Verbreiterung der Nordbrücke weiterhin unklar
Ob eine Verbreiterung der Hauptbrücke, wie sie bisher diskutiert wurde, in Frage kommt, werde in der Zukunft entschieden. Die Vorlandbrücke werde neugebaut, unabhängig davon, wie viele Spuren die Hauptbrücke zukünftig haben wird.
Erste Maßnahmen zur Verkehrsentlastung in Bonn und Region
Die Stadt Bonn hatte bereits Maßnahmen beschlossen, um den Verkehr zu entlasten. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Park-and-Ride-Flächen, zeitweise kostenloser Nahverkehr und geänderte Fahrbahnaufteilungen auf einzelnen Straßen.
Doch den kostenlosen ÖPNV wird es nur noch bis Ende Juni geben. Die Kosten liegen bei 350.000 Euro pro Woche. Das könne sich Bonn dauerhaft nicht leisten, erklärte Bonns Oberbürgermeister Guido Déus (CDU).
"Ohne externe Hilfe, wo auch immer sie herkommt, werden wir das Angebot nicht auf Dauer aufrechterhalten können." Oberbürgermeister Guido Déus (CDU)
Ab Juli kein kostenloser ÖPNV mehr
Der Bund werde helfen, wo er könne, versicherte Bundesverkehrsminister Schnieder (CDU) auf der Pressekonferenz. Dies sei allerdings nur für bestimmte Dinge möglich. Der ÖPNV gehört nicht dazu, weil er eine kommunale Aufgabe ist.
Unsere Quellen:
- Pressekonferenz im Bundesverkehrsministerium
Nordbrücke bleibt dicht: Was das für Bonn und die Region jetzt bedeutet
WDR. 19.06.2026. 00:35 Min.. Verfügbar bis 18.06.2028.
Sendung: WDR.de, Bonn: Nordbrücke bleibt gesperrt, wird teils neu gebaut, 19.6.2026, 11.37 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 19.06.2026, 12:45 Uhr
Kommentare zum Thema
Wenn die Brücke für Radfahrer (und Fußgänger) bald wieder freigegeben wird, ist das zumindest schon mal eine gute Nachricht. Verstehe nicht, warum sowas nicht in der Überschrift steht, sondern irgendwo unten im Text versteckt wird...
Danke für den Hinweis! Wir haben die Info entsprechend weiter nach oben gezogen.
Oh Wunder: nach 65 Jahren ist sie kaputt die Bonner Nordbrücke. Man hätte schon mindestens 20 Jahre früher eine Alternative entwickeln können. Brücken sind nun mal (noch) nicht unkaputtbar !
Es gibt zu viele Regelungen in Deutschland. Wir ersticken an Vorschriften. Gut, dass die Planung beschleunigt werden soll. Soll das Ganze gerne generell vereinfacht werden.