Köln: Tempo 30 auf der Luxemburger Straße
Lokalzeit aus Köln. 26.08.2025. 02:40 Min.. Verfügbar bis 26.08.2027. WDR. Von Jochen Hilgers.
Es ist sehr subjektiv, wie die Lautstärke des Verkehrs an der Ecke Luxemburgerstrasse/ Gottesweg wahrgenommen wird. Für die einen schnurrt er vorbei, für andere ist er eine Belästigung. Die meisten haben sich aber längst dran gewöhnt. Ob Tempo 30 oder Tempo 50. Karim Kargosh merkt kaum bis gar keinen Unterschied.
Karim Kargosh hat noch keine Veränderungen bemerkt
Der junge Mann arbeitet schon länger im Kiosk an der Ecke Gottesweg/Luxemburgerstrasse. Ist es jetzt leiser? "Nö", sagt er. Das sei an seinem Kiosk im Grunde genommen egal und stellt achselzuckend neue Bierflaschen kalt.
Taxifahrer verstehen die Welt nicht mehr
Direkt neben dem Kiosk liegt der Taxistand. Die Berufskraftfahrer sind auf jeden Fall am meisten betroffen und verstehen die Welt nicht mehr. "Blödsinn“, sagt einer. "Was kommt als nächstes“, ein anderer. Die Taxifahrer sagen, die Luxemburgerstrasse sei eine wichtige Ein-und Ausfallstrasse. Die auszubremsen sei eine Zumutung.
Taxifahrer sind mit dem Tempolimit nicht einverstanden
Die Stadtfahrten würden immer länger dauern. Der Praxistest am vergangenen Sonntag, als noch Tempo 50 gilt, zeigt ein realistisches Bild. Trotz wenig Verkehr ist es schwierig überhaupt einen 50er Schnitt zu fahren. Das liegt an der Ampelschaltung.
Es liegt aber auch an der vergleichsweise engen Straße. Beim Praxistest jetzt nach der Einführung des neuen Tempolimits fahren wir konstant 30, werden selten überholt. Nur einer hat es offensichtlich eilig, fährt sicher sogar schneller als 50 km/h. Kontrolliert wird das nicht.
Sogar Fahrradstrasse?
Die Anwohner wie Mutter Eli und Sohn Luis zeigen sich zufrieden. Für sie könnte es gerne noch mehr Einschränkungen des Verkehrs geben. Zum Beispiel Fahrverbote morgens und abends. "Dann käme Luis mit seinem Tretroller viel sicherer nach Hause", sagt Mutter Eli.
Viele Anwohnende mit denen wir sprechen begrüßen das neue Tempolimit. Einer schlägt sogar die Umwandlung zur Fahrradstrasse vor. Das stößt am Taxistand gar nicht auf Gegenliebe, sondern sorgt eher für Schnappatmung. "Macht uns unseren Job nicht noch schwerer“, seufzt einer der Fahrer.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort