Dort sorgt die KI dafür, dass die Hochsaison im Herbst deutlich effizienter wird. Für die alljährliche Inventur muss Thomas Wittenbächer lediglich mit seinem Quad durch die Baumreihen fahren. Den Rest erledigt die Künstliche Intelligenz (KI).
Sie misst im Vorbeifahren den Umfang der Bäume. Eine wichtige Aufgabe, wie Thomas Wittenbächer erklärt: "Das ist wichtig, denn der Umfang bestimmt den Preis." Dieser Preis muss nun schnell ermittelt werden – und das bei insgesamt 280.000 Pflanzen. Wenn die Pflanzen das Wachstum einstellen, beginnt die Hauptverkaufs-Saison.
Lernen im Testbetrieb
Binnen kürzester Zeit musste bisher jeder einzelne Baum mühsam von Hand vermessen werden. Ein Wahnsinnsaufwand, der durch die KI nun drastisch reduziert werden soll.
Die Baumschule in Nettetal erfasst mit KI den Umfang von 280.000 Bäumen
Noch befindet sich die Technologie in der Baumschule in Nettetal im Testbetrieb. Denn die KI muss noch lernen. Beispielsweise Pfähle zuverlässig von den Baumstämmen zu unterscheiden. "Da werden wir noch zwei, drei Monate brauchen. Wir fahren jetzt regelmäßig die Baumreihen ab und messen diese", erklärt Ralf Steinmeister, Vorsitzender der Geschäftsführung der Baum und Bonheur GmbH.
Trotz dieser Hürden ist das Ziel klar: Schon im kommenden Jahr soll die KI den Baumumfang der hunderttausenden Pflanzen zuverlässig und selbstständig messen.
Präzisionsarbeit dank GPS beim Pflanzen
Die Bäume werden mit GPS-System präzise eingepflanzt
Nicht nur bei der Inventur, auch beim Pflanzen der Bäume kommt moderne Technik zum Einsatz. Per GPS werden junge Pflanzen samt Stützstab exakt im Abstand von 1,50 Meter platziert. Stefan Schroers, der den Trecker fährt, erhält die Route präzise vom Satelliten auf seinem Bildschirm. "Wir müssen genau auf der Linie bleiben. Ein, zwei Zentimeter Abweichung zeigt er sofort an."
Früher musste das Feld dafür aufwendig von Hand vermessen werden. Die exakte Platzierung stellt sicher, dass alle Bäume das gleiche Licht abbekommen – ein wichtiger Faktor für gesundes Wachstum.
Effizienzsteigerung ohne Jobverlust
Dank der modernen Technik weiß die Baumschule genau, welcher Baum wo auf den 400 Hektar Anbaufläche in Nettetal steht. Diese lückenlose Dokumentation und der Einsatz von KI und GPS sollen die Produktion noch effizienter machen.
Arbeitsplätze seien dadurch nicht gefährdet, betont Geschäftsführer Ralf Steinmeister. "Mit innovativen Methoden wollen wir zum Wachstum des Unternehmens beitragen. Damit werden wir darauf verzichten können, Mitarbeiter abzubauen."
Die Digitalisierung diene der Unterstützung und Entlastung der Mitarbeiter bei körperlich anstrengenden oder zeitintensiven Aufgaben.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Gespräch mit Ralf Steinmeister, Baum und Bonheur GmbH
- Gespräch mit Mitarbeitern Thomas Wittenbächer & Stefan Schroers
Über dieses Thema berichten wir am 11. November 2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Düsseldorf, 19.30 Uhr.