Der Igel-Stachelbart oder auch Affenkopfpilz genannt

Pilz des Jahres 2026 gewählt: Die besten Tipps für Anfänger-Sammler

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Der Igelstachelbart ist zum Pilz des Jahres 2026 gewählt worden. Sammeln sollte man ihn eher nicht - um die natürlichen Bestände zu schützen. Welche Pilze eignen sich zum Sammeln besser? Wie kann man giftige Doppelgänger meiden? Und wo darf man in NRW sammeln und wie viel? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Man nennt ihn auch Affenkopfpilz, Löwenmähne und Pom-Pom blanc: Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat den Igelstachelbart zum "Pilz des Jahres 2026" gewählt. Das hat sie am Samstag bekannt gegeben.

Mit seiner Wahl macht der größte deutsche Verband für Pilzsammler und Pilzexperten unter anderem darauf aufmerksam, dass der Igelstachelbart in seinem natürlichen Bestand bedroht ist. Sammeln solle man ihn also besser nicht, obwohl er ein beliebter Speisepilz sei.

Pilze werden in der Hand gehalten

Eine Frau mit Pilzen in der Hand

Aktuell lockt es wieder viele Pilze-Sammler in die Wälder, gerade auch junge Menschen. Bei TikTok oder Instagram findet man zahlreiche Sammler, die ihre Funde und Rezepte präsentieren. Es gibt sogar "Pilzfluencer" wie Tristan Jurisch. Und auch die Deutsche Gesellschaft für Mykologie erfreut sich steigender Mitgliederzahlen bei sinkendem Altersdurchschnitt. Was Pilz-Sammel-Anfängern nützlich sein kann:

Fragen und Antworten:

Junge Frauen sammeln Pilze in einem Wald bei Münster.

Junge Frauen sammeln Pilze in einem Wald bei Münster.

Wo kann man in NRW Pilze sammeln?

Pilze sammelt man am besten im Wald. "Aber nicht jeder Wald ist zum Pilzesammeln zu empfehlen", sagt Schuster. "Denn Pilze haben die unangenehme Eigenschaft, Schwermetalle anzureichern." Daher sollte man Wälder in Städten, bei Industriegebieten, an größeren Straßen oder auch an Kohlekraftwerken meiden. Verboten ist das Sammeln von Pilzen in Naturschutzgebieten. Am besten geeignet, so der Pilzexperte:

"Zu bevorzugen sind naturnahe Wälder - mit Totholz. Und es muss geregnet haben." Gerhard Schuster, Sprecher Deutsche Gesellschaft für Mykologie
Gerhard Schuster - Pilz-Experte und Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Mykologie

Pilzexperte Gerhard Schuster mit Fichtensteinpilz

Mit diesen Einschränkungen gebe es in ganz NRW empfehlenswerte Wälder, um Pilze zu sammeln, sagt Schuster. Insbesondere die Eifel kommt ihm als Beispiel in den Sinn. Aber auch dort gilt: "Pilze dürfen nur außerhalb des Nationalparkes Eifel und außerhalb von Naturschutzgebieten gesammelt werden", informiert der Landesbetrieb Wald und Holz NRW. 

Ist Herbst die beste Zeit, um Pilze zu sammeln?

September und Oktober gelten als die beliebtesten Monate, um Pilze zu sammeln. Das liegt unter anderem am Wetter. Denn es muss regnen, damit Pilze sprießen können. Am besten sei es, wenn es eineinhalb bis zwei Wochen zuvor ausgiebig geregnet hat, sagt Schuster, der aus der Region stammt.

Dann würden Mykorrhizapilze am besten wachsen, also jene, die über Wurzeln mit anderen Pflanzen verbunden sind und die zum Sammeln besonders geeignet sind. Zersetzerpilze hingegen reagieren zwar schneller auf Regen, sind aber meist klein und dünn und somit keine ergiebigen Speisepilze.

Welche Pilze sind essbar und eignen sich für Anfänger zum Sammeln?

In den Wäldern von NRW findet man eine riesige Zahl an Pilzarten. Viele sind essbar, viele aber auch nicht. Giftige Pilze zu essen, kann lebensgefährlich sein. Das sollte einen aber nicht vom Pilzesammeln abschrecken, findet Schuster, der schon mehrere Bücher über Pilze geschrieben hat, auch speziell für Anfänger.

Der Pilzexperte empfiehlt für Anfänger-Sammler unter anderem diese fünf Pilzarten in der Fotostrecke:

Die besten Pilze für Anfänger-Sammler

Fünf Pilzarten, die Änfänger-Sammler gut eignen - empfohlen von Pilzexperte Gerhard Schuster von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Maronenröhling stehend auf Waldboden zwischen Moos

Marone: Der Maronen-Röhrling, so die genaue Bezeichnung, sei für Anfänger besonders gut geeignet, sagt Pilzexperte Schuster. Der sei "am sichersten", weil er mit giftigen Pilzen kaum zu verwechseln sei.

Ein Sommersteinpilz auf einer Waldwiese

Sommersteinpilz: Auch dieser sei nicht so leicht zu verwechseln, so Schuster. Seine Hauptsaison ist allerdings von Juni bis August.

Fichten-Steinpilz mitten im Wald

Fichtensteinpilz: Ebenfalls leicht zu erkennen und weit verbreitet.

Krause Glucke im Laub

Krause Glucke: Sieht aus wie ein Badeschwamm, "ist kaum zu verwechseln, kommt relativ häufig vor und ist extrem lecker", so Schuster.

Ein Gemeiner Riesenschirmling wächst an einem Waldrand

Riesenschirmling: Auch Parasol genannt, ist ziemlich groß. "Schmeckt schön nach Haselnuss. Kann man panieren und ein prima Schnitzel draus machen oder die geschlossenen Hüte befüllen und backen", so der Autor mehrerer Pilzbücher.

Marone: Der Maronen-Röhrling, so die genaue Bezeichnung, sei für Anfänger besonders gut geeignet, sagt Pilzexperte Schuster. Der sei "am sichersten", weil er mit giftigen Pilzen kaum zu verwechseln sei.

Sommersteinpilz: Auch dieser sei nicht so leicht zu verwechseln, so Schuster. Seine Hauptsaison ist allerdings von Juni bis August.

Fichtensteinpilz: Ebenfalls leicht zu erkennen und weit verbreitet.

Krause Glucke: Sieht aus wie ein Badeschwamm, "ist kaum zu verwechseln, kommt relativ häufig vor und ist extrem lecker", so Schuster.

Riesenschirmling: Auch Parasol genannt, ist ziemlich groß. "Schmeckt schön nach Haselnuss. Kann man panieren und ein prima Schnitzel draus machen oder die geschlossenen Hüte befüllen und backen", so der Autor mehrerer Pilzbücher.

Wichtig zu wissen: Welche Pilze sind besonders giftig - und wie erkennt man giftige Pilze? Mehr dazu unter diesem Link:

Wie hilfreich sind Apps fürs Pilzesammeln?

Mittlerweile gibt es zahlreiche Handy-Apps fürs Pilzesammeln. Darunter sind auch solche, mit denen man Pilze fotografieren kann, um sofort zu erfahren, um welche Pilzart es sich handelt und ob man sie essen kann oder nicht. Doch manchmal haben die essbaren Pilze auch giftige Doppelgänger. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt: 

"Pilz-Apps sind zwar eine gute Möglichkeit, sich allgemein über eine Pilzart zu informieren, sie erlauben jedoch oft keine eindeutige Identifizierung der Pilze", teilte die Bundesbehörde am Mittwoch mit. Und weiter:

"Eine zuverlässige Erkennung von Pilzen durch Apps ist also keineswegs gewährleistet, deshalb sollten solche Apps nur mit großer Vorsicht verwendet werden." Bundesinstitut für Risikobewertung

Wie viele Pilze darf man sammeln?

Die Menge an Pilzen, die man sammeln darf, ist begrenzt. Im Bundesnaturschutzgesetz heißt es, dass man Pilze "in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen" darf. 

In NRW gilt laut Landesbetrieb Wald und Holz: "Gesammelt werden darf nur für den privaten Gebrauch in einem Umfang von maximal zwei Kilogramm pro Person und Tag."

Tristan Jurisch steht im Wald und begutachtet einen Pilz.

Ein Mengen-Richtwert von Pilzexperte und "Pilzfluencer" Tristan Jurisch: "was man auch selber an einem Tag oder an zwei Tagen verzehren kann". Darüber hinaus sollte man dort, wo man Pilze entdeckt, nicht alle abpflücken, sondern manche stehen lassen, sagte Jurisch Ende August bei WDR 5. Denn: "Die Population der Pilze muss immer weitergehen."

Wie lange sind frische Pilze haltbar?

Das ist unterschiedlich, sagt Schuster. "Der Schopf-Tintling zum Beispiel zerfällt schon nach wenigen Stunden." Pfifferlinge hingegen halten sich demnach im Kühlschrank gelagert drei oder vier Tage. Röhrlinge wie die Marone oder der Fichtensteinpilz sollte man am besten ohnehin erst einen Tag lang offen im Kühlschrank stehen lassen, "damit sie beim Garen nicht schlabberig werden".

Kann man frische Pilze einfrieren?

Die meisten Pilze eignen sich zum Einfrieren, sagt Schuster. Pfifferlinge sollte man zuvor blanchieren, sonst werden sie bitter. "Ich selbst schmore Pilze erst, bevor ich sie einfriere. Aus Platzgründen. Sonst hat man eine Menge Wasser."

Pfanne mit Pilzen

Pfanne mit Pilzen

Sein Tipp fürs Zubereiten: Pilze in geringer Menge mit Öl anbraten und erst ganz am Ende salzen. "Dann schwimmen sie nicht im eigenen Wasser, sondern werden knusprig und bilden Röstaromen."

Darf man gekochte Pilze wieder aufwärmen?

Es sei eine längst überholte Küchenweisheit, dass man gegarte Pilze nicht wieder aufwärmen dürfe, sagt Schuster. Die stamme noch aus der Zeit ohne elektrische Kühlschränke. Die Pilzpfanne am nächsten Tag aufzuwärmen, sei kein Problem.

Wichtig sei jedoch, die Speise bis dahin im Kühlschrank aufzubewahren. "Sonst setzt die Eiweißzersetzung ein." Und das kann gefährlich werden: Denn auch durch Pilze, die eigentlich essbar, aber verdorben sind, kann man eine Pilzvergiftung bekommen.

Die Pilzsaison startet

WDR Studios NRW 22.09.2025 00:45 Min. Verfügbar bis 25.09.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Gerhard Schuster, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Mykologie
  • Landesbetrieb Wald und Holz NRW
  • "Pilzfluencer" Tristan Jurisch bei WDR 5 "Neugier genügt" am 25.08.2025
  • Bundesinstitut für Risikobewertung

Über dieses Thema berichteten wir am 24.09.2025 auch im Hörfunk: WDR 2 "Servicezeit", 19 Uhr.

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