Tönnies bietet Bauern Versicherung im Seuchenfall

02:23 Min. Verfügbar bis 10.02.2028

Tönnies bietet Bauern Versicherung im Seuchenfall

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Der Fleischkonzern Tönnies hat heute eine neue Versicherung vorgestellt. Damit sollen Landwirte im Seuchenfall geschützt werden.

Mehr als 300 Wildschweine sind inzwischen in NRW an der Afrikanischen Schweinepest verendet. Die Fälle betreffen nach wie vor ausschließlich die Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein.

Ein Wildschweinkadaver liegt auf einer trockenen Wiese. Rund herum ist die Stelle mit einem Band markiert.

Die Afrikanische Schweinepest ist auch in NRW.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende, meist tödliche Krankheit. Um eine Ausbreitung zu vermeiden, müssen infizierte Tiere sofort getötet werden. Obwohl das Fleisch für den Menschen unbedenklich ist, wird es vollständig vernichtet. Denn das Virus bleibt im Fleisch und könnte andere lebende Tiere erneut anstecken.

Hintergrund der neuen Versicherung

2024 wurden in einem Betrieb von Tönnies in Mecklenburg-Vorpommern mit der Afrikanischen Schweinepest infizierte Tiere festgestellt. Daraufhin musste der Konzern 1.000 Tonnen Fleisch vernichten. Nach diesem Vorfall änderte Tönnies die Einkaufsbedingungen. Die Lieferanten sollten von nun an gewährleisten, dass zum Zeitpunkt der Lieferung keine anzeigepflichtige Seuche ausgebrochen ist.

Wenn die Versicherung der Landwirte für solche Fälle nicht ausreicht, dann haften sie persönlich. Die Haftungssummen erreichen schnell Millionenhöhen und bedrohen damit die Existenz der Landwirte.

"Was für Verbraucher unbedenklich ist, kann für den Landwirt existenzbedrohend sein." Robert Elmerhaus, Leiter Lebendverkauf, Tönnies

Absicherung für beide Seiten

Jetzt hat Tönnies mit einem Versicherungsmakler und in Zusammenarbeit mit dem Westfälisch-Lippischen-Landwirtschaftsverband eine Lösung für das Haftungsproblem gefunden. Der neue Haftpflicht-Schutzschirm springt ein, wenn die Haftpflicht-Versicherung der Landwirte nicht ausreicht. "Eine Versicherung in diesem Umfang, ist für den einzelnen Landwirt gar nicht abschließbar", sagt Robert Elmerhaus.

Der Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband begrüßt die Initiative von Tönnies. "Der neue Haftungs-Schutzschirm stellt aus Sicht des WLV einen wichtigen Schritt dar, um existenzbedrohende Risiken für Tierhalter und Viehhändler zu reduzieren und mehr Rechtssicherheit im Schadensfall zu schaffen. Nunmehr sind auch die übrigen Schlachtunternehmen aufgefordert, eine entsprechende Absicherung branchenweit als Standard zu etablieren", heißt es in einer Stellungnahme des WLV.

Andreas Westermeyer in seinem Schweinestall.

Andreas Westermeyer in seinem Schweinestall.

Die neue Versicherung gilt ab sofort für alle Landwirte, die ihre Tiere zum Schlachten zu Tönnies bringen. Schweinebauer Andreas Westermeyer aus Verl liefert Tönnies jährlich zwischen sechs- und siebentausend Schweine. "Das ist schon sehr gut für uns Landwirte", sagt er. "Wenn so ein Standort wie Tönnies wirklich für einen Tag oder zwei die Produktion einstellen würde, das sind ja Summen, da wird uns ja allen schwindelig."

Kosten sollen auf Lieferanten übertragen werden

Schweine im Schweinestall.

Neue Ferkel im Schweinestall in Verl.

Die Kosten der neuen Versicherung werden aktuell von Tönnies übernommen, sollen aber dann auf die Lieferanten übertragen werden. Wie teuer das konkret wird, ist noch unklar. Die Sprache ist von einem niedrigen zweistelligen Centbereich pro Tier. Andreas Westermeyer sagt: "Ich hoffe, dass die Kosten für uns tragbar sind, denn das Risiko ist es nicht."

Tönnies arbeitet an acht Schlachthöfen in Deutschland mit über 10.000 Lieferbetrieben zusammen. 2024 wurden 13,2 Millionen Schweine und 400.00 Rinder geschlachtet.

Tönnies bietet Schweinebauern Versicherung im Seuchenfall

WDR Studios NRW 09.02.2026 00:50 Min. Verfügbar bis 09.02.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Tönnies
  • Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband
  • Gespräch mit Landwirt Andreas Westermeyer

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 09.02.2026, 19.30 Uhr
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 09.02.2026, 12.31 Uhr

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