Erfolgreiche Petition: Deutschland-Takt wird Thema im Bundestag
Lokalzeit OWL. 07.07.2025. 03:14 Min.. Verfügbar bis 07.07.2027. WDR. Von Stefan Leiwen.
Die Initiatoren der Petition aus den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke verlangen eine grundlegende Überarbeitung der Neubaupläne für die geplante ICE-Trasse zwischen Bielefeld und Hannover.
Am Mittwoch (09.07.) übergaben sie die Liste gemeinsam mit Politikern aus OWL in Berlin. Weil die Bürgerinitiative mit ihrem Anliegen bisher kein Gehör gefunden hatte, versuchte sie es jetzt mit der Petition - mit Erfolg.
Unterschriftenaktion in Vlotho
Der blaue Zeltpavillion ist am Montag (07.07.2025) weit über den Supermarktparkplatz in Vlotho zu sehen. An der Rückseite sind Fotos gedruckt. Sie zeigen große Baustellen, lange Talbrücken und brennendes Geld.
Die Aktion der Bürgerinitiative
Die Fahne der Bürgerinititative Widuland flattert im Wind. An einem Stehtisch erklärt Stefanie Rothenstein, unterstützt durch die Landfrauen im Kreis Herford, dass sie für den so genannten Deutschland-Takt ist. Damit will die Bahn ihr Netz attraktiver und leistungsfähiger machen. Allerdings schlägt die Initiative nur ein Tempo von 230 km/h als Spitzengeschwindigkeit vor. Die Bahn plant aber mit 300 km/h.
"Unser Hof ist seit 500 Jahren im Familienbesitz. Die Trasse würde unsere Heimat zerteilen." Stefanie Rothenstein,
Landfrauen im Kreis Herford
Das Konzept Deutschland-Takt sieht vor: ICEs sollen mit Tempo 300 von Bielefeld in nur noch 31 Minuten Hannover erreichen, also 17 Minuten schneller sein als bisher. Dafür hat die Bahn mehrere Streckenverläufe vorgeschlagen.
Problematisch ist das Weserbergland. Es soll durch Tunnel und Brücken gequert werden. In Vlotho, so die Initiative Widuland, würde die Weser-Brücke mehr als einen Kilometer lang und 70 Meter hoch werden.
Mit Unterschriften gegen die Höchstgeschwindigkeit
Die erforderlichen Unterschriften sind schnell zusammengekommen. Ab 30.000 gibt es eine öffentliche Anhörung im Bundestag und dieses Ziel hat die Initiative nun erreicht. Sie wollen ihre Argumente sachlich und für alle hörbar erklären.
Im Ingenieurbüro "Bahnzentrum Bielefeld" hat man eine Alternative berechnet. Voraussetzung ist, dass die Züge nur 230 km/h fahren.
Denn je schneller Züge fahren, desto aufwendiger ist der Streckenbau. Beispielsweise müssen die Gleise weiter auseinander gelegt und die Trasse betoniert werden. So aber könnte die alte Trasse ausgebaut und fit gemacht werden. Allerdings sind die Züge dann nur noch etwa 7 Minuten schneller. Deswegen soll der gesamte "Deutschland-Takt" neu berechnet werden, fordert die Bürgerinitiative Widuland.
Über dieses Thema berichtet der WDR am 10.07.2025 auch im Radio auf WDR2: Lokalzeit OWL, 11:31 Uhr.
Unsere Quellen:
- Bürgerinitiative Widuland
- Bahnzentrum Bielefeld
- Deutsche Bahn
- WDR-Reporter vor Ort