Tauchroboter erkundet Bergwerk

Lokalzeit Südwestfalen 25.06.2025 25:06 Min. Verfügbar bis 25.06.2027 WDR Von Frank Strohdiek

"Wie eine Mondlandung": Tauchroboter wird im Bergwerk getestet

Stand:

Ein Tauchroboter für Bergwerke wird im Sauerland getestet. Er soll später im Ruhrgebiet im Grubenwasser Stollen überwachen.

Die Anspannung im Tauchbergwerk in Bestwig ist fast greifbar. Zum ersten Mal wird der Tauchroboter "ROV-Betta" unter realistischen Bedingungen getestet. Bergbauingenieurin Mareike Schubert hat ihn bisher ausschließlich in einem Schwimmbad gesehen.

Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Mondlandung. Die erste Mondlandung in einem Bergwerk. Mareike Schubert, Bergbauingenieurin

Test mit Taucherbegleitung

Bergbauingenieurin Mareike Schuber und Techniker Stebastian Matz am Komandostand

Bergbauingenieurin Mareike Schuber und Techniker Stebastian Matz am Komandostand

"ROV-Betta" schwimmt langsam durch die Stollen des stillgelegten Schieferbergwerks. Immer begleitet von zwei Tauchern, die eingreifen könnten, wenn er sich festfahren würde. Der Roboter wird über ein Glasfaserkabel gesteuert. "Wir haben nur 800 Meter auf der Rolle", sagt Techniker Sebastian Matz. "Es gingen aber auch mehrere Kilometer."

Kohlebergbau ist Anlass für Entwicklung

Der Tauchroboter soll später mal im Ruhrgebiet eingesetzt werden. Dort werden die stillgelegten Kohlebergwerke zurzeit kontrolliert geflutet. Die RAG muss im Rahmen der Ewigkeitslasten die Schächte und Stollen überwachen. "In die unteren Sohlen kann wegen des Drucks niemand tauchen", erklärt Holger Witthaus von der RAG.

"Außerdem ist dort das Grubenwasser oft so sauer, dass kein Mensch hinein kann." Das ist ein Grund, warum die RAG die Entwicklung des "ROV-Betta" maßgeblich finanziert.

Lange Wege für "ROV-Betta"

Das Ruhrgebiet erstreckt sich von Ost nach West über 120 Kilometer, von Norden nach Süden sind es 35. Hier gibt es unzählige kleine und große ehemalige Zechen. Damit sind es richtig viele Strecken, auf denen ein Tauchroboter Wasser- oder Bodenproben nehmen und nachsehen kann, ob Stollen eingestürzt sind.

Nach gut vier Stunden ist der erste Tauchgang von "ROV-Betta"“ beendet. Er ist wieder an der Wasseroberfläche, ohne dass Sicherungstaucher eingreifen mussten. "Erste Messkampagne erfolgreich. Wir haben alle Messungen durchgeführt. Sehr gut", fasst eine erkennbar entspannte Mareike Schubert den Tag zusammen. In wenigen Wochen wird sie mit ihrem Team für weitere Tests wieder hier sein.

Unsere Quellen:

  • Ruhrkohle Aktiengesellschaft
  • WDR-Gespräch mit Mareike Schubert, Sebastian Matz, Holger Witthaus
  • Beobachtungen des WDR-Reporters

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