Die Stolpersteine wurden für mehrere jüdische Mitbürger verlegt. Aber nicht nur: Ein Stolperstein beispielsweise erinnert an Marianne Dickehut. Sie war Schülerin des damaligen Mädchen-Lyceums. Weil sie Verhaltensauffälligkeiten zeigte, wurde sie in eine Landesklinik zwangseingewiesen und schließlich ermordet.
Mehrere Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums - so heißt die Schule heute - waren dabei, als der Stolperstein verlegt wurde. Sie haben Musikstücke und Reden vorbereitet, nachdem sie sich intensiv mit der Geschichte von Marianne D. beschäftigt haben.
"Ich glaube es ist wichtig, dass wir uns an bestimmte Dinge erinnern. Was die Betroffenen damals gespürt haben, können wir gar nicht spüren." Michael Rose, Schüler der Geschwister-Scholl-Schule Lüdenscheid
Wegen feindlichem Radio denunziert
Ein zweites Beispiel ist Franz Feldmann. Er hörte "feindliche Radiosender", wurde denunziert und kam als Teil eines Bombenentschärfungskommandos ums Leben.
Weitere Steine wurden zum Gedenken an das jüdische Ehepaar Benjamin und Elisabeth Slager sowie seiner Kinder David und Regina verlegt. Während Benjamin Slager 1941 noch eines natürlichen Todes sterben konnte, wurden die drei anderen Familienmitglieder 1942 und 1944 unter dem NS-Regime ermordet.
Die Stolperstein-Verlegung wird von vielen Lüdenscheidern und dem Verein Gedenkzellen Altes Rathaus Lüdenscheid unterstützt.
Tod am Wohnort
Mehr als tausend Menschen wurden in Lüdenscheid Opfer tödlicher Gewalt der Nationalsozialisten. Knapp 30 Stolpersteine sind bereits vor ehemaligen Wohnhäusern verlegt, 17 weitere Stolpersteinen kamen heute dazu, um an die Opfer zu erinnern.
Damit wird deutlich, dass die nationalsozialistische Gewaltherrschaft nicht nur in den Konzentrationslagern den Tod brachte, sondern auch am Wohnort.
Gegen das Vergessen: 17 neue Stolpersteine in Lüdenscheid
WDR Studios NRW. 14.11.2025. 00:47 Min.. Verfügbar bis 14.11.2027. WDR Online.
Quellen:
- Stadt Lüdenscheid
- WDR-Reporterin vor Ort
Über dieses Thema berichten wir am 14.11.2025 auch im Radio auf WDR2: Lokalzeit Südwestfalen, 6:31 Uhr.