Ab Mittwoch (24.06.2026) gelten in vier Kommunen im Norden von OWL strenge Verbote - bei Verstößen drohen hier Bußgelder. Auch die Städte Bielefeld, Rheda-Wiedenbrück und Rietberg haben ihre Trinkwasserampeln auf "Gelb" gestellt.
Die Bürgermeister der vier besonders stark betroffenen Kommunen des Wasserbeschaffungsverbandes (Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne) haben in einer Krisensitzung den Erlass einer gemeinsamen ordnungsbehördlichen Verordnung beschlossen. Damit greifen die Behörden zu einem drastischen und verbindlichen Instrument, um die Wasserversorung vor dem Kollaps zu schützen.
Trotz Regen: Verbrauch bricht alle Rekorde
Hintergrund der Maßnahme ist eine dramatische Zuspitzung der Trinkwassersituation. Obwohl die lokale Trinkwasserampel bereits seit dem 19. Juni auf „Rot“ steht, sollen viele Verbraucher die Warnungen ignoriert haben. An Spitzentagen sei die Abgabemenge um mehr als 25 Prozent, auf über 20 Millionen Liter, gestiegen.
Selbst vorübergehende Regenfälle und kühlere Temperaturen am Wochenende hätten keine Entlastung gebracht. Die Folge: Aus den Hochbehältern des Verbandes wird deutlich mehr Wasser entnommen, als durch eigene Brunnen und Zulieferer nachfließen kann.
Was ab Mittwoch verboten ist
Die wichtigste Nachricht: Die Grundversorgung ist gesichert. Kochen, Trinken und die tägliche Hygiene sind weiterhin OWL-weit uneingeschränkt möglich. Verboten ist ab Mittwoch jedoch jegliche Verschwendung von Trinkwasser in den vier Kommunen. Dazu zählt insbesondere:
- Das Bewässern von Rasenflächen und Gärten.
- Das Befüllen von privaten Pools, Zisternen oder anderen Wasserspeichern.
- Die Nutzung von Trinkwasser für die Autowäsche sowie für die Außenreinigung von Gebäuden und Terrassen.
Die Einhaltung dieser Regeln wird von den kommunalen Ordnungsämtern kontrolliert. Wer beim illegalen Rasensprengen oder Poolbefüllen erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die genaue Höhe der Strafe regeln die Kommunen individuell.
„Möglichkeiten auf der Beschaffungsseite erschöpft“
Laut dem Verbandsvorsteher Michael Kasche wurde im Vorfeld alles versucht, um zusätzliches Wasser zu organisieren. Die eigene Förderung wurde maximal hochgefahren und über Partner wurden kurzfristig 650.000 Litern pro Tag zusätzlich organisiert. Trotzdem: "Die Verbrauchsmengen haben ein Niveau erreicht, das sich allein über Freiwilligkeit nicht mehr beherrschen lässt", so Kasche.
Wie lange der Ausnahmezustand gilt, ist derzeit noch völlig offen. Da die Situation durch die geringeren Zuliefermengen dauerhaft angespannt bleibt, könnte die Verordnung auch weit über die aktuelle Hitzeperiode hinaus bestehen bleiben - so lange, bis sich die Versorgungslage nachhaltig stabilisiert hat.
Vier Kommunen verbieten Rasensprengen und Poolbefüllung
WDR. 22.06.2026. 00:39 Min.. Verfügbar bis 21.06.2028.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Wasserbeschaffungsverband "Am Wiehen"
- Pressemitteilung der Stadtwerke Bielefeld
Sendung: WDR.de, Vier Kommunen verbieten Rasensprengen und Poolbefüllung, 22.06.2026, 17:35 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 22.06.2026, 19.30 Uhr