Prozessstart: Erst Schuss konnte Randalierer in Arnsberg stoppen
01:36 Min.. Verfügbar bis 17.04.2028.
Prozessstart: Erst Schuss konnte Randalierer in Arnsberg stoppen
Stand:
Ein Randalierer, der in Arnsberg erst durch den Schuss eines Polizisten gestoppt werden konnte, steht ab heute vor Gericht. Unter den Augen zahlreicher Passanten hatte er auf einer belebten Straße in Arnsberg Glasscheiben einer Bank und Polizei-Autos demoliert.
Gegen Mittag an jenem Samstag Mitte Oktober vorigen Jahres eskalierte, was schon Wochen vorher mit kleineren Ausrastern begonnen hatte, klagt die Staatsanwaltschaft an. Mitte September soll der 40-jährige Angeklagte aus Arnsberg zunächst den Lebensgefährten seiner Mutter beleidigt und eine Porzellanfigur an dessen Haustür geworfen haben.
Polizeischüsse in Arnsberger Altstadt | Kurzvideo
00:29 Min.. Verfügbar bis 11.10.2027.
Bankmitarbeiterinnen soll er beleidigt haben, auch habe er versucht sie zu schlagen. Einen Nachbarn soll er mit einem Hammer am kleinen Finger verletzt haben – und durch das Zuschlagen einer Fensterscheibe soll der Nachbar eine Platzwunde am Kopf erlitten haben.
Am Mittag kam es zur Eskalation in der Innenstadt
Dann kam es zu der Eskalation in der Arnsberger Innenstadt. Gegen 11.30 Uhr am 11. Oktober habe er zunächst auf das Schaufenster einer Bank eingeschlagen. Als die Polizei eintraf, demolierte er drei Einsatzfahrzeuge mit einer Eisenstange. Zahlreiche Menschen verfolgten das über Minuten andauernde Geschehen, filmten und veröffentlichten Videos davon in sozialen Netzwerken.
Die Polizei blieb lange Zeit auf Abstand – sie wusste nicht, ob der Mann noch weiter bewaffnet war, wollte den psychischen Ausnahmezustand nicht weiter verstärken. Die Beamten forderten den Mann mehrfach auf, die Stange fallen zu lassen, gaben Warnschüsse ab. Als das nicht half, schoss einer der Polizisten den Mann ins Bein und setzte ihn außer Gefecht.
Schussabgabe war rechtmäßig, sagt die Staatsanwaltschaft
Erst ein Schuss stoppte den Randalierer in Arnsberg.
Ermittler der Dortmunder Polizei hatten die Schussabgabe untersucht und als rechtmäßig eingestuft. Der Polizist habe sie benutzt, um sich und seine Kollegen zu schützen, sagte im Februar die Staatsanwaltschaft, nachdem sie das Verfahren gegen den Polizisten eingestellt hatte.
Der Prozess heute begann sehr ungewöhnlich. Der Beschuldigte kam aus einer psychiatrischen Klinik. Er wurde mit Hand- und Fußfesseln, Spuckschutz über dem Gesicht, bewacht von vier teils behelmten Justizbeamten in den Saal geführt. Hintergrund ist seine vermutlich psychische Erkrankung.
Gericht schloss Beschuldigten wegen lautstarker Beleidigungen aus
In der Verhandlung war er sehr aggressiv, beleidigte lautstark Richter und Staatsanwältin, unterbrach mit lauten Beschimpfungen immer wieder die Staatsanwältin. Zunächst schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus, wohl auch in der Hoffnung dass der Beschuldigte sich beruhige.
Das war aber nicht der Fall. Weil er weiter die Verhandlung lautstark störte, schloss das Gericht den Beschuldigten für die heutige Verhandlung aus. Der Prozess ist auf insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.
Unsere Quellen:
- Landgericht Arnsberg
- Beobachtungen des WDR-Reporters im Gericht
- Damalige Beobachtungen einer WDR-Reporterin vor Ort
- Polizei Hochsauerlandkreis
Sendungen: WDR2, Südwestfalen, Lokalzeit, 17.04.2026, 8:31 Uhr.
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 17.04.2026, 19:30 Uhr
