Einblicke hinter die Bühne - in die Kostümabteilung oder Tischlerei. Sprechtraining mit einer Schauspielerin oder Jodelworkshops mit einer Sopranistin.
Nur ein paar der 60 Veranstaltungen rund um das Jubiläum des Landestheaters Detmold in dieser Woche - das Ziel: Das Publikum soll das Theater und die Menschen dahinter noch besser kennenlernen.
Vierspartenhaus mit festen Ensembles
Für das Jubiläum hat das Theater ein eigenes Musical geschrieben.
Das Landestheater ist ein Vierspartenhaus und hat vier eigenständige Ensembles. Neben Schauspiel, Musiktheater und Ballett gibt es das Junge Theater.
Das ist ein Kinder- und Jugendtheater, das vor allem Familien und Jugendliche ans Theater heranführen will - ein Ziel von Intendantin Kerstin Uttendorf. Das Ensemble spielt zum Beispiel Aufführungen im Vormittagsprogramm für Schulklassen oder unterstützt bei Projekten im Unterricht.
"Ich erlebe Detmold als eine sehr offene, kulturaffine Stadt. Das macht mir Mut, noch weiter in die Stadt und die Region hinein zu wirken, auf die Menschen zuzugehen und das Theater noch weiter für die Gesellschaft zu öffnen." Intendantin Kirsten Uttendorf
200 Jahre Theatergeschichte
Die Detmolder Theatergeschichte begann im Jahr 1825, in dem das Theater als Hoftheater vom lippischen Fürsten Leopold II. am 8. November eröffnet wurde.
Das Landestheater als Hoftheater im 19. Jahrhundert.
Die Fürstenfamilie finanzierte das Theater, bestimmte aber auch über das Programm und engagierte die Künstlerinnen und Künstler. Darunter zum Beispiel Johannes Brahms und Albert Lortzing.
Schnell erarbeitete sich das Haus ein umfangreiches Repertoire und einen guten Ruf weit über die Grenzen des Fürstentums hinaus.
Krisen durch Brand und Weltkriege
Im Februar 1912 brannte das Theater bis auf seine Grundmauern nieder. Durch zahlreiche Spenden konnte das Theater aber schnell wieder aufgebaut werden. Den markanten Eingang mit den Säulen behielt man auch beim Wiederaufbau bei.
Wiederaufbau nach dem Brand 1912.
Bereits 1919, nach dem ersten Weltkrieg, konnte das Theater wiedereröffnet werden. Im Zuge der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste das Landestheater, wie alle deutschen Bühnen, den Spielbetrieb einstellen.
Erst ab 1952 konnte sich der Spielbetrieb im Landestheater Detmold wieder normalisieren und wurde in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut.
Das vielseitigste Landestheater Deutschlands
Heute ist das Landestheater Detmold das größte der vier Landestheater in NRW und das einzige mit einem Musiktheater- und Ballettensemble.
Mit Stuck verzierter Zuschauerraum mit 648 Plätzen.
Das Theater tritt nicht nur in der eigenen Stadt, sondern landesweit auf. Etwa die Hälfte der rund 600 jährlichen Vorstellungen sind in anderen Städten, von Wolfsburg bis Ingolstadt. Damit ist das Landestheater Detmold die größte Reisebühne Deutschlands.
Ganz offiziell gefeiert wird der Geburtstag am Samstag mit einem Festakt im Theater mit geladenen Gästen. Zum ersten Mal soll dabei ein neuer Imagefilm über das Theater gezeigt werden.
Unsere Quellen:
- Landestheater Detmold
- WDR-Reporterin vor Ort
