"Da geht mir das Herz auf": Renaturierung der Altenau bei Lichtenau

03:17 Min. Verfügbar bis 02.02.2028

"Da geht mir das Herz auf": Renaturierung der Altenau bei Lichtenau

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Am Welttag der Feuchtgebiete zeigen Naturschützer in Lichtenau im Kreis Paderborn, wie wichtig Renaturierungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel sind.

Von Christian Michel

Ein kalter Wintermorgen im südlichen Kreis Paderborn. Nahe Holtheim, einem Ortsteil von Lichtenau, liegt Schnee auf Ästen und Wegen. Es ist still im Wald - nur die Altenau fließt. Förster Marcel Flörke und Johannes Schäfers vom Wasserverband Obere Lippe stehen dick eingepackt am Bachlauf.

Ein Schritt ins Wasser, ein Messstab wird angesetzt. Rund 30 Zentimeter. Auch im Winter ist hier Wasser vorhanden - ein erstes Zeichen dafür, dass die Renaturierung wirkt.

Wasser nicht ableiten, sondern halten

zwei Männer stehen im verschneiten Wald und halten ein Gerät

Johannes Schäfers (links) und Marcel Flörke arbeiten weiter an der Renaturierung der Altenau.

Die Altenau liegt im Staatswald Hochstift. Rund 18 Hektar umfasst der renaturierte Abschnitt und ist Teil eines insgesamt etwa 2.000 Hektar großen Waldgebietes.

Was hier umgesetzt wurde, klingt technisch, folgt aber einer einfachen Idee: Wasser soll nicht möglichst schnell abfließen, sondern in der Landschaft bleiben. Dafür wurden Ufer abgeflacht, alte Gräben und Drainagen zurückgebaut. Das Wasser kann sich wieder ausbreiten, versickern und Böden sowie Pflanzen versorgen. "In erster Linie geht mir da wirklich das Herz auf", sagt Johannes Schäfers. "Diese Eigendynamik zeigt, dass wir den richtigen Ansatz verfolgen."

Schutz vor Hochwasser und Dürre

verschneiter Wald von oben

Die Altenau schlängelt sich wieder durch die Landschaft bei Lichtenau.

Solche Maßnahmen wirken gleich doppelt: Bei Starkregen kann sich das Wasser wieder in der Fläche ausbreiten - das entlastet Unterlieger und senkt Hochwasserrisiken. In Trockenzeiten bleibt mehr Feuchtigkeit im Boden. Daruch werden Bäche und Wälder länger versorgt.

"Hochwasser werden schlimmer, Dürren auch", sagt Förster Marcel Flörke. "Diese Renaturierungen wirken in beide Richtungen."

Dass die Natur den neuen Raum annimmt, zeigt sich auch abseits des Wassers: Bei einer Kontrolle entdecken die Beteiligten plötzlich ein Wildschwein im renaturierten Bereich - ein kurzer Moment, der verdeutlicht, wie wichtig solche Lebensräume geworden sind.

Investition mit Wirkung

Gebaut wurde an der Altenau im Herbst 2023. Die Bauzeit betrug knapp einen Monat, die Kosten lagen bei rund 66.000 Euro. Finanziert wurde das Projekt vom Kreis Paderborn, beteiligt waren Waldeigentümer, der Kreis und der Wasserverband Obere Lippe.

Und es soll nicht bei diesem Abschnitt bleiben: Entlang der Altenau sind weitere Renaturierungsprojekte bereits geplant.

Unsere Quellen:

  • Wald und Holz NRW
  • Wasserverband Obere Lippe
  • WDR-Reporter vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 02.02.2026, 19.30 Uhr
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 02.02.2026, 06.31 Uhr

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