Alstom-Belegschaft erfährt heute mehr über Stellenabbau
Lokalzeit Südwestfalen. 11.07.2025. 28:31 Min.. Verfügbar bis 11.07.2027. WDR. Von Janine Simon.
Bei der heutigen Betriebsversammlung beim Eisenbahn-Zulieferer Alstom in Netphen reagierte die Belegschaft bestürzt auf den geplanten Stellenabbau. Sie fühle sich vom Arbeitgeber hintergangen, heißt es auf Nachfrage.
Erst vor zweieinhalb Jahren habe man mit der IG-Metall einen Zukunftstarifvertrag abgeschlossen, um den Standort zu sichern. Alstom will rund 130 Stellen abbauen und den Standort verkleinern. Es gebe zu wenig Auslastung, so die Begründung.
Alstom spricht von einer Neuausrichtung aus Kostengründen in Netphen. Mit dieser Neuausrichtung soll der Stellenabbau verbunden sein. Der wiederum, sagte ein Firmensprecher, soll sozialverträglich erfolgen - ohne betriebsbedingte Kündigungen.
Neuausrichtung aus Kostengründen
Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sollen in Kürze beginnen. Neben den 730 eigenen Mitarbeitern beschäftigt Alstom in Netphen weitere rund 70 Menschen, die bei Fremdfirmen angestellt sind. Auch bei ihnen werde es "Veränderungen" geben, so der Sprecher.
Standort Netphen schreibt rote Zahlen
Standort von Alstom in Netphen
Der Alstom-Standort in Netphen ist auf die Entwicklung und Produktion von Drehgestellen für Schienenfahrzeuge spezialisiert. Die Kostenstruktur habe sich negativ entwickelt, begründete der Sprecher die geplanten Maßnahmen. Auch sei die erwartete Auslastung zu niedrig. Geplant sei, die Großserienfertigung nach Warschau zu verlagern, die Standortfläche zu halbieren und nicht mehr benötigte Fläche zu verkaufen.
Umbau zu seinem Drehgestell-Servicezentrum geplant
Drehgestelle für Lokomotiven und Kleinserien sollen auch weiterhin bei Siegen gefertigt werden, gleichzeitig will Alstom hier die Komponentenentwicklung ausbauen. "Zudem soll der Alstom-Standort in Netphen zu einem leistungsfähigen Servicezentrum für die Wartung, Instandhaltung und Reparatur von Drehgestellen für den deutschen Markt entwickelt werden", erklärte ein Unternehmenssprecher. Das neue Standortkonzept solle dafür sorgen, dass die Auslastung steige und eine höhere Effizienz erreicht werde.
Der in Frankreich börsennotierte Bahntechnik-Konzern Alstom beschäftigt weltweit rund 86.000 Menschen - etwa 9.500 davon an 14 Standorten in Deutschland.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Reporter vor Ort
Über dieses Thema berichten wir auch bei uns im Fernsehen in der WDR Lokalzeit Südwestfalen.