Afrikanische Schweinepest in NRW: Zäune und intensivere Jagd sollen helfen

01:46 Min. Verfügbar bis 06.02.2028

Afrikanische Schweinepest in NRW: Zäune und intensivere Jagd sollen helfen

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Die Afrikanische Schweinepest hält sich hartnäckig in Nordrhein-Westfalen. Mit einem ganzen Katalog an Maßnahmen versucht die Landesregierung, eine Ausbreitung zu verhindern. Die Tiere im Sperrgebiet sollen besser erfasst, aber auch stärker bejagt werden.

Von Lea Schön

Seit acht Monaten hat die Afrikanische Schweinepest (ASP) Teile von NRWs Wäldern fest im Griff. Vor allem die Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein sind von der Tierseuche betroffen. Infiziert haben sich hier seit dem letzten Juni 321 Wildschweine. Hausschweinbestände sind bislang nicht betroffen. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Wildschweine suchen, einzäunen, bejagen

Die Landesregierung hat verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung eingeführt. So wurde unter anderem ein mittlerweile 216 Kilometer langer Zaun um das Kerngebiet errichtet.

Durch einen Maschendrahtzaun sieht man Spuren im Schnee

Die Zäune müssen regelmäßig kontrolliert werden

Mitte Januar waren Tiere außerhalb dieser abgesperrten Zone gefunden worden. Daraufhin mussten die Fläche erweitert werden. Dr. Jürgen Harzilius, Zuständiger Tierarzt im Ministerium, fasst bei der Pressekonferenz das Vorgehen so zusammen: "Das große Motto ist: Suchen, Zäunen, Räumen."

Intensivere Bejagung mit Fallen

Die weiterhin steigenden Zahlen fordern ein schärferes Vorgehen. Dafür wird vor allem die Mitarbeit von Jägern benötigt. Die Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen appelliert bei der Pressekonferenz: "Je schneller der Bestand von Wildschweinen verkleinert ist, desto schneller ist die ASP besiegt." Die sogenannte Saufang-Jagd soll jetzt helfen: Dabei werden Fallen genutzt, um mehrere Tiere gleichzeitig zu erlegen. 

Das sei letztlich der einzige Weg, um die ASP einzudämmen. Harzilius findet deutliche Worte: "Alles was noch lebt, muss getötet werden". Jäger bekommen eine Prämie zwischen 75 und 100 Euro, wenn sie ein Tier in den markierten Zonen erlegen. 

Monitoring mit Hunden und Drohnen

Personen mit Warnkleidung und Hunden an der Leine

Monitoring-Teams aus zehn Menschen und bis zu vier Hunden suchen nach Kadavern

Neben der Tötung der Tiere geht es bei den Maßnahmen des Landes vor allem um die Erfassung infizierter Tiere. Monitoring-Teams aus Hunden und Menschen können tote Tiere im Kerngebiet ausfindig machen. Die Kadaver werden dann auf eine Infektion untersucht.

Bislang gibt es noch keinen richtigen Überblick darüber, wie viele lebende Schweine sich noch im Kerngebiet aufhalten. Mit Drohnen sollen die Tiere ab sofort systematisch gezählt werden. Die Wärmebildkameras der Drohnen können Wildschweine vor allem bei kalten Temperaturen erkennen. Zuletzt hatte Nebel die Drohnenflüge verhindert. Bis Ende Februar möchten die Verantwortlichen so erfahren, wie viele Wildschweine im Gebiet leben.

Ein Marathon, kein Sprint

"Wir brauchen bei der Bekämpfung einen langen Atem", betont Landwirtschaftsministerin Gorißen. Der Tierseuchen-Beauftragte Harlizius schätzt: "Es ist ein Marathon, kein Sprint und wir werden zwei bis fünf Jahre damit beschäftigt sein." In Sachsen hatte es zuletzt fünfeinhalb Jahre gedauert, bis die Tierseuche als offiziell getilgt galt.

Afrikanische Schweinepest in NRW: Zäune und intensivere Jagd sollen helfen

WDR Studios NRW 06.02.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 06.02.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Pressekonferenz des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur Afrikanischen Schweinepest

Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 06.02.26, 15:31 Uhr
Sendung: WDR.de, Afrikanische Schweinepest in NRW: Zäune und intensivere Jagd sollen helfen, 06.02.2026, 17:37 Uhr

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