Bilanz Ostermärsche | Aktuelle Stunde

WDR 00:24 Min. Verfügbar bis 06.04.2028

Ostermärsche in NRW beendet: In diesen Städten gab es Demos

Stand:

In mehreren NRW-Städten gab es während der Feiertage Ostermärsche. Die größte Friedensdemo führte von Duisburg nach Dortmund.

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Die traditionellen Friedensdemos am Osterwochenende standen in diesem Jahr vor allem unter dem Eindruck der Kriege in der Ukraine und Nahost, hieß es vom Netzwerk Friedenskooperative in Bonn. Die Organisation ist für die Koordinierung der Ostermärsche in NRW und im Bund verantwortlich - und sieht nach langen Jahren des Niedergangs wieder mehr Interesse an den alljährlichen Treffen der Friedensbewegung.

Bundesweit waren laut Friedenskooperative rund 100 Demonstrationen geplant. 2025 hätten sich insgesamt mehr als 40.000 Menschen an den Ostermärschen beteiligt, deutlich mehr als in den vorherigen Jahren.

Ostermärsche in NRW

WDR 31.03.2026 01:17 Min. Verfügbar bis 30.03.2028 WDR Online

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Größter Ostermarsch in NRW: Rhein-Ruhr bis Montag

Kundgebung in Duisburg | Bildquelle: Kristin Trüb

Der Ostermarsch Rhein-Ruhr unter dem Motto "Friedensfähig statt kriegstüchtig" war auch dieses Jahr der größte Ostermarsch in NRW. Zum Start kamen in Duisburg laut Polizei zunächst rund 300 Menschen zusammen - darunter vor allem viele ältere Leute.

Abschlusskundgebung in Dortmund | Bildquelle: WDR/Sascha Bacinski

Am Sonntag machten sich rund 100 Teilnehmende dann von Essen über Wattenscheid und Herne auf den Weg nach Bochum. Der Marsch endete am Montag in Dortmund. Zur Abschlusskundgebung auf dem Hansaplatz kamen laut Polizei etwa 650 Menschen.

Organisatoren 2025 in der Kritik

Im vergangenen Jahr waren die Organisatoren in die Kritik geraten, weil sie ausdrücklich einen Stopp der europäischen Waffenlieferungen an die Ukraine forderten - was möglicherweise die Eroberung des Landes durch russische Truppen zur Folge haben würde. Geändert hat der Protest offenbar nichts. Auch im aktuellen Aufruf zum Ostermarsch Rhein-Ruhr hieß es: "Keine Waffenlieferungen an die Ukraine, Israel und in alle Welt!"

Kristian Golla, Netzwerk Friedenskooperative | Bildquelle: Netzwerk Friedenskooperative

Tatsächlich habe der Kriegsverlauf in der Ukraine gezeigt, dass mit militärischen Mitteln der Konflikt nicht zu lösen sei, betonte Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative auf Nachfrage. "Es braucht eine politische Lösung, eine Verhandlungslösung." Die Teilnehmer der Ostermärsche forderten die Rückkehr zur Diplomatie, weil Gewalt immer neue Gewalt erzeuge. "Das ist nicht unrealistisch, sondern der einzige Ausweg."

Friedensforscher: Bewegung ist nicht einheitlich

Ostermarsch Rhein-Ruhr 2025 | Bildquelle: WDR/ Michael Westerhoff

An solchen Punkten werde deutlich, dass die Ostermarschbewegung nicht einheitlich sei, sagte Friedensforscher Tobias Debiel von der Uni Duisburg-Essen im WDR-Interview. Das Spektrum reiche von christlichen und gewerkschaftlichen Gruppen bis zu linken und linksradikalen Kräften. "Als möglicher Teilnehmer oder mögliche Teilnehmerin sollte man genau darauf schauen, wie in den Aufrufen formuliert wird", riet der Experte im Vorfeld. Mitunter werde nicht klar benannt, dass Russland der Aggressor sei. Es sei dann nur vom "Krieg in der Ukraine" die Rede.

Das gelte auch für den Gaza-Krieg. Die Hamas werde sehr selten als Aggressor benannt, Israel hingegen sehr oft. Wenn Gewerkschaftler oder christliche Friedensgruppen an den Aktionen beteiligt seien, könne man eher mit ausgewogenen Aufrufen rechnen.

Ostermärsche: Aus der Zeit gefallen oder wiederbelebt?

WDR 04.04.2026 06:57 Min. Verfügbar bis 03.04.2028 WDR Online

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Ostermarsch 1964 in Duisburg

WDR Retro - Politik in NRW 28.03.1964 04:30 Min. Verfügbar bis 04.03.2035 WDR Online

Rückblick: Samstag traditionell Hauptaktionstag

Der Karsamstag war wie in jedem Jahr der Hauptaktionstag. Neben dem Start des Ostermarsches Rhein-Ruhr sind die Menschen auch zu zahlreichen weiteren Ostermärschen in NRW auf die Straße gegangen - etwa in Hemer, Düren, Wuppertal oder Münster.

Auch in Köln hatten die Veranstalter 1.000 Menschen angemeldet. Die Teilnehmerzahl bewegte sich dort am Nachmittag im oberen dreistelligen Bereich, wie eine Polizeisprecherin sagte. Das Motto hier: "Friedensfähig statt Kriegstüchtig! Aufrüstung, Wehrpflicht und Kriege stoppen! Für eine soziale Zeitenwende!" Die Teilnehmerzahl bewegte sich dort am Nachmittag im oberen dreistelligen Bereich, wie eine Polizeisprecherin sagte. 

Unter dem Motto "Für Abrüstung und ein friedensbereites Land" demonstrierten die Menschen in der Düsseldorfer Innenstadt. Dabei wurden vor allem die USA und Israel scharf kritisiert. Organisiert wurde der Ostermarsch vom Düsseldorfer Friedensforum.

"Ja zu unserer Zukunft! - Kriegsvorbereitung stoppen!", hieß es beim Ostermarsch in Bonn. Hier lag der Fokus ebenfalls auf dem Irankrieg. Gleichzeitig wurde an verschiedenen Stationen über das Thema Wehrpflicht gesprochen oder an verstorbene Kriegsflüchtlinge gedacht.

Erste Demos schon Karfreitag

Ostermarsch in Gronau | Bildquelle: Markus Holtrichter

Bereits am Karfreitag trafen sich in Gronau Menschen zum Ostermarsch. Zu dem Marsch hatte ein Bündnis von 15 Initiativen aufgerufen. Insgesamt nahmen etwa 100 Menschen teil. Unter dem Motto "Frieden und Energiewende statt atomares Wettrüsten und Uranmüll" trafen sich die Teilnehmer am Haupttor der Urananreicherungsanlage (UAA) und zogen anschließend im Ostermarsch zur "alten" UAA.

Auch in Gütersloh fand am Karfreitag ein Ostermarsch statt. Hier unter dem Motto "Friedensfähig statt kriegstüchtig - Aufrüstung stoppen - Kriege beenden!".

Unsere Quellen:

  • Katholische Nachrichtenagentur KNA
  • Evangelischer Pressedienst epd
  • Deutsche Presse Agentur
  • Netzwerk Friedenskooperative
  • WDR-Gespräch mit Kristian Golla
  • Eindrücke der WDR-Reporter vor Ort

Sendung: WDR 5 Morgenecho, Interview mit Friedensforscher Tobias Debiel, 4.4.2026, 07:45 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 06.04.02026, 18:45 Uhr

Kommentare zum Thema

  • Anonym 08.04.2026, 15:39 Uhr

    "Der Ostermarsch ist kein Ritual. Er ist ein Versprechen. Das Versprechen, nicht wegzusehen. Nicht zu schweigen. Sich zu organisieren — überall, wo wir sind — und so lange Druck zu machen, bis die Politik keine andere Wahl mehr hat als einzulenken. Keine Mittelstreckenraketen auf deutschem Boden. Keine Wehrpflicht. Keine Kriege in unserem Namen. Und eine Welt, in der Fürsorge mehr zählt als Kontrolle. In der Menschen mehr zählen als Profite. In der wir aufgehört haben, Sicherheit mit Waffen zu verwechseln. Das ist möglich. Aber nur, wenn wir es erkämpfen. Danke." Lea Reisner ist Abgeordnete des Deutschen Bundestages für die Partei "Die Linke" und lebt in Köln. [Quelle: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/reden/lea-reisner-köln]

  • Franziska 1 07.04.2026, 13:34 Uhr

    Die Friedensdemos mit den Rufen: „Kriegsvorbereitung stoppen! Keine Waffenlieferungen an die Ukraine, Israel und in alle Welt!" Darauf hört doch ein Trump und die Kriegstreiber nicht, bei ihnen prallt alles ab, was nach Frieden ruft. Viele Kritiker u. a. der demokratische Senator Chris Murphy nennt das Vorgehen Trumps „komplett durchgedreht“. Was nun in der Presse steht von Trump seinen Reden, dass deutet nicht auf Frieden machen hin, es kommen Hassreden ohne Ende mit wahnsinniger Aggression Der Einsatz von tausenden Demonstranten gegen die Kriege scheinen weiterhin umsonst zu sein. Sorry, man darf sich nichts mehr vormachen und sich mit der Hoffnung selbst belügen, indem man denkt: Trump wird es schon regeln! Lasst ihn nur machen!

  • John Doe 07.04.2026, 10:47 Uhr

    Hoffentlich haben die Ostermarschierer ihre Handys zu Hause gelassen bei der bunten Truppe. Unser Verfassungsschutz ist anfällig für zweifelhafte Schlussfolgerungen. Programmempfehlung: Gefährliche Apps · Im Netz der Datenhändler, 07.04.2026 ∙ Story ∙ Bayerischer Rundfunk. Der Programmtipp wurde auch vom WDR unter Guten Morgen empfohlen.