Opferfest in NRW : Muslimische Familien feiern das Kurban Bayramı
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Heute beginnt für viele Musliminnen und Muslime weltweit das Opferfest, auch als Kurban Bayramı oder Eid al-Adha bezeichnet. In NRW feiern Familien gemeinsam, besuchen Verwandte und kochen traditionelle Gerichte. Doch manche feiern weit entfernt von ihren Familien und Angehörigen - und fühlen sich einsam.
Maha steht in ihrer kleinen Küche und backt traditionelle Kekse - so wie früher in Syrien. Denn Süßigkeiten gehören für sie einfach zum Opferfest dazu. Neben ihr stehen Tee und arabischer Kaffee bereit. Der Duft erinnert sie an ihre Heimat und an die großen Familienfeste von damals.
"Wir haben uns am ersten Tag immer bei meinem Opa getroffen", erzählt Maha. "Die ganze Familie hat zusammen gefrühstückt. All diese Momente fehlen mir sehr."
"Früher wollten wir schon um sieben Uhr morgens raus. Wir wussten: Heute ist Eid, wir wollen feiern und spielen." Maha
Maha feiert ohne Familie - doch mit vielen Traditionen
Heute lebt ihre Familie weiterhin in Syrien. Maha feiert das Opferfest in Deutschland allein. Vor zwei Jahren ist sie nach Krefeld geflüchtet. Sie lernt Deutsch und arbeitet derzeit als Pflegekraft. Es ist bereits das dritte Opferfest ohne Eltern, Geschwister und Großeltern.
Trotzdem versucht sie, die Traditionen aus ihrer Heimat weiterzuleben. "Ich backe Süßigkeiten und lade meine Freundinnen ein", sagt sie. "Wir frühstücken zusammen und trinken Kaffee, Tee und Mate."
Opferfest: Das wichtigste Fest im Islam
Im Islam ist das Opferfest das größte und wichtigste Fest des Jahres, vergleichbar mit Weihnachten. Es wird meistens in der Familie gefeiert. Das Fest erinnert an die Geschichte des Propheten Ibrahim. Gleichzeitig ist es der Höhepunkt der jährlichen Pilgerreise nach Mekka, der Hadsch, die zu den fünf Säulen des Islam gehört.
Weltweit opfern viele muslimische Familien traditionell ein Tier, meist ein Schaf. Das Fleisch wird unter Familie, Verwandten und Bedürftigen aufgeteilt. Viele Muslime in Deutschland verzichten inzwischen auf das Schlachten und spenden stattdessen Geld an Familien in ihren Herkunftsländern.
Doch für viele Menschen in Deutschland gehört auch Einsamkeit dazu, weil Familie und Heimat weit weg sind. "Ich vermisse viele Sachen hier", sagt Maha leise - "vor allem meine Familie."
"Wir möchten unsere Kultur unseren Kindern zeigen"
Nuna Tnish und Ahmad Alamin mit ihren zwei Kindern Naya und Nala
Auch bei Nuha Tnish in Dortmund laufen die Vorbereitungen. Goldene Buchstaben hängen an der Wohnzimmerwand: "Eid Mubarak", das bedeutet auf Deutsch "Gesegnetes Fest". Auf dem Tisch stehen Süßigkeiten und kleine Geschenke für die Kinder. Die 41-Jährige lebt seit neun Jahren in Deutschland. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern versucht sie, die Traditionen aus Syrien weiterzuführen.
"Morgens gehen wir normalerweise zur Moschee", erzählt sie. "Danach besuchen wir Verwandte und Bekannte." Auch Nuhas Eltern und Geschwister leben in Syrien. Während ihre Familie in Syrien das Fest mit vielen Angehörigen begeht, feiert Nuha es in einer kleinen Runde in Deutschland.
"Meine Eltern und meine Geschwister fehlen mir sehr", sagt Nuha.
"Wenn ich sehe, dass alle zusammen feiern und ich nur per Video dabei bin, dann ist das schwer." Nuha
Gleichzeitig ist es ihr wichtig, dass ihre Kinder die eigenen Traditionen kennenlernen. "Wir möchten unsere Kultur auch unseren Kindern zeigen", sagt sie.
Opferfest 2026 in NRW: Ist an dem Tag schulfrei?
Das Opferfest ist in NRW kein gesetzlicher Feiertag. Schülerinnen und Schüler können sich jedoch für den ersten Festtag vom Unterricht befreien lassen. In der Regel müssen Eltern dafür vorab einen Antrag bei der Schule stellen.
Das ist für manche Familien wichtig, damit Kinder das Fest gemeinsam mit ihren Angehörigen feiern und religiöse Traditionen erleben können.
Zwischen neuer Heimat und alten Traditionen
Für viele Musliminnen und Muslime in Deutschland ist das Opferfest ein Stück Heimat. Besonders für Menschen, die ihre Herkunftsländer verlassen mussten. Das gemeinsame Essen, das Schmücken der Wohnung oder das Backen traditioneller Süßigkeiten schaffen ein Gefühl von Nähe - auch wenn die Familie weit weg ist.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Maha
- Gespräch mit Nuha
Sendung: WDR.de, So feiern Muslime das Opferfest in NRW, 26.05.2026, 21:03 Uhr