In NRW gibt es 36 Justizvollzugsanstalten mit mehr als 18.000 Plätzen und fünf Jugendarrestanstalten mit mehr als 250 Plätzen. Es gibt da nur ein Problem: Nachwuchs für den Vollzugsdienst. Deshalb sucht das Land nun ganz gezielt nach geeignetem Personal, das in den Gefängnissen wachen soll - und die müssen für den verantwortungsvollen Job besondere Kriterien erfüllen.
Ansprache von Kandidaten im Fitnessstudio
"Das sind insbesondere junge, aktive Menschen, für die körperliche Fitness eine wichtige Rolle spielt. Wenn dazu auch die charakterliche Eignung vorliegt und die formalen Einstellungsvoraussetzungen gegeben sind, sind dies beste Voraussetzungen für eine Tätigkeit im Justizvollzug", so ein Sprecher des Justizministeriums.
15-Sekunden-Werbevideo ohne Ton
Konkret geht es laut Ministerium um den Berufseinstieg in den Allgemeinen Vollzugsdienst. Im Spot sollen Gefängnis-Bedienstete in der Krankenstation, beim Kontrollgang oder auch mit Schutzschild und Helmen beim simulierten Stürmen einer Zelle zu sehen sein. Die Kosten für die Ausspielung in den Fitnessstudios liegen nach Landesangaben im mittleren fünfstelligen Bereich.
Limbach: "Das Rückgrat unseres Justizvollzugs"
Justizvollzugsbeamte sind Landesbedienstete, ähnlich wie die Polizei uniformiert, und kümmern sich um den sicheren und ordnungsgemäßen Vollzug. Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) sagte, der Allgemeine Vollzugsdienst sei das Rückgrat des Justizvollzugs: "Wir suchen junge und sportliche Menschen, die in einem starken Team einen sinnstiftenden Dienst für die Gesellschaft leisten wollen."
Sozial verantwortungsvoller Dienst
Justizvollzugsbeamte arbeiten mit Fachdiensten wie dem Psychologischen Dienst, Sozialdienst, Pädagogischen Dienst oder dem Seelsorglichen Dienst daran, dass Gefangene auch nach der Inhaftierung in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten führen.
Aufstiegsmöglichkeiten mit höherer Besoldung
Die Beamten haben die Möglichkeit - entsprechende Bewährung vorausgesetzt - durch unterschiedliche Beförderungsämter in die Besoldungsgruppe A 11 aufzusteigen. Dies entspricht einem monatlichen Bruttogehalt von bis zu 5.086 Euro.
Unsere Quellen:
- NRW-Landesjustizvollzugsdirektion
- Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen
- dpa
Über dieses Thema berichtet der WDR im WDR-Hörfunk: WDR aktuell bei WDR2, 23.11.2025, 8 Uhr.