Eine Fotocollage mit Nobelpreisträger Benjamin List samt Nobelpreis, einer Statue von Beethoven auf dem Münsterplatz Bonn und einem Portrait von Heinrich Böll

Sie haben die Welt verändert: Genies aus NRW

Sie haben die Welt verändert: Genies, Vordenker und Nobelpreisträger aus NRW

Stand:

Nach ihnen sind Straßen, Schulen und sogar Seen benannt, sie wurden mit Nobelpreisen ausgezeichnet und sind aus der Weltgeschichte nicht mehr wegzudenken. Diese Genies aus Kultur, Wissenschaft und Medizin stammen aus NRW.

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Bahnbrechende Medizin

Remscheider macht den Körper durchsichtig: Wilhelm Conrad Röntgen

Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) revolutionierte die Medizin und rettete damit wohl unzählige Leben. Der in Lennep - heute ein Teil von Remscheid - geborene Physiker machte am 8. November 1895 eine bahnbrechende Entdeckung: sogenannte X-Strahlen, die später Röntgenstrahlen heißen sollten. Endlich war es möglich, das Innere des menschlichen Körpers sichtbar zu machen, ohne ihn - wie bisher - zu öffnen.

Uwe Busch, Direktor des Röntgen-Museums, über den ersten Superstar der Wissenschaft

00:31 Min. Verfügbar bis 14.09.2027

Für seine Entdeckung erhielt er 1901 den ersten Nobelpreis für Physik. Röntgen verzichtete auf eine Patentierung seiner Entdeckung, um eine schnelle Verbreitung der Technologie zu ermöglichen. Das Deutsche Röntgen-Museum befindet sich in seinem ehemaligen Wohnhaus in Remscheid-Lennep.

Dem Bergischen Land entstammen weitere große Pioniere: Der Wuppertaler Industrielle Friedrich Engels revolutionierte wortwörtlich die Weltgeschichte und Pina Bausch aus Solingen das moderne Tanztheater.

Antibiotika aus Münster: Gerhard Domagk

Gerhard Domagk (1895-1964) war ein deutscher Pathologe und Bakteriologe, der für die Entdeckung der antibakteriellen Wirkung der Sulfonamide, insbesondere des Medikaments Prontosil, bekannt wurde. Die Entdeckung dieses Antibiotikums markierte einen Meilenstein in der Therapie bakterieller Infektionen. Für diese Leistung wurde ihm 1939 der Nobelpreis Medizin verliehen. Aufgrund einer Intervention von Adolf Hitler durfte er den Preis damals nicht annehmen, er wurde ihm schließlich 1947 verliehen.

Enkel Dirk Domagk liest aus den Memoiren seines Großvaters

00:23 Min. Verfügbar bis 14.07.2027

Domagks wissenschaftliche Laufbahn war eng mit Münster verbunden. Ab 1925 war er als Privatdozent an der Universität Münster tätig und wurde später zum Professor für allgemeine Pathologie ernannt. Das Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie der UKM ist nach ihm benannt. Domagk wurde auf dem Waldfriedhof Lauheide in Münster beigesetzt.

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Musiker von Weltformat

Der Gipfel der Wiener Klassik kommt aus Bonn: Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven (1770-1827) wurde in Bonn geboren, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Sein Geburtshaus in der Bonngasse 20 ist heute ein Museum und eine der meistbesuchten Musikergedenkstätten weltweit. Beethovens musikalisches Talent zeigte sich früh. 1778 trat er bereits öffentlich auf und wurde mit 13 Jahren stellvertretender und ein Jahr später fest angestellter Hoforganist.

Im Beethoven-Haus in Bonn werden Original-Manuskripte von Beethoven ausgestellt

00:15 Min. Verfügbar bis 30.05.2027

1792 verließ er Bonn in Richtung Wien, wo er als Komponist Weltruhm erlangte. Er litt an Schwerhörigkeit, die sich innerhalb weniger Jahre zu einer vollständigen Taubheit entwickelte - und Beethoven in eine Lebenskrise stieß. Trotzdem komponierte er weiter.

Wie Ludwig van Beethoven noch immer die Stadt Bonn prägt

Fotogalerie

Ein abstraktes Portrait von Beethoven auf einer grünen Ampel.

Am 17. Dezember 2016, auf den Tag 246 Jahre nach Beethovens Taufe, wurde eine Ampel mit dem Konterfei Beethovens für den Verkehr freigegeben.

Ein schmales Haus mit rosa Fassade und hölzernen Fensterläden.

Am 17. Dezember 1770 kam Ludwig van Beethoven in diesem Haus in der Bonngasse zur Welt. Heute ist hier ein Museum.

Fußgängerzone in Bonn. An Fahnenstangen hängen fahnen mit der Aufschrift Beethovenfest Bonn.

Seit 1945 richtet die Stadt Bonn jährlich im September das Beethovenfest zu Beethovens Geburtstag aus. Einen Monat lang treten hier Künstler aus aller Welt auf.

Postamt am Bonner Münsterplatz. Mittig eine Statue von Beethoven.

Der Bildhauer Ernst Hähnel entwarf das Beethoven-Denkmal am Bonner Münsterplatz. Die Statue wurde 1945 anlässlich des ersten Beethovenfestes enthüllt und ist ein beliebtes Fotomotiv der Stadt.

Die Beethovenhalle in Bonn von der anderen Rheinseite aus.

Die Beethovenhalle wurde anlässlich der Enthüllung des Beethoven-Denkmals entworfen. Aktuell finden keine Veranstaltungen in der Halle statt, da sie seit 2016 umfassend saniert wird.

Eine Beethoven Statue aus Beton vor dem Beethovenhaus in Bonn.

1986 entwarf und konstruierte der Düsseldorfer Kunstprofessor Klaus Kammerichs die Skulptur mit dem Namen "Beethon". Der aus Beton geformte Beethoven-Kopf steht vor der Beethovenhalle.

Ein Graffiti von Beethoven am Eingang einer Straßenunterführung.

Eugen Schramm schuf das Beethoven-Graffito an der Brüdergasse. Die Organisation "Bürger für Beethoven" setzt sich dafür ein, Beethovens Erbe in der Stadt Bonn zu erhalten.

Am 17. Dezember 2016, auf den Tag 246 Jahre nach Beethovens Taufe, wurde eine Ampel mit dem Konterfei Beethovens für den Verkehr freigegeben.

Am 17. Dezember 1770 kam Ludwig van Beethoven in diesem Haus in der Bonngasse zur Welt. Heute ist hier ein Museum.

Seit 1945 richtet die Stadt Bonn jährlich im September das Beethovenfest zu Beethovens Geburtstag aus. Einen Monat lang treten hier Künstler aus aller Welt auf.

Der Bildhauer Ernst Hähnel entwarf das Beethoven-Denkmal am Bonner Münsterplatz. Die Statue wurde 1945 anlässlich des ersten Beethovenfestes enthüllt und ist ein beliebtes Fotomotiv der Stadt.

Die Beethovenhalle wurde anlässlich der Enthüllung des Beethoven-Denkmals entworfen. Aktuell finden keine Veranstaltungen in der Halle statt, da sie seit 2016 umfassend saniert wird.

1986 entwarf und konstruierte der Düsseldorfer Kunstprofessor Klaus Kammerichs die Skulptur mit dem Namen "Beethon". Der aus Beton geformte Beethoven-Kopf steht vor der Beethovenhalle.

Eugen Schramm schuf das Beethoven-Graffito an der Brüdergasse. Die Organisation "Bürger für Beethoven" setzt sich dafür ein, Beethovens Erbe in der Stadt Bonn zu erhalten.

Beethoven starb 1827 in Wien und liegt dort in einem Ehrengrab der Stadt. Wer mehr über den Komponisten erfahren möchte, kann in Bonn das Beethoven-Haus besuchen.

Moderne Musik ist ohne Düsseldorf nicht zu denken: Kraftwerk

1970 gründeten Florian Schneider-Esleben und Ralf Hütter an der Robert-Schumann-Hochschule für Musik in Düsseldorf eine Band, die die moderne Musik maßgeblich prägen sollte. Nur vier Jahre später gelang Kraftwerk mit dem Album "Autobahn" der internationale Durchbruch. Auf diesem Album war Wolfgang Flür als Schlagzeuger vertreten, 1975 sollte Karl Bartos folgen. Die "klassische" Besetzung von Kraftwerk war geboren.

Die vier Musiker der klassischen Kraftwerk-Besetzung während eines Konzerts. Im Hintergrund sind die Bandmitglieder als riesige Puppen auf einer Videowand abgebildet.

Die klassische Besetzung von Kraftwerk spielt 1975 auf der Bühne Radioaktivität

Heutige Chart- und Clubmusik wäre ohne Kraftwerk nicht denkbar. Ihr minimalistischer, maschineller Sound legte den Grundstein für Synth-Pop, Techno, House, Electro und Hip-Hop. Ihr konzeptueller Stil beeinflusste zudem die Ästhetik von Live-Performances, Visuals und Musikproduktion. Ohne Kraftwerk gäbe es die elektronische Popkultur in ihrer heutigen Form vermutlich nicht.

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Durchblick in Technik und Industrie

Digitaler Visionär aus Paderborn: Heinz Nixdorf

Heinz Nixdorf (1925-1986) war ein Computerpionier und einer der prägendsten Unternehmer der deutschen Nachkriegszeit. Seine enge Verbindung zu Paderborn machte die Stadt zu einem frühen Zentrum der Computerindustrie. Mit der Nixdorf Computer AG schuf er einen der größten Computerhersteller Europas - und das aus Ostwestfalen heraus, fernab der üblichen Wirtschaftszentren in NRW. Dabei startete Nixdorf sein Unternehmen mit Unterstützung von RWE 1952 in Essen und siedelte später in seine Heimatstadt zurück.

Heinz Nixdorf spricht über seine Computer

00:14 Min. Verfügbar bis 14.07.2027

Nixdorf setzte früh auf die Demokratisierung von Technologie, unterstützte praxisnahe Bildung und war begeisterter Sportler. Das Nixdorf Museumsforum in Paderborn ist heute eines der weltgrößten Computermuseen.

Der "Vater des Ruhrgebiets" aus Hagen: Friedrich Harkort

Friedrich Harkort (1793-1880), geboren auf Gut Harkorten in Hagen-Haspe, gilt als einer der Wegbereiter der industriellen Revolution in Deutschland. In Wetter gründete er 1819 die Mechanischen Werkstätten, eine der ersten Maschinenbaufirmen im Ruhrgebiet. Ohne ihn wäre die Kohleförderung im Ruhrgebiet in der Form nicht möglich gewesen. Zudem trug sein Einfluss zum Bau zahlreicher Eisenbahnstrecken bei.

Archivar Dietrich Thier über Harkorts Einfluss

00:26 Min. Verfügbar bis 14.07.2027

Harkort setzte sich aber auch für soziale Reformen ein. Er forderte bessere Bildung für Arbeiter, staatlich geförderte Schulen und war ein Befürworter von Betriebskrankenkassen und Arbeiterrechten. Friedrich Harkort war eine prägende Figur der Region, und sein Erbe ist bis heute in zahlreichen Einrichtungen und Denkmälern im Ruhrgebiet präsent, ein wenig wie Herbert Grönemeyer: Sozial engagiert, etwas väterlich und in der DNA des Ruhrgebiets fest verankert.

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Hoch hinaus mit Physik und Chemie

Flugpionier und Mathegenie aus Aachen: Theodore von Kármán

Theodore von Kármán (1881-1963) war ein ungarischer Physiker und Ingenieur, der als einer der Begründer der modernen Aerodynamik gilt. Seine enge Verbindung zu Aachen begann 1913, als er die Leitung des "Instituts für Mechanik und Flugtechnische Aerodynamik" an der "Königlich Rheinisch-Westphälischen Polytechnischen Schule Aachen" (heute RWTH Aachen) übernahm.

Theodore von Kármán von der Seite. Er schreibt auf eine Tafel und schaut dabei in die Kamera

An der RWTH ist ein Hörsaal nach ihm benannt: Flugpionier Theodore von Kármán

Nach dem Ersten Weltkrieg gründete er 1920 gemeinsam mit Studierenden die Flugwissenschaftliche Vereinigung Aachen, die bis heute besteht. Mit dem Erstarken der Nazis siedelte er in die USA über und war dort an zahlreichen Forschungsprojekten und Instituten im Bereich der Raketen- und Flugzeugforschung beteiligt. Sein Wirken wird in Aachen bis heute gewürdigt - unter anderem durch das Kármán-Auditorium der RWTH Aachen und die Kármánstraße in der Stadt.

Chemie-Nobelpreis für Mülheim an der Ruhr: Benjamin List

Manch einer mag bei Genie aus Mülheim an Helge Schneider denken, der hat aber noch keinen Nobelpreis gewonnen. Benjamin List hingegen schon. Zwar ist er in Frankfurt am Main geboren, aber seit 2005 als Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr tätig. Für seine bahnbrechende Arbeit zur Entwicklung der asymmetrischen Organokatalyse wurde ihm 2021 der Nobelpreis für Chemie verliehen.

Benjamin List wird gefeiert und spricht über den Anruf des Nobelkomitees

00:22 Min. Verfügbar bis 14.07.2027

Diese Methode ermöglicht es, chemische Reaktionen effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten, indem sie auf organische Moleküle zurückgreift, anstatt auf teure oder toxische Metalle - besonders wichtig für die Herstellung von Medikamenten. Mittlerweile ist er Ehrenbürger der Stadt Mülheim. Nur die Begrüßung mit Schampus und Standing Ovations am heimischen Institut war wahrscheinlich noch schöner als der Preis selbst.

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Weltbekannte Literaten und Maler

Das "Gewissen der Nation" ist Kölsch: Nobelpreisträger Heinrich Böll

Die Fassade der Hülchrather Straße 7 im Kölner Agnesviertel wurde 1972 berühmt. Zu der Zeit lebte dort der Schriftsteller Heinrich Böll (1917-1985), der in diesem Jahr mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Sein Essay "Hülchrather Straße" ist eine literarische Hommage an dieses Viertel. Geboren im Kölner Süden, blieb er seiner Heimatstadt zeitlebens eng verbunden.

Neffe Thomas Böll erinnert sich an seinen Onkel zur Zeit des Nobelpreisgewinns

00:25 Min. Verfügbar bis 14.07.2027

Böll war einer der bedeutendsten Autoren der sogenannten "Trümmerliteratur" nach dem Zweiten Weltkrieg. Böll war kein unpolitischer Schriftsteller. In den 1970er-Jahren mischte er sich wiederholt in öffentliche Debatten ein und war besonders in konservativen Kreisen umstritten. Er veröffentlichte literarische Stellungnahmen, die ihn zu einer moralischen Stimme der Bundesrepublik machten. In Köln erinnert heute nicht nur das Heinrich-Böll-Archiv an sein Werk, sondern auch Straßen, Schulen und Plätze tragen seinen Namen. Seine Werke sind Pflichtlektüre an vielen Schulen und werden regelmäßig neu aufgelegt.

Ein Barockmeister aus Siegen: Peter Paul Rubens

Peter Paul Rubens (1577-1640), einer der bedeutendsten Maler des Barock, wurde in Siegen geboren. Die Familie zog später nach Köln und kehrte schließlich nach Antwerpen zurück, wo Peter Paul Rubens seine künstlerische Laufbahn begann. Der Begriff "Rubensfrau" geht auf ihn zurück: Rubens malte in vielen Werken Frauenfiguren, die deutlich von dem abweichen, was heute als "Modelmaß" gilt - ganz im Sinne des barocken Ideals von Fülle und Fruchtbarkeit.

Für Kunsthistoriker Christoph Stiegemann war Rubens seiner Zeit voraus

00:20 Min. Verfügbar bis 14.07.2027

Obwohl Rubens nur seine früheste Kindheit in Siegen verbrachte, ist die Stadt stolz auf ihren berühmten Sohn. Das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss zeigt eine Ausstellung zu seinem Schaffen.

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