100 Kilometer für Tiere: Lauf startet in Kamp-Lintfort
WDR. 00:44 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Kurz vor 11 Uhr herrscht am Donnerstag auf dem Kiebitzweg ungewohnter Trubel. Nachbarn stehen vor ihren Häusern, Freunde machen Fotos, Verwandte umarmen sich. Immer wieder schauen Menschen auf die Uhr. Alle warten auf Yannis Buschmann.
Der 18-Jährige steht vor seinem Elternhaus und begrüßt die Menschen, die ihn bei seiner bislang größten Herausforderung unterstützen wollen.
Wichtige Aktion für Tierherberge
In den nächsten 48 Stunden möchte er mehr als 100 Kilometer durch Kamp-Lintfort laufen. Mit seinem "Pet Run" sammelt er Spenden für die Tierherberge. Auch dort hofft man auf einen erfolgreichen Tag. "Wir können bei uns wirklich jeden Cent gebrauchen", sagt eine Mitarbeiterin der Tierherberge, die gemeinsam mit einigen Hunden zum Start gekommen ist. "Allein die Tierarztkosten sind zuletzt immens gestiegen."
"Solche Aktionen wie die von Yannis helfen uns beim Überleben." Martina Klein, Tierherberge Kamp-Lintfort
Schon vor dem Start wächst die Spendensumme
Zwischen den Gästen steht Yannis’ Mutter Janine Buschmann. In den Händen hält sie ein Sparschwein. Immer wieder kommen Menschen vorbei und werfen Geld hinein. Janine Buschmann schüttelt es vorsichtig. Münzen klimpern. "Da ist schon ordentlich was drin", sagt sie und lacht. "Die Scheine hört man halt nicht. Ich bin gespannt, wie viel es am Ende sein wird." Die Unterstützung sei schon in den vergangenen Tagen groß gewesen. Viele Menschen hätten bereits gespendet oder sich bei ihrem Sohn gemeldet.
Ein Banner für Yannis' Aktion
Auch eine Anwohnerin aus der Nachbarschaft kommt vorbei und steckt einen Geldschein in das Sparschwein. "Gutes tun ist immer schön", sagt sie. "Erst recht, wenn es um Tiere geht. Ich habe von der Aktion gehört und bin extra hergekommen, um meinen Beitrag zu leisten."
Läufer aus Krefeld begleiten die ersten Runden
Unter den Gästen stehen auch zwei Hobbyläufer aus Krefeld. Persönlich kennen sie Yannis nicht. "Wir finden die Aktion super", sagt einer von ihnen. "Heute ist Feiertag. Da haben wir uns einfach mal auf den Weg nach Kamp-Lintfort gemacht."
Yannis wird bei seiner Challenge begleitet
Auch viele Freunde von Yannis sind gekommen. Einige haben Fahrräder dabei, andere E-Scooter. "Das packt der locker", sagt einer von ihnen. "Der ist letztes Jahr von hier bis nach Paris gelaufen."
Großer Jubel zum Start
Dann wird es plötzlich laut. 11 Uhr. Eine Stadiontröte ertönt. Applaus, Jubel. Yannis setzt sich in Bewegung. Die ersten Schritte seiner 48-Stunden-Challenge. Rund 25 Minuten später taucht er wieder auf. Die erste Runde ist geschafft. 4,5 Kilometer liegen hinter ihm. "Läuft", sagt er lächelnd. "Jetzt kommen noch über 20." Hinter ihm setzt sich ein kleiner Tross in Bewegung. Freunde begleiten ihn auf Fahrrädern und E-Scootern. Eine Mitarbeiterin der Tierherberge läuft mit einem Hund einige hundert Meter neben ihm her.
Größte Herausforderung ist die Nacht
Bis Samstag um 11 Uhr will Yannis unterwegs sein. Dazwischen sind nur kurze Pausen zum Essen vorgesehen. Die längste Unterbrechung plant er in der Nacht ein: zwei bis drei Stunden Schlaf. Genau davor hat der 18-Jährige den größten Respekt.
Das Laufen selbst sei das eine. Schwieriger werde es, nach kurzer Zeit wieder aufzustehen und weiterzumachen. "Der Schlafentzug wird die härteste Herausforderung", hatte Yannis vor dem Start gesagt. Vielleicht werden es am Ende sogar mehr als die geplanten 100 Kilometer. "Ist ja für den guten Zweck", sagt er. "Da laufe ich gerne auch ein paar Meter mehr."
170 Kilometer und 3.700 Euro für die Tierherberge
Und Yannis ist flott unterwegs. Die 100 Kilometer hat er schon vor Ablauf der ersten 24 Stunden geschafft. Trotzdem zieht er seine 48-Stunden-Challenge durch. Seine Freunde begleiten ihn Tag und Nacht, motivieren und massieren ihn. Zuhause sorgen seine Eltern für Verpflegung - besonders mit Nudelsalat.
Jubel und Tränen am Ziel
Yannis erschöpft im Ziel nach 48 Stunden
Am Samstag um 11 Uhr kehrte Yannis nach rund 170 Kilometern an seinen Startpunkt zurück. Unter Applaus und sichtlich erschöpft durchläuft er das symbolische rote Band, fällt seiner Mutter in die Arme und verkündet die Spendensumme: Mehr als 3.700 Euro für die Tierherberge. Die Mitarbeiterinnen kämpften mit den Tränen. Und Yannis kündigte schon die nächste große Aktion an. Die soll aber noch geheim bleiben.
Unsere Quellen:
- Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Yannis läuft 100 Kilometer für die Tiere, 04.06.2026, 16:00 Uhr
