Die Greenwall ist weit mehr als eine bepflanzte Wand. Auf dem Schulgelände entsteht ein Gesamtkonzept aus Solaranlage, Begrünung und intelligenter Bewässerung. Künftig soll Regenwasser vom Dach gesammelt und gezielt für die Pflanzen genutzt werden. Ziel ist es, Klimaschutz für Schülerinnen und Schüler erlebbar zu machen.
Klimaschutz zum Anfassen
Die Idee entstand vor rund zwei Jahren. Zu den Initiatoren gehören Tessa Domeier und Maximilian Beykirch, die inzwischen die Schule verlassen haben, das Projekt aber weiterhin unterstützen. Die bundesweite Aufmerksamkeit freut sie. "Es würde mir schon sehr viel bedeuten", sagt Domeier mit Blick auf die mögliche Auszeichnung. Sie hoffe, "dass auch Schulen oder Unternehmen unsere Ideen aufgreifen, damit man vielleicht sogar noch etwas mehr bewegen kann".
Lernen durch Ausprobieren
Entwickelt wird die Greenwall in einem Praxiskurs, in dem die Jugendlichen eigene Ideen umsetzen können. Aktuell arbeiten sie an einem automatischen Trimmer für die spätere Fassadenbegrünung. Dazu habe man eine Heckenschere an ein kleines Gerüst montiert, "die später über einen Motor nach oben und unten gezogen wird", erklärt Schüler Marco Immig. Das ist es auch, was er und seine Mitschüler dabei vor allem schätzen: Es bleibt selten nur theoretisch, Ideen werden oft in die Praxis umgesetzt.
"Wir arbeiten hier mit dem Neuesten, was es gibt. Da kriegen wir schon einen guten Einblick, ob wir Lust haben, in Zukunft in dem Bereich zu arbeiten." Daniel Santos Krallmann, Schüler Gesamtschule Lauerhaas
Schule mit eigenem High-Tech-Labor
Die Technik hinter dem Projekt ist bemerkenswert. Möglich wurde sie auch durch Preisgelder und Fördermittel. Die Schule hat in den vergangenen Jahren mehrfach Auszeichnungen erhalten und die Gewinne direkt in die Weiterentwicklung der Greenwall investiert. "Das ist gewachsen über die Jahre", sagt Lehrer Sönke Ten Freyhaus. "Wir haben ein gutes Team aus Kollegen, die hier mit Herzblut dran arbeiten. Wir nehmen an Wettbewerben teil und stellen Förderanträge. So bekommen wir das finanziert".
Viel Raum für Ideen
Im Kurs erhalten die Jugendlichen viel Freiraum für eigene Ideen. "Die Lehrer geben wichtige Tipps, unterstützen und helfen", sagt Schülerin Lucy Krott. Das Verhältnis sei dabei deutlich lockerer als im klassischen Unterricht. Für die Greenwall könnte nun der bisher größte Erfolg bevorstehen. Mit dem Titel "Deutschlands Energiesparmeister" würde das Projekt bundesweit als Vorbild für Klimaschutz und nachhaltige Bildung ausgezeichnet werden. Außerdem winken weitere 2.500 Euro Preisgeld, die in neue Technik investiert werden könnten.
Die Abstimmung für die Projekte der Landessieger ist mittlerweile geschlossen. Am 26. Juni soll auf der Seite "Energiesparmeister" die Gewinnerschule bekanntgegeben werden.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung der Gesamtschule Am Lauerhaas
- Interviews mit Schülern und Lehrer der Gesamtschule Am Lauerhaas
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Schülerprojekt hofft auf bundesweite Auszeichnung, 16.06.2026, 15:50 Uhr