Hebammen in Kempen sammeln Unterschriften gegen Kreißsaal-Schließung
03:14 Min.. Verfügbar bis 07.04.2028.
Hebammen in Kempen sammeln Unterschriften gegen Kreißsaal-Schließung
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Am 30. Juni soll die Geburtsstation einer Klinik in Kempen schließen. Hebammen haben bereits 14.000 Unterschriften für den Erhalt gesammelt, um ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, welche Bedeutung aus ihrer Sicht die Station in der Stadt hat.
Die Nachricht traf die Kempener vollkommen überraschend: Ende Juni wird der Kreißsaal des Hospitals zum Heiligen Geist geschlossen. Schwangere sollen ihre Kinder künftig im Klinikum in Viersen zur Welt bringen.
Die Entscheidung wurde vor wenigen Tagen bekanntgegeben. Die freiberufliche Hebamme Claudia Brieske und ihre Kolleginnen in Kempen wollen das nicht hinnehmen.
Über 14.000 Unterschriften für Erhalt der Geburtsstation
"Frauen haben ein Grundrecht auf die Wahlfreiheit des Geburtsortes und diese Freiheit wird ihnen genommen", betont Claudia Brieske im Gespräch mit dem WDR. "Wir kümmern uns hier in Kempen mit viel Ruhe und Empathie um die Frauen und wollen das auch weiterhin tun."
Hebamme Claudia Brieske (Mitte) und ihre Kolleginnen kämpfen für die Geburtsstation in Kempen.
Brieske und andere Hebammen haben eine Online-Petition für den Erhalt der Geburtsstation in Kempen gestartet. Innerhalb weniger Tage sammelten die Initiatorinnen über 14.000 Unterschriften.
"Wir bekommen sehr viel Unterstützung von Familien, Politikern und dem medizinischen Personal in Kempen. Nun hoffen wir, dass die Entscheidung noch zurückgenommen wird", sagt Brieske.
Eltern kritisieren geplante Schließung
Auch viele Eltern in Kempen sprechen sich dafür aus, dass der Kreißsaal in ihrer Stadt erhalten bleibt. Linda Koopmann wurde selbst im Hospital zum Heiligen Geist geboren und hat auch ihre Tochter dort zur Welt gebracht.
Linda Koopmann will unbedingt, dass der Kreißsaal in Kempen geöffnet bleibt.
"Die Nachricht hat mich super schockiert. Ich plane, meine anderen Kinder auch noch hier zu bekommen", sagt Koopmann. Sie kämpft mit den Tränen. "Wir brauchen die Geburtshilfe hier nah bei uns. Es hängt ganz viel Herz an der Geburtsstation. Sie ist so familiär und für uns nicht wegzudenken."
Das Hospital zum Heiligen Geist hat sich gegenüber dem WDR bislang nicht zur geplanten Schließung der Geburtsstation geäußert. In einer Pressemitteilung vom 1. April heißt es, dasss die Geburtshilfe im ganzen Kreis Viersen so gestärkt werden und sich im Allgemeinen Krankenhaus in Viersen zentrieren solle.
Suche nach Alternativen in Dormagen
Die Kempener wollen weiter für den Erhalt ihres Kreißsaals kämpfen. In einigen anderen Städten wurden Geburtsstationen bereits geschlossen. In Dormagen gibt es seit einem Jahr keine Geburtsklinik mehr. Die Stadt möchte hier nun eine Alternative schaffen.
Die Stadt Dormagen hat Ende März ein Haus gekauft und will dort ein Geburtshaus einrichten. Aktuell wird unter anderem geprüft, ob hier von Hebammen begleitete Geburten stattfinden könnten und das Konzept finanziell tragbar wäre.
Hebammen hätten bereits Interesse angemeldet, teilt ein Stadtsprecher auf WDR-Anfrage mit. In einigen Monaten soll das Konzept den Politikern in Dormagen vorgelegt werden.
Unsere Quellen:
- Stadt Dormagen
- Pressemitteilung Hospital zum Heiligen Geist
- WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 07.04.2026, 15.31 Uhr Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 11.03.2026, 19:30 Uhr