Die wechselvolle Geschichte des Airport Weeze

WDR Verfügbar bis 11.03.2037

Militär und Mega-Party Die wechselvolle Geschichte des Airport Weeze

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Am kommenden Wochenende feiert die Gemeinde Weeze ihr 800-jähriges Bestehen. Bekannt gemacht hat die Gemeinde in NRW aber vor allem der Flughafen. Mehr als vier Jahrzehnte waren hier britische Fliegerstaffeln stationiert. Inzwischen starten von Weeze aus Millionen Passagiere in den Urlaub - und im Sommer kommen zigtausende Menschen her, um "Parookaville" zu feiern.

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Markus Waerder

Im Royal Air Force Museum erinnern Flieger, Fotos, Uniformen und Jahrbücher an jene Zeit, als in Weeze bis zu 5.000 Soldaten und ihre Familien stationiert waren. 1954 hatten die Briten hier - direkt an der niederländischen Grenze - einen ihrer wichtigsten Stützpunkte errichtet. Berühmt durch die Tornados und die Harrier, die Senkrechtstarter der Royal Air Force.

Sie kamen als Besatzer - und gingen als Freunde

Ein älterer Mann mit Brille, Hemd, Weste und Mütze auf dem Kopf steht vir einem Militärfahrzeug

Der Brite Hal Palmer blieb in Weeze

Hal Palmer erinnert sich noch gut an diese Zeit: "Das Verhältnis zwischen die Engländer hier mit die Zivilbevölkerung war immer sehr gut", sagt der 77-Jährige, selbst Kind einer Soldatenfamilie. Auf dem Airport brachte es der Elektriker bis zum technischen Leiter. Hier lernte er seine Frau kennen und blieb in Weeze, als die Royal Air Force 1999 den Stützpunkt aufgab. Mit ihm blieben Dutzende weiterer Briten, weil sie hier Familie gegründet hatten.

"Die haben ja zusammen auch Fußball gespielt und alles Mögliche an Sportarten und wurden auch eingeladen, wenn ein Fest war." Hal Palmer

Palmer blieb auf dem Airport. Denn einen Technischen Leiter konnte man hier gut gebrauchen. Der Plan der politisch Verantwortlichen im Kreis Kleve war klar: Aus dem militärischen sollte ein ziviler Flughafen werden.

Turbulenter Start beim Übergang zum Zivilflughafen

Menschen stehen Schlange in einem Flughafen-Terminal

Aus den Anfangstagen: Das Terminal des Weezer Flughafens im Jahr 2003

Die erste Fluggesellschaft, die von Weeze aus im zivilen Flugbetrieb startete - V-Bird - ging schnell pleite. Und immer wieder gab es Diskussionen darüber, ob und wie viele versteckte Subventionen der Flughafen wirklich verschlingt.

Zwei militärisch gekleidete Modepuppen stehen in einem großen Raum, an der Decke hängt ein kleines Flugzeug, auch im Hintergrund am Boden ist ein FLugzeug zu sehen

Blick ins Royal-Airforce-Museum

Inzwischen scheint der Airport aus dem Gröbsten raus. Der irische Billigflieger Ryanair hat hier eine Basis eingerichtet. Eine erfolgreiche Partnerschaft - aber auch eine große Abhängigkeit. Doch Geschäftsführer Sebastian Papst ist guter Dinge, der Flughafen sei aktuell dabei, die Kapazitäten auszubauen: "Wir sind natürlich immer im Gespräch mit neuen Airlines. Aber wir haben ja ein sehr großes Gelände, wo wir einen Flughafen haben, aber auch Events stattfinden und Gewerbe angesiedelt ist."

Und genau auf diesem Gelände begann später die nächste Erfolgsgeschichte: Parookaville.

Elektronische Musik in der Mega-Stadt "Parookaville"

2015 verwirklichten Bernd Dicks und zwei Mitstreiter vom Niederrhein ihren Traum: Parookaville. Drei Tage elektronische Musik auf jenem Airport, in dessen Nähe sie aufgewachsen waren.

"Die Leute waren hungrig und unsere Idee war ja: Lass uns ne Party schmeißen, die wir selber feiern wollen." Bernd Dicks, Mitbegründer von Parookaville
Ein Tätowierer tätowiert bei Parookaville 2025 einem Mann etwas auf die Brust.

Auch 2025 gab es wieder Tätowierer auf dem Parookaville.

Heute ist Parookaville ein Mega-Event nicht nur für Techno-Freaks. Mit Campingplatz und Standesamt, mit Tattoo-Studio und Musik auf mehreren Bühnen. Dass es so schnell eines der größten Festivals Deutschlands würde, hat Dicks gefreut, aber auch überrascht: "Dass das von Null auf 200.000 in nur vier Jahren passiert, das hätten wir bis heute nicht gedacht."

Und auch die Gewerbeflächen sind heiß begehrt. Erst vor kurzem hat sich ein ganz großer Player angesiedelt: Rheinmetall. Er will hier Bauteile für ein Kampfflugzeug der Luftwaffe produzieren und verspricht 400 Arbeitsplätze. Auf einem Gelände, das vor 72 Jahren als britischer Militärflugplatz begann und heute mitprägt, wofür Weeze im 800. Jahr seines Bestehens bekannt ist.

Die wechselvolle Geschichte des Airport Weeze

WDR 27.05.2026 05:31 Min. Verfügbar bis 26.05.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Beobachtungen und Interviews des WDR-Reporters vor Ort
  • Interview mit Airport Weeze-Geschäftsführer Sebastian Papst
  • Interview mit Parookaville-Gründer Bernd Dicks
  • WDR-Berichterstattung

Sendung: WDR 3 Mosaik, "Die wechselvolle Geschichte des Airport Weeze", 27.05.2026, 06:15 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 27.05.2026, 19:30 Uhr

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