Im Kreis Kleve werden neue "Weiße Kreuze" aufgestellt

WDR 01:35 Min. Verfügbar bis 11.03.2037

Neue "Weiße Kreuze" Gedenken an Unfalltote im Kreis Kleve

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Im Kreis Kleve sterben viele Menschen bei Verkehrsunfällen. Nun wurden erneut "Weiße Kreuze" zur Mahnung aufgestellt.

Von Leonie Miß

Sie sei ein bisschen traurig, sagt eine Frau zu einer anderen. Dabei wischt sie sich Tränen vom Gesicht, dann nehmen sie sich in den Arm. Am 13. September vergangenen Jahres haben sie Angehörige bei einem schweren Unfall verloren.

Bei dem verheerenden Verkehrsunfall auf der Triftstraße in Bedburg-Hau sind drei Menschen ums Leben gekommen. Der 28-jährige Fahrer verstarb sofort im Auto, die beiden Insassen - ein 49-jähriger Mann und ein 15-jähriger Junge wurden aus dem Auto geschleudert und verloren noch an der Unfallstelle ihr Leben.

14 neue "Weiße Kreuze"

Genau an der Stelle erinnern nun drei "Weiße Kreuze" an die Verstorbenen. Die Polizei hat sie mit Landrat Christoph Gerwers am Mittwoch bei einem gemeinsamen Gedenken im Beisein von rund einem Dutzend Angehöriger installiert. Seit 2003 gibt es das Projekt "Weiße Kreuze". Es wurde von der Kreispolizei Kleve ins Leben gerufen.

Die Aktion ist Teil einer jährlichen Initiative. Sie soll auf die Folgen von Verkehrsunfällen aufmerksam machen und zur Rücksicht mahnen. Es sind die ersten von insgesamt 14 weiteren "Weißen Kreuzen" in Bedburg-Hau.

Ein weißes Kreuz und diverse Kerzen, Steine und Blumen, die an Verkehrstote erinnern sollen

Kerzen, Steine und Blumen sollen an Verkehrstote erinnern

Der Kreis Kleve ist seit Jahren einer der Kreise mit den meisten Verkehrstoten in Nordrhein-Westfalen. 2025 starben dort 19 Menschen bei Verkehrsunfällen. Im Jahr 2024 waren es 23 Tote. Der Kreis Kleve gilt laut Unfallstatistik 2025 als Region mit den gefährlichsten Straßen in NRW. Das bedrückt auch den Landrat Gerwers: "Wir stehen damit an einsamer Spitze in NRW, das ist frustrierend."

"Wir stehen damit an einsamer Spitze in NRW, das ist frustrierend." Christoph Gerwers, Landrat

Es gebe Bemühungen, die Unfallrisiken einzudämmen. Gemeinsam mit der Polizei prüfen Straßenbaulastträger, also die zuständigen Behörden, ob Ampelanlagen, Kreiverkehre, Blitzer oder Tempolimits für mehr Sicherheit an den Unfallschwerpunkten sorgen können. Geschwindigkeit sei nicht immer die Unfallursache, sagt Gerwers, "aber je höher die Geschwindigkeit ist, desto schlimmer ist auch die Verletzung".

Opferschutz hilft Angehörigen so lange wie nötig

In seiner Rede an der Unfallstelle würdigt der Landrat die Angehörigen. Es gebe "immer eine Zeit vor und nach dem Unfall". Dafür gibt es Hilfe vom Opferschutz der Polizei. Sie begleiten Angehörige vom Überbringen der schlechten Nachricht und dann so lange, wie es nötig und gewünscht ist.

Mittlerweile kenne man einige Angehörige gut, sagt Achim Jaspers, Leiter Direktion Verkehr der Polizei Kreis Kleve. Er habe vor 25 Jahren den Opferschutz mit Kollegen initiiert. Damals waren sie zu fünft – in Anbetracht der vielen Unfälle eine "extreme Belastung". Mittlerweile sind es 35 Kollegen.

"Wir haben gehofft, dass die Unfälle weniger werden. Aber so ist es leider nicht." Achim Jaspers, Leiter Direktion Verkehr der Polizei Kreis Kleve

Mehr als 400 Kreuze seit 2003

Seit Einführung der Aktion wurden bereits 413 Kreuze aufgestellt. Auch in diesem Jahr gebe es bereits zehn Todesopfer. Zur selben Zeit im vergangenen Jahr waren es vier. "Wir haben gehofft, dass die Unfälle weniger werden", sagt Jaspers, "aber so ist es leider nicht".

Unsere Quellen:

  • Kreispolizei Kleve
  • WDR Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 29.04.2026, 18:00 Uhr

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