Krefeld-Hüls: Demo mit mehr als 1.000 Menschen gegen Neonazi-Gruppe
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In Krefeld haben am Samstag mehr als 1.000 Menschen gegen die Neonazi-Gruppierung "Volksgemeinschaft Niederrhein" demonstriert. Mutmaßliche Mitglieder sollen in den Stadtteil Hüls gezogen sein. Der Stadtteil will ein klares Zeichen für Toleranz setzen.
"Hüls bleibt bunt!" und "Kein Platz für Neo Nazis" ist auf den Schildern der Demonstrierenden zu lesen. Mehr als 1.000 sind bei strahlendem Sonnenschein zum Hülser Marktplatz gekommen. "Wir wollen ein Zeichen setzen, dass unser Stadtteil bunt und tolerant ist", macht Mitorganisator Georg Meurer vom Verein Seebrücke klar. Ein breites gesellschaftliches Bündnis unterstützt die Demo: der lokale Einzelhandel, Gewerkschaften, Parteien.
"Volksgemeinschaft Niederrhein" - neonazistisches Gedankengut
Die "Volksgemeinschaft Niederrhein" ist laut NRW-Innenministerium Teil der Neonazi-Szene. Mitglieder der Gruppierung sollen in den beschaulichen Krefelder Stadtteil Hüls gezogen sein. Einer der führenden Köpfe besitze angeblich ein Entrümpelungsunternehmen, so die Demo-Organisatoren. "Und dadurch wissen die, wo es freie Wohnungen gibt."
Demonstrierende halten Schilder hoch.
In Hüls geben sich die "Volksgemeinschaft"-Mitglieder als ganz unbescholtene, freundliche Nachbarn. „Sie versuchen, sich langsam ins Alltagsleben der Ortsgemeinschaft und die Vereine einzuschleichen", so Bezirksvorsteher Thorsten Hansen von den Grünen. "Aber wir haben uns vernetzt, um solche Versuche hoffentlich früh genug zu erkennen."
Fremdenfeindliche Musik und Ballern mit Spielzeugpistolen
Eine Person, die namentlich nicht genannt werden möchte, hat aber auch schon andere Erfahrungen gemacht: "Die ballern mit Spielzeugpistolen und hören laute Rechtsrock-Musik", beschreibt sie. Die Texte: eindeutig fremdenfeindlich. Und: Auf einem Foto ist ein mutmaßliches Mitglied in einer schwarz-weiß-roten gestreiften Jacke zu sehen - Farben der Flaggen zur Zeit des Dritten Reichs.
Weiter demonstrieren, bis wieder Ruhe einkehrt
Das wollen die Demonstrierenden so nicht hinnehmen. "Uns geht es auch darum zu zeigen, dass die Betroffenen nicht alleine sind", sagt Georg Meuer vom Verein Seebrücke. "Und dass man gegen diese Gruppe etwas tun kann." So wie an diesem Nachmittag in Hüls.
Mitorganisator Georg Meurer möchte mit der Demo ein Zeichen setzen.
Die Demonstranten wollen dranbleiben - so lange, bis der braune Spuk in ihrem beschaulichen Stadtteil im Krefelder Norden ein Ende hat.
Unsere Quellen:
- Verfassungschutzbericht NRW 2023 und 2024
- WDR Interview mit Demonstranten
- WDR Interview mit Georg Meurer vom Verein Seebrücke