Nach Brand im Krefelder Hafen: Erste Ergebnisse der Brandermittler
00:46 Min.. Verfügbar bis 23.12.2027.
Im Krefelder Hafen haben Ermittler erste Ergebnisse zu einer möglichen Brandursache vorgelegt: Eine Straftat, also Brandstiftung sei ausgeschlossen. Das hat die Polizei auf WDR-Anfrage mitgeteilt. Eine Ursache könnte ein technischer Defekt sein.
Der Brandort am Tag danach
Konkret heißt das, möglicherweise hat sich eine alte Batterie selbst entzündet. Wegen der massiven Zerstörung durch das Feuer werde aber die genaue Ursache wohl nie ermittelt, heißt es von der Polizei.
Was war passiert?
Der Brand im Krefelder Hafen wurde der Feuerwehr am frühen Montagmorgen gemeldet. Dort brannte ein großer Schrotthaufen eines Recyclingunternehmens. Bis zu 800 Tonnen Metall waren es nach Angaben der Feuerwehr.
Brand in Krefelder Recyclingbetrieb | Video
00:23 Min.. Verfügbar bis 22.12.2027.
Bis zu 300 Feuerwehrleute im Einsatz
Menschen kamen laut Polizei nicht zu Schaden. Zum Glück sei auch während des Großeinsatzes niemand verletzt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher.
Die Feuerwehr war zwischenzeitlich mit bis zu 300 Einsatzkräften vor Ort. Unterstützt wurden die Krefelder Feuerwehrleute von Kollegen aus Essen, Meerbusch, dem Kreis Wesel und Duisburg. Vier angrenzende Firmen am Hafen mussten vorsorglich evakuiert werden, Wohnhäuser waren nicht betroffen.
Die Feuerwehr nutzte für die Löscharbeiten auch Rhein-Wasser
Auch die Warnung über die Warn-App NINA für den Bereich wurde aufgehoben. Die Mitarbeitenden der Firmen könnten am Dienstag wieder zur Arbeit kommen, hieß es von der Feuerwehr. Um den Brand zu bekämpfen, nutzten die Einsatzkräfte auch Wasser aus dem Rhein. Gegen 2 Uhr nachts rückten die letzten Einsatzkräfte ab, teilte die Krefelder Feuerwehr dem WDR mit. Das Feuer sei vollständig gelöscht.
Probleme bei Löscharbeiten - Betonmauer drohte einzustürzen
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten den Brand
Der Wind, der ständig seine Richtung änderte, erschwerte zuerst die Löscharbeiten. Andererseits "verdünnte" er laut einem Feuerwehrsprecher auch die Rauchwolke, das sei positiv gewesen. Die Einsatzkräfte mussten den brennenden Schrotthaufen auseinanderreißen, wodurch allerdings immer wieder Luft ans Feuer kam und es neu entfachte.
Die Einsatzkräfte hatten zwischenzeitlich Probleme, an den Brandherd zu kommen, da hunderte Tonnen Metall brannten und es immer wieder Verpuffungen gab. Denn im Schrotthaufen waren geschredderte Autos und damit wahrscheinlich auch Batterien.
Auch Wärmebildkameras und Drohnen waren im Einsatz. So wusste man immer genau, wo welche Temperatur herrschte.
Durch die enorme Hitzeentwicklung drohte zuerst eine Betonmauer einzustürzen, die direkt an das Gelände der Recyclingfirma grenzt. Diese konnte aber gesichert werden.
Nicht der erste Brand auf dem Gelände
Andreas Klos, Feuerwehr Krefeld
Auch in der Vergangenheit war es auf dem Gelände der Recyclingfirma im Krefelder Hafen zu Bränden gekommen, so die Feuerwehr. Recyclingunternehmen seien besonders anfällig, sagte der Sprecher der Feuerwehr Krefeld, Andreas Klos:
"Die bieten immer ein hohes Potenzial an Selbstentzündung, weil nicht immer zu 100 Prozent bekannt ist, was sich in dem Lagergut abbildet. Es obliegt immer dem Betreiber, das Lagergut zu kontrollieren. Das ist gemacht worden." Andreas Klos, Sprecher der Feuerwehr Krefeld
Geruchsbelästigung auch in anderen Städten
Die Rauchwolke über der Recyclingfirma in Krefeld war auch von Weitem zu sehen
In der Krefelder Innenstadt kam es bis in den Montagabend zu Geruchsbelästigung. Dabei wurden in regelmäßigen Abständen Messfahrten durchgeführt, um sicherzustellen, dass für die Bevölkerung keine Gesundheitsgefahr bestand. Auch in Straelen, Wachtendonk, Kempen, Nettetal, Tönisvorst, Grefrath und Duisburg kam es zu Geruchsbelästigung.
Unsere Quellen:
- Feuerwehr Krefeld
- Polizei Krefeld
- WDR-Reporter vor Ort
- Leitstelle Kreis Kleve
- Stadt Krefeld
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR2, Lokalzeit Rhein/Ruhr, 23.12.2025, 14.31 Uhr.
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 22.12.2025, 19.30 Uhr