Es war ein Schock für viele Besucher des Schützenumzuges am Samstag in Warendorf-Hoetmar. Ein Pferd brach vor ihren Augen zusammen und verstarb. Mehrere der Tiere liefen in vorderster Reihe. Die Reiterin wurde leicht verletzt, der Umzug zunächst unterbrochen.
Pferd war schon auf vielen Umzügen dabei
Nach Angaben des Schützen- und Heimatvereins Hoetmar e.V. war das Pferd erfahren. Es sei schon öfter bei Umzügen mitgelaufen. Ein hinzugerufener Tierarzt habe diagnostiziert, dass das Tier an einem plötzlichen Riss in einer Hauptschlagader verstorben sei. Dies hätte auch bei jeder anderen Gelegenheit passieren können, so ein Sprecher des Vereins.
Tierschutzverein fordert Verbot für Pferde bei Umzügen
Der Tierschutzverein Münster beispielsweise nimmt den Vorfall zum Anlass, erneut ein generelles Verbot für Tiere bei solchen Veranstaltungen zu fordern. Egal ob Schützenfest, Karneval oder Kirmes - es sei purer Stress für die Tiere, sagt die Vorsitzende Doris Hoffe.
Außerdem gehe von den Pferden auch eine Gefahr für Besucher und Mitwirkende solcher Umzüge aus. Die Tiere könnten grundsätzlich in Panik geraten, wenn etwas Unerwartetes passiert. Das Risiko, dass Menschen und die Pferde selbst verletzt würden, sei hoch.
PETA erstattet Anzeige
Beim Veterinäramt des Kreises Warendorf ist am Montag eine Anzeige der Tierschutzorganisation PETA eingegangen. Sie fordert, die Umstände aufzuklären. Die Organisation bezeichnet den Einsatz von Pferden bei Schützenumzügen als Missbrauch. Mit Brauchtum und Tradition seien Pferde dort nicht zu rechtfertigen.
Wie am Montag bekannt wurde, soll das Pferd obduziert werden, um die Todesumstände zu klären.
Im Juni war bereits in Harsewinkel im Kreis Gütersloh ein Pferd bei einem Umzug zusammengebrochen und gestorben. Dieses Pferd war vor eine Kutsche gespannt.
Unsere Quellen:
- Schützen- und Heimatvereins Hoetmar e.V.
- Veterinäramt des Kreises Warendorf
- Tierschutzverein Münster
- Tierschutzorganisation PETA