Autofahrer fordert 50.000 Euro Schadenersatz
WDR. 02:23 Min.. Verfügbar bis 26.05.2028.
Starkregen hat in Rheine wieder für Überflutungen gesorgt. Anfang Mai liefen gleich zwei Unterführungen voll Wasser. Maurice Kleffner, 25 Jahre alt, war im Auto unterwegs, geriet in eine überflutete Durchfahrt und blieb stecken. Sein Wagen wurde zum Totalschaden. Geschätzter Wert: 50.000 Euro.
Bei Starkregen werden Unterführungen schnell zur Gefahr
Der Autofahrer erinnert sich an die Situation am Abend des 4. Mai. Zunächst habe er nur eine kleine Pfütze gesehen. Doch dann sei der Wagen mitten in der Unterführung stecken geblieben, offenbar mit dem Vorderrad in einer Gullyöffnung.
Maurice Kleffner vor der Unterführung: "Voll wie eine Badewanne"
Gemeinsam mit einem Beifahrer stieg er aus dem Auto aus und brachte sich in Sicherheit. Das Wasser reichte da bereits bis zur Unterkante der Fahrertür. Dann drückte eine regelrechte Flutwelle aus dem Kanalsystem nach oben und sprudelte aus den Gullyöffnungen. "Die Unterführung lief voll wie eine Badewanne", schildert Maurice Kleffner die Situation.
"Es war ne Sache von Sekunden, was uns selber sehr schockiert hatte. Wären wir nicht so schnell ausgestiegen, wir hätten ertrinken können." Maurice Kleffner, betroffener Autofahrer
Auto nicht mehr zu gebrauchen
Anwohner dokumentierten die Lage mit Fotos und Videos. Darauf ist zu sehen, wie Kleffners erst zwei Jahre alter geleaster Audi Kombi von den Wassermassen erfasst wurde und abtrieb bis er in der Unterführung am Mauerwerk hängen blieb.
Der havarierte Audi steht jetzt auf dem Vorplatz eines Autohändlers. Er hat rundum Schrammen und ist innen immer noch tropfnass. Ein Gutachter bewertete den Schaden.
Da Wasser ins Innere gedrungen ist, läuft es auf einen Totalschaden hinaus. 50.000 Euro Verlust. Diese Summe will Kleffner nun von der Stadt Rheine erstattet bekommen.
Maurice Kleffner kann mit seinem gefluteten Auto nichts mehr anfangen
Stadt Rheine verweist auf Warnschilder
In der Unterführung ist eine Hochwasserampel installiert, die Autofahrer bei Gefahr warnen soll. Laut Stadt funktionierte diese am Unfallabend jedoch nicht.
Udo Eggert von den Technischen Betrieben der Stadt Rheine erklärt, dass es trotzdem Hinweise gegeben habe.
"Wenn Ampeln ausfallen, gibt es immer noch Verkehrsschilder, die mit dickem Ausrufezeichen vor der Überflutungsgefahr warnen." Udo Eggert, Technische Betriebe Rheine
Streit um Schadenersatz
Maurice Kleffner sieht das anders. Er habe die Gefahr nicht einschätzen können und kritisiert den Ausfall der Ampel. Die Stadt lehnt eine Kostenübernahme ab. Kleffner will sich damit nicht abfinden und kündigt rechtliche Schritte an. Er will die 50.000 Euro Schadenersatz einklagen.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter im Gespräch mit Maurice Kleffner
- WDR-Reporter im Gespräch mit Udo Eggert, Technische Betriebe der Stadt Rheine
- WDR-Reporter im Gespräch mit Anwohnern
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 26.05.2026, 19.30 Uhr