Massive Schäden durch Starkregen in Rheine

WDR 02:40 Min. Verfügbar bis 11.03.2028 Von Markus Wollnik

Nach dem Starkregen Stadt Rheine will Gullys ab sofort öfter reinigen

Stand:

Zwei Starkregen Ende Mai haben in Rheine massive Schäden verursacht. Viele Keller liefen voll. Jetzt reagiert die Stadt.

Von Markus Wollnik

Zwei heftige Unwetter innerhalb von vier Tagen gingen über Rheine nieder. Die Schäden: immens. Hunderte Keller liefen voll, der Zoo musste zeitweise schließen.

Damit das nächste Unwetter in Rheine nicht so große Schäden anrichtet, will die Stadt jetzt die Gullys häufiger reinigen. Wie Bürgermeister Peter Lüttmann (parteilos) mitteilt, wurden bislang nicht alle Sinkkästen, wie eigentlich vorgesehen, gesäubert. Zahlen zeigen deutliche Lücken bei der Reinigung.

Starkregen in Rheine legt Probleme offen

Von rund 18.000 Gullys wurden im Schnitt nur etwa 13.000 einmal im Jahr von Blättern und anderem Unrat befreit. Diese Zahlen hat Lüttmann jetzt erstmals öffentlich gemacht.

Eigentlich sollten alle Sinkkästen einmal jährlich geleert werden, sagen die Experten von den Technischen Betrieben Rheine, an problematischen Stellen sogar häufiger. Dazu gehören Unterführungen und Straßen, auf denen viel Laub liegt.

Hunderte Beschwerden

Ina und Andreas Voß hocken hinter einem vollem Fangkorb von einem Gully.

Ina und Andreas Voß mit einem vollen Fangkorb von einem Gully

Bei den Technischen Betrieben stapeln sich mittlerweile hunderte Beschwerden von Menschen aus Rheine. Viele berichten, dass Straßen auch deshalb überflutet wurden, weil Gullys verstopft waren.

Auch der Keller von Familie Voß stand bis zur Decke unter Wasser. Sie sagen, dass die Gullys in Rheine eher sporadisch gereinigt werden. Vor einem Nachbarhaus der Familie steht auch jetzt noch ein voller Fangkorb.

Stadt Rheine räumt Fehler ein

ein vollgelaufener Keller

Viele Keller in Rheine sind bei dem Starkregen voll gelaufen.

In sozialen Netzwerken kursieren Fotos, auf denen Sinkkästen voller Laub zu sehen sind. Betroffene schildern große Schäden durch Hochwasser wie defekte Kühlschränke und Waschmaschinen. Teilweise stand das Wasser meterhoch in den Kellern.

Bürgermeister Lüttmann nimmt sich die Kritik zu Herzen und gibt zu, dass sie begründet ist. Ein Problem sei gewesen, die Reinigung der Gullys an einen externen Dienstleister zu vergeben. Dieser habe die Arbeit "nicht durchgehend zufriedenstellend" erledigt, erklärt er.

Keine automatischen Schadenersatzansprüche

"Zu Schadenersatzansprüchen lassen sich keine pauschalen Aussagen treffen", so Lüttmann. "Allein aus dem Umstand, dass einzelne Sinkkästen möglicherweise nicht im vorgesehenen Turnus geeinigt wurden, lassen sich keine unmittelbaren Rückschlüsse auf mögliche Ansprüche ableiten."

Schäden, die durch höhere Gewalt verursacht werden, seien von Schadenersatz ohnehin ausgeschlossen.

Rheine organisiert Gullyreinigung neu

Das will die Stadt jetzt ändern: Die Technischen Betriebe Rheine übernehmen die Reinigung nun wieder stärker selbst. Kurzfristig sollen Gullys und Straßenabläufe gezielt gesäubert und gespült werden.

EIn Mann steht auf einem überfluteten Platz.

Auch der Eingangsbereich des Zoos in Rheine wurde durch die Starkregen Ende Mai überflutet.

Zudem bittet der Bürgermeister Anwohner, verschmutzte oder verstopfte Gullys über das offizielle Mängel-Meldesystem der Stadt zu melden.

Trotz Reinigung keine Sicherheit bei Starkregen

Sowohl Lüttmann als auch der Leiter der Entwässerung bei den Technischen Betrieben Rheine, Peter Eggert, betonen aber, dass selbst optimal gereinigte Gullys keinen vollständigen Schutz bieten.

Wenn Starkregen und Sturm zusammen auftreten, können sich Sinkkästen schnell wieder zusetzen - etwa durch Schlamm, Laub und Äste.

Nach dem Starkregen

WDR 10.06.2026 00:37 Min. Verfügbar bis 09.06.2028 WDR Online Von Markus Wollnik

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Unsere Quellen:

  • Bürgermeister Rheine, Peter Lüttmann (parteilos)
  • Leiter Entwässerung bei den Technischen Betrieben Rheine, Peter Eggert
  • Berichte von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern in Rheine

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 11.06.2026, 19.30 Uhr

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