Sind zwei Windräder in Ottmarsbocholt zu laut, oder nicht? Der Kreis Coesfeld sagt: Alles in Ordnung. Neue Messungen im März hätten ergeben: Die beiden Anlagen werden "genehmigungskonform" betrieben. Die Kritik bleibt aber laut.
Behörden, Windrad-Betreiber und Anwohner haben sich jetzt bei einem persönlichen Treffen ausgetauscht. Doch die Wogen, die die Schallwellen der Windräder werfen, konnten dabei nicht geglättet werden. Anwohner fordern neuen Messungen und stellen die bisherigen Ergebnisse in Frage.
Anwohner sollen selbst Protokoll führen
Jana Holz ist genervt
Die Kritik der Anwohner richtet sich an den Kreis Coesfeld. Die Behörde weigere sich, unmittelbar an den Häusern den Schall zu messen. Stattdessen sollten die Betroffenen zunächst ein Lärmprotokoll führen. Digital. So soll ihre subjektive Belastung erfasst werden.
Diese Daten will der Kreis dann an die Betreiber, sowie den Hersteller der Windkraftanlagen weitergeben. Das Ziel: Mögliche Auffälligkeiten beim Betrieb der Windräder erkennen und idealerweise nachbessern.
Anwohner wollen Ruhe im Dorf haben
Die Anlagen werden vom Unternehmen Bürgerwind Ottmarsbocholt betrieben. Geschäftsführer Klaus Ewald sagt, man wolle wieder Ruhe im Dorf haben. Daher werde man mit Anwohnern und dem Hersteller Enercon im Austausch bleiben, um die Situation für alle Beteiligten möglichst zu entspannen.
Betrieb aktuell noch eingeschränkt
Der Kreis Coesfeld hatte im vergangenen Jahr den Betrieb der Anlagen vorläufig und speziell nachts eingeschränkt. Grund war, dass die Schallgrenzwerte direkt an den Rotoren leicht überschritten wurden. Doch diese Einschränkung könnte nach den neuesten Ergebnissen bald wieder fallen.
Unsere Quellen:
- Kreis Coesfeld
- Anwohner Ottmarsbocholt
- Bürgerwind Ottmarsbocholt GmbH & Co KG
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 17.04.2026, 12:31 Uhr