Sorge auch um Familiengräber: zukünftige Beerdigungen sollen eingestellt werden
WDR. 00:51 Min.. Verfügbar bis 01.06.2028.
"Ich habe ganz viele Anrufe bekommen." Gerd Oevermann ist Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Dülmen. Am Sonntag, 31. Mai, wurde im Gottesdienst öffentlich bekanntgegeben, dass auf dem 120 Jahre alten Friedhof ab 2030 niemand mehr beerdigt wird.
Weiterbetrieb nicht kostendeckend
Die Entscheidung sei der Gemeinde schwergefallen, aber mit durchschnittlich 15 Bestattungen pro Jahr könne der Friedhof nicht kostendeckend betrieben werden. "Und Kirchensteuermittel dürfen dafür nicht genutzt werden", erklärt Oevermann.
Pfarrer Gerd Oevermann kennt die Sorgen der Dülmener.
"Das Tor bleibt auf!"
"Jetzt machen sich viele Sorgen, dass sie die Gräber nicht mehr besuchen dürfen." Diese Sorge kann Oevermann den Hinterbliebenen nehmen, denn der Friedhof soll ab 2030 für 30 weitere Jahre gepflegt werden. Bedeutet: Bis 2060 kann jeder kommen und die Gräber besuchen. "Das Tor bleibt auf!"
Ab 2030 keine weitere Beerdigung
Allerdings wird es ab 2030 dort keine weiteren Bestattungen mehr geben. Und das schließt auch Doppel- und Familiengräber mit ein. Bedeutet: Wenn ein Angehöriger bereits dort liegt und man selber möchte später daneben beerdigt werden, geht das ab 2030 nicht mehr.
"Das wirft natürlich jede Menge Fragen auf und die müssen ganz individuell geklärt werden." Pfarrer Oevermann hat vor der öffentlichen Bekanntgabe viele persönliche Gespräche und jede Menge Telefonate geführt. Mitte des Monats soll es noch eine Infoveranstaltung geben - auch dort können noch Fragen gestellt werden.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Pastor Gerd Oevermann
- Beobachtungen des Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 01.06.2026, 11:31 Uhr
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 01.06.2026, 17:31 Uhr
Sendung: WDR.de, Sorge auch um Familiengräber: zukünftige Beerdigungen sollen eingestellt werden, 01.06.2026, 17:25 Uhr.