Ein 40 Meter breiter Baustreifen könnte schon bald das gesamte westliche Münsterland durchziehen. Was das für die betroffenen Grundstücksbesitzer und Anwohner im Kreis Coesfeld und im Kreis Borken konkret bedeutet, wollen Mitarbeiter von Thyssengas jetzt vor Ort erklären. Der Auftakt war am Mittwoch, 6. Mai, in Coesfeld.
Bauarbeiten für Pipeline starten 2028
Für den Bau der Wasserstoff-Pipeline ist ein großer Eingriff in die Landschaft unvermeidlich. Die Grundstückseigentümer werden entschädigt, Landwirte auch für Ernteausfälle während und nach der Bauphase. Diese könnte frühestens 2028 starten.
Zwei Jahre lang wird es entlang der Trasse laut und dreckig. Thyssengas geht davon aus, dass jeweils zehn bis zwölf Wochen auf einer landwirtschaftlichen Fläche gebaut wird.
Info-Abend ind Coesfeld: Anwohner und Landwirte
Viele Anwohner und Landwirte informierten sich in Coesfeld über die Pläne.
Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass vor allem Landwirte und Anwohner zu dem Info-Abend in Coesfeld gekommen sind. Sie interessieren sich für den genauen Startpunkt, also wann große Maschinen über ihre Felder fahren und möglicherweise Schaden anrichten.
"Ich kann es nicht aufhalten, aber ich möchte vorher gut informiert sein." Ein Landwirt auf der Veranstaltung in Coesfeld
Der genaue Verlauf der Wasserstoffleitung wurde den Besuchern der Info-Veranstaltung auf einer Karte gezeigt. Anhand eines Models konnten sie sich anschauen, wie welche Bauphase genau aussehen und ob und wie es sie betreffen wird.
Wasserstoff-Wirtschaft soll wachsen
Die Wasserstoff-Pipeline soll geplante Netze entlang der Nordseeküste mit dem Ruhrgebiet verbinden. Enden soll sie in Dorsten. Hier könnte beispielsweise Biga Hydrogen profitieren. Das Unternehmen plant den Bau eines Elektrolyseurs, will in großem Stil Wasserstoff erzeugen und vermarkten.
Risiken von Wasserstoff-Technologie
Ein Modell zeigt die vorgesehen Bauabschnitte
Die geplante Hochdruckleitung soll auch durch Reken, Heek oder Ochtrup führen. Bezüglich der Sicherheit verweist Thyssengas auf lange Erfahrung im Betrieb von Gasnetzen. Die Leitungen würden kontinuierlich überwacht, technisch, aber auch durch Kontrollgänge und -flüge. Wasserstoff ist hochentzündlich und kann an der Luft explosive Gemische bilden.
Die Pipeline soll mindestens einen Meter unter der Oberfläche liegen. Dauerhaft würde um sie ein Schutzstreifen von mehreren Metern angelegt. Nach Fertigstellung soll der breitere Baustreifen rekultiviert, also wieder begrünt werden.
Diese "Dialogmärkte" bietet Thyssengas jeweils von 18 bis 21 Uhr:
• 7. Mai in Reken: Dorfgemeinschaftshaus – Kirchstraße 14, 48734
• 20. Mai in Dorsten: Treffpunkt Altstadt – Geschwister Scholl Platz 1, 46282
• 28. Mai in Heek: Rathaus Gemeinde Heek – Bahnhofstr. 60, 48619
• 9. Juni in Emsbüren: Landgasthof Evering – Lange Straße 24, 48488
• 10. Juni in Ochtrup: Althoff's Landhotel – Metelener Damm 14, 48607
Unsere Quellen:
- Thyssengas GmbH
- Stadt Dorsten
- Beoabachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Wasserstoff-Pipeline im Münsterland: Thyssengas informiert in Coesfeld, 06.05.2026, 19:10 Uhr