Muslime springen zu Ostern für ihre christlichen Kollegen in Münster ein

WDR 01:45 Min. Verfügbar bis 02.04.2028

Muslime springen zu Ostern für ihre christlichen Kollegen in Münster ein

Stand:

In den Kliniken können viele christliche Pflegekräfte über die Ostertage freimachen. Dank der muslimischen Kollegen, die ihre Dienste übernehmen. Die revanchieren sich dann bei muslimischen Festen.

Von Marco Poltronieri

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Seit einem Jahr arbeitet die Ägypterin Saly Elmardy im Clemenshospital in Münster auf der chirurgischen Station. Die 42-jährige muslimische Pflegefachkraft ist ziemlich glücklich. "Ich liebe die Arbeit hier", erzählt sie. "Und meine Kolleginnen und Kollegen auch." Da ist es für sie nur logisch, dass sie über Ostern auf Station einspringt. Damit ihre christlichen Kolleginnen und Kollegen frei haben.

Arbeiten, damit andere frei haben

Zwei Klinikmitarbeiterinnen an einem Stehtisch

Stationsleiterin Carola Meiland mit Pflegefachkraft Saly Elmardy

"Selbstverständlich ist das nicht", weiß Stationsleiterin Carola Meiland. "Aber wir sind ein gutes Team hier und unterstützen uns." Die Stationsleiterin zählt auf ihrer Station 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - sechs davon sind Muslime. Für sie ist Ostern kein religiöses Fest, also arbeiten sie über die Feiertage.

Ein Geben und Nehmen

Klinikmitarbeiterinnen auf einem Gruppenbild

Klinikmitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Station

"Dafür können die anderen dann Ostereier verstecken, Verwandte besuchen oder den Gottesdienst", erzählt Carola Meiland. "Es ist aber ein Geben und Nehmen. Wir revanchieren uns dann zum Beispiel, wenn das muslimische Zuckerfest gefeiert wird. Ist ja klar."

Schoko-Osterhasen für den Teamspirit

Eine Pallette mit Milka-Schokohasen und Stiften

Schokohasen für die Mitarbeitenden

Dass Arbeitskräfte aus dem Ausland gut integriert sind, ist für den stellvertretenden Pflegedirektor des Clemenshospitals, Sebastian Feuersträter, ganz wichtig: "Das Teamgefüge muss stimmen."

In seiner Klinik arbeiten Menschen aus 21 Nationen, zum Beispiel aus Tunesien, dem Irak oder den Philippinen. Eines aber vereint sie alle, nämlich die Lust auf Schokolade. Carola Meiland hat vorgesorgt. Wer will, kann sich jetzt bei ihr einen Schoko-Osterhasen abholen - egal, welcher Konfession derjenige angehört.

Muslime springen zu Ostern ein

WDR 02.04.2026 00:46 Min. Verfügbar bis 01.04.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Pflegefachkraft Saly Elmardy, Clemenshospital Münster
  • Stationsleiterin Carola Meiland, Clemenshospital Münster
  • Stellvertretender Pflegedirektor Sebastian Feuersträter, Clemenshospital Münster

Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 02.04.2026, 09.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 02.04.2026, 19.30 Uhr

Kommentare zum Thema

14 Kommentare

  • 14 Brigitta S. 04.04.2026, 12:06 Uhr

    @kalle, Sie bemerken: „Medizinisches Personal aus ärmeren Ländern oder noch dazu aus Konfliktgebieten abwerben ist aber nur Lohndumping zum Schaden von beiden Seiten“. Zitat. Mag so nicht ganz richtig sein. Es gibt im Austausch manches deutsche Personal, dass auch in ärmeren Ländern arbeitet. Manchmal bleibt eine arbeitende Person für viele Jahre auch im Ausland. Denken Sie zum Bsp. an andere Berufe. Viele haben zum Bsp. ihren Med. Beruf auch in Deutschland erworben. Sorry, was ich persönlich nie verstehen werde, wenn Themen zum Diskutieren gestellt werden, das Zuwanderer, Migranten oft nicht gut in den Mund im Forum genommen wird. Als wären sie alle Störer in Deutschland. Viele die hier arbeiten sind in Deutschland geboren, vielleicht schön älter, als mancher arbeitende Deutscher. „Es sieht nach einem sehr verzweifelnden Versuch aus, der Migration etwas Gutes abgewinnen zu wollen“? Zitat. Warum? Haben es Migranten nicht verdient, die sich makellos human integrieren?

  • 13 Kalle 04.04.2026, 00:27 Uhr

    Gut gemeint, aber das sieht nach einem sehr verzweifelnden Versuch aus, der Migration etwas Gutes abgewinnen zu wollen. Eine Menge kann klappen wenn Religion nicht zu fundamentalistisch sieht, das gilt für jede Religion. Medizinisches Personal aus ärmeren Ländern oder noch dazu aus Konfliktgebieten abwerben ist aber nur Lohndumping zum Schaden von beiden Seiten. Und es ändert nichts an den Konflikten der irregulären Migration unter der Überschrift Asyl.

  • 12 Franziska 1 03.04.2026, 16:57 Uhr

    Über den Artikel denke, ich: Das man die Augen, Ohren über Hilfsbereitschaften nicht verschließen sollte, die um uns herum passieren. Wir hören viel über Promis und VIP-Leute. Selten über unbekannte Menschen im Land die in Kliniken arbeiten. An Ostern heuer sind Muslime von einer Klinik dran, die jetzt positiv im Rampenlicht der Presse stehen. Wenn ein Kommentar hier davon spricht: „ Arbeitsnehmer in der Pflege bekommen Zuzahlung in den gesetzlichen, christlichen Feiertagen“, wozu diese Bemerkung? Gönnt man es den Muslimen -Klinikpersonal nicht!? Einfach Mal Danke sagen, auch wenn es fremde Hände sind! Wäre eine Muslime aus Kenia dabei: „Asante sana“!

  • 11 Anonym 03.04.2026, 11:45 Uhr

    So ein Schwachsinn

  • 10 Brigitta S. 03.04.2026, 11:32 Uhr

    Vielen Dank an WDR, für den Artikel mit der humanen Nachricht. Mitgefühl, Verstehen mit respektvollem Umgang zu Muslime, scheinen manche Menschen immer noch nicht zu beherrschen. Es wird über positive Kommentare rumgezerrt, was nicht sein müsste. Jeder liest was im Artikel steht, wollen aber Positives verdrehen? Ich finde es eine schöne Geste von Muslime- Kollegen, dass sie wegen Ostern für ihre christlichen Kollegen sich einsetzen. @April, April? NR.1 Ihre Bemerkung „Was soll da das besondere sein“, wertet den übernommenen Dienst der Muslime negativ an Ostern ab. Anscheinend war vorher der Plan, dass sie nicht arbeiten hätten müssen an Ostern.

  • 9 Gast 03.04.2026, 10:45 Uhr

    Das ist kein Einspringen, das ist einfacher Dienstplanalltag, der lange vorher gestellt wird. Unsere Mitarbeiter erhalten für ein tatsächliches Einspringen eine Extrazahlung. Wieso muss immer wieder einer als der bessere Mensch präsentiert werden??

  • 8 Eifelbär 03.04.2026, 09:57 Uhr

    Das ist eine wunderbare Nachricht. Ich freue mich, das es möglich ist Menschen und Glauben zu verbinden. Mal was positives zwischen all den negativen Berichten 😃

  • 7 03.04.2026, 08:07 Uhr

    Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)

  • 6 Bernd 03.04.2026, 07:41 Uhr

    Ich wünschte, das wäre der leitende Artikel auf der Page, ganz weit vor den vielen schlechten Nachrichten der Welt. Ganz tolle Mitmenschen!!!

  • 5 Franziska 1 02.04.2026, 20:16 Uhr

    Auf so einen positiven Artikel über Muslime musste man lange warten. Muslime haben auch ein Herz das für gute Taten schlägt. @April,April negative Äußerungen mit einen Hauch an Hetze pauschal über Muslime, ist nicht gewünscht.

    Antworten (2)
    • Marlon 02.04.2026, 21:54 Uhr

      Schön, dass Sie hier (gerne) bestimmen (würden), was "nicht gewünscht" ist, Frau Pausenaufsicht - ohne Auftrag. Hauptsache, präventiv, schon mal die Keule gegen Andersdenkende mit eigener Meinung gezückt, statt zu erkennen, dass "April, April?" die (nach seiner Meinung) schönfärberische Aufmachung des Artikels kritisiert und nicht etwa "Hetze pauschal über Muslime" verbreitet - nichtmals "mit einem Hauch". Eine moderative Pausenaufsicht, auch eine Selbsternannte, sollte zumindest eine gewisses Textverständnis mitbringen. Lesen Sie doch mal die Antwort von "Rebinjo", dann kapieren Sie es vielleicht.

    • Paul S. 03.04.2026, 13:42 Uhr

      @Marlon, ihre genannte "Moderative Pausenaufsicht" bezieht sich auf die gesetzliche Verpflichtung von Schulen". Was hat das hier bei Kommentare zu tun? Keiner mehr geht hier noch in die Staatsschule. Hetze hat generell nichts in Kommentaren verloren, egal in welchen Kommentar. Besonders nicht mit einem kleinsten Hauch und nicht mit deutlich negativer Aussage über Muslime.

  • 4 Meyer 02.04.2026, 19:51 Uhr

    Arbeitsnehmer in der Pflege bekommen Zuzahlung in den gesetzlichen, christlichen Feiertagen. Die jüngeren Deutschen sind auch nicht so tiefgläubig wie die Renntner und daher haben sie nichts dagegen, in den Ostertagen mit mehr Bezahlung zu arbeiten. Selbstlos ist man nicht, wenn mehr Geld dafür gezahlt wird.

    Antworten (2)
    • 03.04.2026, 07:53 Uhr

      Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)

    • Brigitta S. 03.04.2026, 11:21 Uhr

      @Meyer, ihre Ansicht ist Ihre Vermutung, kann als eine Unterstellung aufgefasst werden, wenn dabei ans Geld gedacht wird.

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