So macht Kölner Zirkus-Familie nach Brand weiter
WDR. 03:11 Min.. Verfügbar bis 05.06.2028.
Der beißende Plastikgeruch, der hier vor zwei Wochen nach dem Brand in der Luft lag, ist mittlerweile verflogen. Jetzt riecht es nach frischem, süßem Popcorn. Zirkusdirektorin Verena Krämer steht wieder im Verkaufswagen und bereitet Popcorn zu. Sie ist überwältigt von der Hilfswelle, die es seit dem Feuer gibt:
"Köln ist ein Volk, das zusammenhält. Das berührt uns und das freut uns, dass uns die Leute so zahlreich besuchen und unterstützen", sagt sie.
Mehr als 9.000 Euro Spenden
Nach dem Brand erinnert auf dem Platz nur noch ein großer schwarzer Fleck an das Feuer. Die meisten Schäden konnte die Familie bereits reparieren, wie die kaputten Wände der angebrannten Wagen. Was jetzt noch fehlt, ist ein neuer kleiner Lkw, sagt Junior-Direktor Marco Krämer: "Das ist mit das wichtigste Teil auf dem Zirkusgelände." Ohne Lkw dauere es viel länger, die Standorte in Köln zu wechseln. Deswegen suchen sie dringend Ersatz.
Der schwarze Brandfleck ist im Gras auf dem Zirkus-Gelände kaum zu übersehen.
Immerhin: Für die Familie Monroe und ihre Tiere sind mittlerweile mehr als 9.000 Euro an Spenden zusammengekommen. Ein Kölner Geräteverleiher hat kostenlos einen Stromgenerator vorbeigebracht. Deshalb kann der Zirkusbetrieb weitergehen. Der alte Generator wurde bei dem Feuer zerstört.
Sonder-Shows in Köln-Sülz
Auch die Stadt Köln hat geholfen. Der Zirkus darf noch auf dem Platz bleiben, obwohl er eigentlich schon vergangene Woche hätte abreisen müssen. Deshalb gibt es jetzt ein paar Sonder-Shows in Köln-Sülz, unter anderem am Wochenende.
Einige Schäden, wie der kaputte Reifen eines Anhängers, müssen noch repariert werden.
"Unser Leben hängt an dem Zirkus und wir wollen nicht aufgeben - egal was kommt!" Charles Krämer, Zirkusdirektor
Nächste Woche ziehen die Monroes nach Köln-Neubrück weiter. Dabei bekommen sie Hilfe von Freunden und Bekannten. Auch wenn der Schock noch tief sitzt, die Familie lässt sich davon nicht unterkriegen.
Familie geht von Brandanschlag aus
In einer Nacht vor rund zwei Wochen hatte das Feuer die Familie überrascht. Der Laster des kleinen Unternehmens war komplett ausgebrannt. Auch ein Stromgenerator, ein Materialwagen und das Kassenhaus wurden zum Teil stark beschädigt. Nur durch Glück wurde niemand verletzt. Das brennende Fahrzeug stand genau neben dem Lkw, in dem Marcos Vater Charles und seine Frau Verena schliefen. "Wir hatten ganz viele Schutzengel", sagt Verena Krämer.
Die Familie geht von einem Brandanschlag aus. Es wäre nicht das erste Mal: Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte das Zirkuszelt der Familie Monroe gebrannt. Das Zelt konnte damals wieder repariert werden. Die Ermittlungen der Polizei liefen ins Leere.
Im aktuellen Fall ermittelt die Polizei Köln noch in mehrere Richtungen. Aktuell wird weder ein Brandanschlag noch der technische Defekt eines Stromgenerators ausgeschlossen.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit der Familie Krämer vom Circus Charles Monroe
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Polizei Köln
Sendung: WDR.de, So geht es dem Kölner Zirkus nach dem Brand, 05.06.2026, 7:02 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 05.06.2026, 19:30 Uhr
