Polizei löst Blockade vor Bundeswehr-Karrierecenter in Köln auf
02:40 Min.. Verfügbar bis 27.08.2027.
Mindestens 70 Aktivisten hatten sich am Mittwochmorgen auf den Bürgersteig unmittelbar zur Einfahrt des Centers der Bundeswehr in Köln gesetzt. Die alarmierte Polizei sperrte daraufhin die Brühler Straße, die von Pendlern genutzt wird. Massive Staus waren die Folge.
Der Dienstbetrieb sei durch den Protest aber nicht gestört worden, sagte eine Sprecherin der Bundeswehr in Köln der Deutschen Presse-Agentur.
Polizei löst Blockade auf
Die Polizei löste die Sitzblockade auf
Bei der Blockade handelte es sich laut Polizei um eine nicht angemeldete Versammlung. Die Beamten lösten die Blockade auf. Die Teilnehmenden hatten sich mit den Armen ineinander verhakt, deshalb mussten die Polizisten zum Teil viel Kraft aufwenden, um einzelne Teilnehmer herauszuziehen. Die Lage sei aber ruhig geblieben.
Die Beamten nahmen die Personalien der mit bunten Mützen vermummten Personen auf. Die Identifizierungen dauerten relativ lange, deshalb nahm auch die Auflösung der Blockade viel Zeit in Anspruch.
Seit Dienstag Protestcamp in Köln
Aktivisten im Protestcamp am Dienstag in Köln
Das Bündnis mit dem Namen "Rheinmetall entwaffnen" veranstaltet seit Dienstag ein Protestcamp gegen Krieg und Aufrüstung im Kölner Grüngürtel. Am Mittwoch folgte dann mit der Blockade des Karrierecenters der Bundeswehr die erste Aktion, die auch für Außenstehende spürbar war.
Ein Sprecher des Bündnisses sagte, das Karrierecenter sei das Ziel der Aktivisten, weil hier Personal-, aber auch vor allem die Werbeplanung für die Rekrutierung von jungen Menschen stattfinde. Die ausgerufenen "Aktionstage" richten sich insbesondere gegen die neue Wehrpflicht, die am Vormittag im Bundeskabinett beschlossen wurde, teilte die Gruppierung mit.
"Sobald die Wehrpflicht wieder eingeführt ist, werden hier auch die Rekrutierungen organisiert. Deshalb sind wir heute schon hier, um klar zu sagen: Wir sind nicht kriegsbereit!", heißt es von Seiten des Bündnisses.
Neuer freiwilliger Wehrdienst
Die Bundesregierung hatte in einer Kabinettssitzung im Verteidigungsministerium am Mittwoch die Weichen für einen neuen Wehrdienst gestellt. Mehr als 14 Jahre nach Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland soll ein neues Wehrdienstgesetz die Bundeswehr personell stärken.
Laut Entwurf bekommen ab 2026 alle jungen Männer und Frauen zum 18. Geburtstag einen Online-Fragebogen zugeschickt. Für Männer sei das Ausfüllen verpflichtend, für Frauen sei es freiwillig. Geeignete, interessierte Kandidatinnen und Kandidaten werden dann zur Musterung eingeladen. Der Wehrdienst bleibt damit freiwillig.
Demo vor Villa des Rheinmetall-Chefs geplant
Die Aktivisten planen mehrere Aktionen für diese Woche. So wollen die Teilnehmer des Protestcamps nach bisheriger Planung am Samstag einen Demonstrationszug durch Köln starten. Bereits am Donnerstag wollen sie vor dem Wohnhaus des Rheinmetall-Chefs in Meerbusch demonstrieren.
Die Polizei hat mitgeteilt, dass der Demo-Zug in Meerbusch nach Kompromissgesprächen mit dem Anmelder stattfinden könne und von mehreren hundert Einsatzkräften begleitet werde.
Aktivisten vs. Rüstungskonzern
Rheinmetall: Einer der wichtigsten Waffenlieferanten für die Ukraine
Rheinmetall spielt eine entscheidende Rolle im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der deutsche Rüstungskonzern ist einer der wichtigsten Waffenlieferanten der Ukraine. Er liefert dem Land Artilleriemunition, Flugabwehr und Panzer.
Laut einer Sprecherin von "Rheinmetall entwaffnen" sei das Antikriegsbündnis solidarisch mit der Bevölkerung der Ukraine, glaube aber nicht, dass der Krieg mit Aufrüstung beendet werden könne.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Polizei Köln
- Sprecher Bündnis "Rheinmetall entwaffnen"
- Nachrichtenagentur dpa
Über dieses Thema berichten wir am 27. August 2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Köln, 19.30 Uhr.