Welle der Gewalt in Köln | Aktuelle Stunde
WDR. 00:24 Min.. Verfügbar bis 11.06.2028.
Welle von Gewalt in Köln : Weitere Festnahme eines Tatverdächtigen nach Schüssen auf ein Gebäude
Stand:
Nach einer Reihe von Schüssen und Explosionen in Köln untersucht jetzt eine spezielle Ermittlungsgruppe der Polizei mögliche Zusammenhänge zwischen den Taten. Wahrscheinlich steht ein erster Fall jetzt kurz vor der Aufklärung. Es gab eine Festnahme im Rockermilieu.
Im Zusammenhang mit der Serie von Gewalt in Köln hat die Polizei einen 23-jährigen Mann festgenommen. Er steht im Verdacht am 8. Juni im Kölner Stadtteil Bilderstöckchen auf das Fenster eines Mehrfamilienhauses geschossen zu haben. Die Festnahme war ein Zufallstreffer.
Die Kölner Polizei hatte den 23-jährigen im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens der dänischen Staatsanwaltschaft festgeommen. Der Mann soll in der Region Kopenhagen an einen versuchten Tötungsdelikt beteiligt gewesen sein. Bei der Überprüfung seiner Fingerabrücke stellte die Polizei in Köln fest, dass seine Abdrücke zu Spuren vom Tatort in Bilderstöckchen passen.
Polizei findet Pistole und Strumhaube bei Verdächtigem
Bei der Durchsuchungs des Autos des 23-jährigen fanden Beamte eine Pistole, eine Sturmhaube und mehrere Autokennzeichen. Er soll wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes aus Heimtücke dem Haftrichter vorgeführt werden.
Seit dem 31. Mai gab es in Köln vier Explosionen und Brandanschläge an Gebäuden. Drei Mal haben Unbekannte außerdem auf Geschäfte oder Wohnungen geschossen. Bei einer weiteren Schussabgabe hat ein Täter offenbar gezielt Kugeln auf einen 32-jährigen Mann abgefeuert.
Bisher sind nur wenige Gemeinsamkeiten bei den Anschlägen zu erkennen. Im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags konnte Innenminister Herbert Reul eine Anfrage zu den Hintergründen der Taten heute auch nicht beantworten. "Die Polizei steht mit ihren Ermittlungen noch ganz am Anfang", sagt Reul im Ausschuss.
Gruppe mit 21 Kripo-Spezialisten hat Ermittlungen aufgenommen
Der Minsister berichtete aber, dass die Kölner Polizei eine Ermittlungsgruppe gebildet habe. 21 Spezialisten für organisierte Kriminalität, vom Staatsschutz und Experten für Cybercrime sollen die Hintergründe der Taten aufdecken und Täter festnehmen.
Die Taten ereigneten sich jeweils in den frühen Morgenstunden. Kurz nach Schüssen auf einen Imbiss hatte die Polizei drei Tatverdächtige gefasst. Die Männer wurden am Morgen des 7. Juni bei einer Großfahndung fesgenommen. Einer der Männer, ein 51-Jähriger, soll zuvor im Kölner Stadtteil Höhenberg auf einen geschlossenen Döner Imbiss geschossen haben.
Nach Schüssen auf Imbiss ist Motiv weiter unklar
Welche Rolle seine mutmaßlichen Komplizen, zwei 20 und 22 Jahre alte Männer, gespielt haben, ist noch unklar. Auch über ein Motiv der Täter ist bisher nichts bekannt.
Hängen die Anschläge an verschiedenen Standorten in Köln zusammen?
In einem weiteren Fall sucht die Polizei nach einem Tatverdächtigen. Der Mann soll am 31. Mai auf der Zülpicher Straßen aus einem fahrenden Auto auf einen 32-jährigen Mann geschossen haben. Die beiden kannten sich offenbar. Auch in diesem Fall gibt es bisher keine Angaben zu einem Motiv.
Täter flüchteten unerkannt
Weitere Schüsse gab es in den vergangenen Tagen auf ein Juweliergeschäft in Ehrenfeld und auf ein Fenster in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Bilderstöckchen. In diesen Fällen hat die Polizei bisher keine Täter ermittelt.
Trotz hoher Sachschäden gab es keine Verletzten.
Auch nach den drei Explosionen in einer Bar in der Innenstadt, vor einer Eisdiele im Stadtteil Raderberg und vor einem Mehrfamilienhaus in der Südstadt, ist weiter unklar, wer dahintersteckt.
Unsere Quellen:
- Innenminister Herbert Reul
- Polizei Köln
- Staatsanwaltschaft Köln
Sendung: WDR.de, Köln: Schüsse und Explosionen - Hintergründe unklar, 09.06.2026, 15.32 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 11.06.2026, 18:45 Uhr
