Protest der Anwohner : "Wo bleibt das Mahnmal?" in der Kölner Keupstraße
Stand:
"Wo bleibt das Mahnmal?" - mit diesem Plakat demonstrieren Anwohner der Keupstraße und Aktivisten einer Initiative für das geplante Mahnmal zu Erinnerung an das Nagelbombenattentat in Köln-Mülheim. Das Plakat wurde an dem Haus angebracht, wo das Mahnmal entstehen soll.
Denn auch mehr als zwanzig Jahre nach dem Anschlag der rechtsterroristischen Gruppe NSU gibt es das geplante Mahnmal immer noch nicht. "Ein Skandal", sagt der Künstler Ulf Aminde, dessen Entwurf eines virtuellen Hauses vor zehn Jahren ausgewählt wurde.
22 Menschen zum Teil schwer verletzt
Das Mahnmal ist genauso groß, wie der Grundriss des Friseurladens, vor dem damals die Nagelbombe gezündet wurde. 22 Menschen wurden schwer verletzt, vier davon schwer. Auf einer multimedialen Wand sollen Menschen ihre Erinnerungen an den Anschlag teilen können.
Protestplakat "Wo bleibt das Mahnmal?"
Das dafür notwendige Grundstück ist zwar mittlerweile der Stadt überschrieben, ist aber noch nicht geräumt. Die Stadt müsse mit Nachdruck Einfluss auf den Grundstückbesitzer nehmen, damit Platz für das Mahnmal geschaffen wird, so die Initiative.
Langwieriges Verfahren
Die Stadt allerdings sieht keine Möglichkeit, das Grundstück in absehbarer Zeit nutzen zu können. Dort steht noch eine ehemalige Wache einer Werksfeuerwehr. Das Gebäude soll erst abgerissen werden, wenn dort neu gebaut wird.
Die Düsseldorfer Gentes-Gruppe will dort ein Wohngebäude errichten. Wegen der schwierigen Lage auf dem Immobilienmarkt sei zuletzt die Finanzierung des Neubaus nicht möglich gewesen, so ein Sprecher des Unternehmens.
Wann das Projekt fortgeführt werden kann, sei noch nicht absehbar.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des Reporters vor Ort
- Reporter im Gespräch mit Anwohnern der Keupstraße
- Stadt Köln
- Gentes-Gruppe Düsseldorf
Sendung: WDR.de, Anwohner-Protest in der Kölner Keupstraße, 19.04.2026, 14 Uhr