Kölner Hbf wird für zehn Tage für Regional- und Fernverkehrszüge gesperrt
00:59 Min.. Verfügbar bis 09.10.2027.
Ab dem 13. November um 20 Uhr werden Bahnkunden auf eine harte Probe gestellt. Damit das neue elektronische Stellwerk in Betrieb gehen kann, wird der Kölner Hauptbahnhof dann für alle Regional- und Fernverkehrszüge gesperrt - bis zum 24. November um 5 Uhr. Der S-Bahn Verkehr läuft weitgehend weiter.
"Für die wichtige Inbetriebnahmephase ist eine Vollsperrung der Regional- und Fernverkehrsgleise im Kölner Hbf unvermeidlich", teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit.
Eine Nacht komplett gesperrt
In der Nacht vom 19. auf den 20. November wird der Kölner Hauptbahnhof für acht Stunden komplett gesperrt. Eine Nacht davor (18. auf den 19. November) sind lediglich die Linien S12 und S19 betroffen. Ab dem 24. November, 5 Uhr soll die Inbetriebnahme des Stellwerks abgeschlossen sein und der Verkehr wieder nach Fahrplan laufen.
Fernverkehr fährt vor allem über den Bahnhof Deutz
Die meisten Züge des Fernverkehrs werden zwischen dem 14. und dem 24. November vor allem über den Bahnhof Deutz umgeleitet. Einige Verbindungen fallen auch aus oder halten gar nicht in Köln.
Umleitungen und Teilausfälle wird es in dieser Zeit auch bei den Regionalzügen geben. Bis auf die RB 25 werden alle Regionalbahnen um den Kölner Hbf herum geleitet. Als Alternativverbindungen stehen die S-Bahnen und die KVB bereit. Ein Schienenersatzverkehr ist nur in den Nächten geplant an denen der Hbf auch für S-Bahnen gesperrt sein wird.
Laut der Deutschen Bahn ist die Inbetriebnahme des neuen Stellwerkes eine Operation am offenen Herzen. Das sei nicht ohne schmerzhafte Einschnitte für die Reisenden hinzubekommen und eine große Herausforderung. 1.300 Züge halten täglich am Kölner Hauptbahnhof.
Gesteuert wird das alles im Stellwerk des Kölner Hauptbahnhofs. Konzentriert schaut jeder Mitarbeitende auf eine pulsierende Wand aus 12 Bildschirmen auf denen Fahrpläne, Streckenpläne und Zugbewegungen in Echtzeit angezeigt werden.
Komplett digital: Das neue elektronische Stellwerk am Kölner HBF
Nachdem die alte, anfällige Technik immer wieder für Verspätungen und Ausfälle gesorgt hatte, freuen sich die Mitarbeitenden über das neue elektronische Stellwerk. Das soll nach Inbetriebnahme deutlich besser funktionieren und für einen störungsfreien Zugverkehr sorgen.
Zugverkehr in Köln soll stabiler und zuverlässiger werden
Hier wird bald der Zugverkehr am Kölner HBF gesteuert
Bis das elektronische Stellwerk betriebsbereit war, mussten in den vergangenen vier Jahren unter anderem 176 neue Signale aufgestellt, 208 Weichen erneuert und 208 Kilometer Kabel verlegt. Während der Sperrung des Kölner Hauptbahnhofes wird die neue Stellwerktechnik unter anderem an die Technik der Bahnhöfe Köln-West, Ehrenfeld, Nippes und Deutz angeschlossen, teilte die Deutsche Bahn mit.
Region noch immer im Sanierungsstau
Ende 2027 soll es in der Region Köln dann mit der Erneuerung der Bahn-Infrastruktur weitergehen. Dann soll es z.B. ein technisches Update für die Stellwerke Bergisch Gladbach und Altenkirchen geben. Ein Jahr darauf ist dann die linke Rheinschiene an der Reihe mit den Bahnhöfen Bonn Bad-Godesberg, Brühl, Roisdorf und Sechtem.
Der Hoffnung, dass mit dem neuen Stellwerk in Köln mehr Züge am Hauptbahnhof abgefertigt werden können, erteilte die Bahn eine Absage. Wegen der vielen Zugverbindungen sei die linke Rheinseite bereits heute ein hoch belasteter Streckenabschnitt. Dafür soll das nach 50 Jahren erneuerte Stellwerk dem Hauptbahnhof der Rheinmetropole wieder mehr Stabilität geben.
Unsere Quellen:
- Deutsche Bahn
- go.Rheinland GmbH
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort